Die Mauser bei Hühnern

Da sich das Federkleid von Hühnern, und natürlich allen anderen Vögeln auch, im Laufe der Zeit abnutzt, muss es in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Hühner erreichen das durch die Mauser, die vom Körper vollautomatisch durch entsprechende Hormone gesteuert wird. Ähnlich dem Milchzahnprinzip werden alte Federn abgestoßen, während die neuen Federn nur darauf warten, durchzubrechen.

Die Mauser bei den Hühnern

Die Produktion dieser „Mauserhormone“ ist dabei von unterschiedlichen Faktoren, etwa der Temperatur, dem Futterangebot oder der Tageslänge abhängig und verläuft nach einem bestimmten System. Bei den meisten Vogelarten wird dabei die Mauser so gesteuert, dass während dieser Zeit die Flugfähigkeit erhalten bleibt.

Zeit der Mauser

Je nach Umfang kann man zwei Arten der Mauser unterscheiden. Zum einen die Teilmauser, in der lediglich ein Teil des Federkleids durch neue Federn ersetzt und die Vollmauser, in der das komplette Federkleid durch ein neues ersetzt wird. Wenn Hühner etwa ein Jahr alt sind, setzt die erste Vollmauser ein. Überall sind Federn zu finden und zudem kleine Häuflein, die aussehen wie zusammengekehrter Staub. Hierbei handelt es sich um das Häutchen, das bei der Neuproduktion der Feder „mitwächst“ und zum Ende der jeweils durchgemauserten Feder abfällt. Solche „Staubhaufen“ sind also ein relativ sicheres Indiz dafür, dass die Mauser bald überstanden ist.

Die Zeit, in der Hühner in der Regel mausern (sollten) ist der Herbst. Rund 4 bis 6 Wochen brauchen sie, damit der neue Federlook in seiner vollen Pracht erscheint. Während der Mauser stellen Hennen die Eiproduktion häufig gänzlich ein, was kein Grund zur Sorge, sondern völlig normal ist. Schließlich ist der Körper voll und ganz damit beschäftigt, sich dem neuen Look zu widmen, für die Eiproduktion bleibt dann nicht mehr genügend Energie übrig. Während der Mauserzeit sollte daher unbedingt auf eine ausgewogene Ernährung der Hühner mit verschiedenen Vitaminen, Aminosäuren, Spurenelementen und Mineralien geachtet werden. So gelingt die Mauser ohne Probleme und das neue Federkleid glänzt in voller Pracht.

Ernährung während der Mauser

Rein chemisch betrachtet besteht die Feder zum größten Teil aus Stickstoffverbindungen und Wasser, ein kleiner Teil entfällt auf Fette und Asche. Auch Schwefel, Chlor, Kieselsäure, Kalzium, Phosphor, sowie Kreatin und Eiweiß, das aus unterschiedlichen Aminosäuren zusammengesetzt ist, sind Inhaltsstoffe einer Feder. Aus dieser Fülle an Stoffen wird schnell ersichtlich, wie wichtig eine optimale Ernährung für die Mauserzeit ist. Fehlen wichtige Federbestandteile oder werden diese nicht in ausreichender Menge über das Futter zur Verfügung gestellt, kann es zu Problemen während der Mauser kommen und das spätere Federkleid ebenfalls unter diesem Mangel leiden. Eine optimale Ernährung sorgt also nicht nur für eine optimale Befiederung, sondern hilft den Hühnern auch, mit dieser körperlichen Höchstleistung fertig zu werden. Das Problem an der herkömmlichen Körnerfütterung ist ein Mangel auf verschiedenen Stoffgebieten. Etwa bei den B-Vitaminen, bei Biotin oder Vitamin D 3. Einige Spurenelemente (Selen, Eisen, Zink), Mineralien wie Calzium und Phosphor sowie diverse essentielle Aminosäuren (Lysin, Methionin) sind ebenfalls nur in unzureichender Menge enthalten und für eine gute Mauser nicht immer ausreichend.

Sie sollten den Hühnern während der Zeit des Mauserns dann über entsprechende Futterzusätze oder als wasserlösliche Präparate zugeführt werden. Auf natürlichem Weg erreicht man das über die Gabe von Grünfutter, denn hierin ist zumindest das Calzium-Phosphorverhältnis von 2:1 optimal enthalten. Für ausreichend Amino- und Fettsäuren, sowie ein gutes Vitamin-B Angebot ist Eifutter eine gute Möglichkeit, während Kieselerde für die Mineralstoffversorgung sinnvoll sein kann. Individuelles Kochfutter währen der Zeit der Mauser bietet sich ebenfalls an, lässt sich jedoch nicht ohne einen gewissen Aufwand betreiben.