Vergesellschaftung von Hühnern

Unterschiedliche Hühnerrassen gemeinsam zu halten ist keineswegs ungewöhnlich. Die meisten Hühnerrassen vertragen sich untereinander recht gut, zumindest dann, wenn man den einzelnen Charakteren Beachtung schenkt und keine Raufbolde zusammen mit eher phlegmatischen Rassen in einem Gehege hält. Doch wie sieht es aus, wenn sich Hühner mit anderen, vielleicht artfremden Tieren ein Heim teilen sollen? In vielen Fällen klappt eine Vergesellschaftung gut, dennoch passen einige Tierarten einfach nicht zueinander. Nicht immer scheitert es dabei am Huhn. Zum Beispiel sind einige Fasanenarten besonder bekannt für ihre Aggressivität während der Balz und können dann schnell Leib und Leben der Hühner (und anderer Gehegebewohner) bedrohen. Auf der anderen Seite können Neugierde und Pickfreude agiler Hühner schnell auch das Leben kleinerer Mitbewohner bedrohen, etwa das von Zwergkaninchen oder Meerschweinchen.

Hühner und Hunde

Wie Hunde auf Hühner reagieren, lässt sich im Vorfeld immer schlecht beurteilen. Sollen Hühner freilaufend gehalten werden und ein Hund ist bereits als „Familienmitglied“ auf dem Hof, so ist zunächst sein Verhalten gegenüber den sicher eingefriedeten Hühnern zu beobachten. Vielen Hunden ist das Gegacker und Gescharre der befiederten Zweibeiner relativ egal, sie scheren sich auch nicht darum, wenn die Hühnerschar auffliegt. In manchen Fällen kommt sogar ihr Beschützer- und Bewacher-Instinkt für das Huhn durch. Anderen Hunden sind Hühner nicht sonderlich geheuer, sie lassen sich jedoch weitestgehend in Ruhe. Es gibt aber auch Exemplare, denen das gackernde Federvieh ein Dorn im Auge ist und in jedem Fall gejagt und möglichst auch erlegt werden muss. An eine freilaufende Hühnerhaltung ist in diesen Fällen kaum zu denken. Hier sollte das Hauptaugenmerk auf einem gut gesicherten Stall und Auslauf liegen, damit die Hühner für den Hund ein unerreichbarer Leckerbissen bleiben.

Hühner und Katzen

Katzen stellen in der Hühnerhaltung selten ein Problem dar. Zwar finden einige Katzen Gefallen daran, Hühnern hinterherzujagen, ernsthafte Schäden fügen sie ihnen jedoch kaum zu. Die hauseigenen Hühner werden von der Katze meist als Familienmitglieder akzeptiert und in Frieden gelassen. Vorsicht ist hingegen geboten, wenn die Küken schlüpfen oder sehr junge, noch kleine Hühner gehalten werden. Sie passen wunderbar in das Beuteschema von Katzen. In dieser Zeit ist es sicherer, die kleinen Hühner so einzufrieden, dass die Katze sie nicht erreichen kann. Beobachtungen zeigen zwar, dass Entenküken deutlich häufiger von Katzen bejagt und gefressen werden als Hühnerküken, einige Katzenexemplare halten sich jedoch nicht an solche Beobachtungen und haben Hühnerküken ebenfalls zum fressen gern.

Hühner und Nager und Co.

In Streichelzoos sieht man sie immer wieder. Die Gehege in denen Kaninchen, Meerschweinchen, Hühner, Enten und vielleicht noch Schildkröten und Ziegen vergesellschaftet wurden und ohne Probleme unter einem Dach zusammen gehalten werden. In der Regel ist das auch möglich, allerdings kaum mit aktiven, temperamentvollen Hühnerrassen, die sich durch das Gehoppel und Gerenne der anderen Mitbewohner irritiert fühlen oder gar nach allzu kleinen Exemplaren hacken. Ein weiterer Punkt um eine solche Vergesellschaftung durchführbar machen zu können ist die Größe des Geheges. Sind ausreichend Platz und diverse Fluchtmöglichkeiten vorhanden, so kann das „Experiment“ einer solch artfremd zusammengewürfelten Truppe durchaus glücken und recht viel Freude bereiten. Problematisch ist hier lediglich die Fütterung, denn früher oder später siegt die Neugier und auch das „artfremde“ Futter wird gekostet, vielfach für gut befunden und lieber gefressen, als das für die jeweilige Rasse vorgesehene. Oft ist dann eine ausgewogene Ernährung nicht mehr gewährleistet, für die ernsthafte Zucht ein absolutes NO-GO. Hier hilft dann nur die Abgrenzung: Entweder die Einzelhaltung unterschiedlicher Arten oder ein kleines Hobby-Chaos, bei dem die Zucht kaum eine Rolle spielt.