Legehühner

Die Klassifizierung der Hühnerrassen erfolgt nicht ausschließlich nach ihrem äußeren Erscheinungsbild, sondern auch nach ihrem Nutzen. Haushühner können, sofern ihnen täglich das Ei genommen wird, pro Jahr eine beachtliche Menge an Eier produzieren. Während in der Agrarindustrie fast ausschließlich Hybridrassen zum Einsatz kommen, die auf eine möglichst hohe Legeleistung gezüchtet wurden, erfreut sich der Hühnerzüchter, neben den optischen Reizen seiner Hühner, zunehmend auch an deren Eileistung.

Legehühner

Legehühner zur Eiproduktion

Wer seine Hühner also nicht nur zum ansehen und für den „Teller“ züchten, aber trotzdem einen Nutzen aus ihnen ziehen möchte, der ist mit einer legefreudigen Hühnerrasse – Legehühnern – gut bedient. Oft handelt es sich bei den Legehuhnrassen um leichtere Hühnerrassen, die in eine mittelschwere Gewichtsklasse fallen. Durch ihr agiles Wesen warten sie zwar mit einem guten Appetit auf, setzten aber deutlich weniger Fleisch an, als die schweren und gemächlichen Fleischhuhnrassen. Übrigens entpuppen sich auch einige Kampfhuhnrassen als fleißige Eierleger, eignen sich aufgrund ihres sehr muskulösen und sehnigen Körperbaus jedoch weniger gut für den Verzehr. Die meisten Hühnerrassen, die zu den Legehühnern, geben aber dennoch einen schmackhaften Braten ab und reichen durchaus, um eine Mehrköpfige Familie satt zu bekommen. Als reine Legehühner sind darüber hinaus die Leghorn weit verbreitet. Auch dieses Huhn ist sehr leicht und kommt mit einem lebendigen Charakter daher, „frisst“ sich also weniger Fleisch an, als so manches Fleischhuhn. Die Brutneigung des Leghorns ist allerdings nur spärlich ausgeprägt, dafür beschert es seinem Besitzer eine wahre Eierflut.

Viele Hühnereier als Nutzen

Seine Legefreude ist zudem der Grund, weshalb es in der Vergangenheit als Zuchtgrundlage zahlreicher „Industriehühner“ genutzt wurde.

Typische Legehühner

Genauso, wie es auf guten Fleischansatz hin gezüchtete Hühnerrassen gibt, sind auch in punkto Legeleistung einige besonders fleißige Exemplare unter den zahlreichen Geflügelrassen zu finden. Mit den Hybridrassen der Agrarindustrie, die jährlich auf bis zu 320 Eier kommen, können sie zwar nur schwerlich mithalten, für den Hausgebrauch liefern diese Legehühner mit 180 bis 220 Eiern pro Jahr jedoch eine durchaus annehmbare Menge. Zu den Legehühnern, die sich mit einer guten Legeleistung, dafür aber einem eher geringen Fleischansatz profilieren, gehören zum Beispiel:

Einige Legehühner Rassen im Überblick

Leghorn Hühner

Für den Laien ist der Unterschied zwischen Leghorn und dem weißen Farbschlag der Italiener nicht zu erkennen. Wahrscheinlich ist eine Unterscheidung ohnehin lediglich auf dem Papier möglich, denn auf internationaler Ebene werden die beiden Rassen teilweise synonym verwendet. Im Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter gelten Leghorn und Italiener jedoch als eigenständige Rasse und sind beide anerkannt. Dass …

Kraienköppe

Was einst als reiner Kämpfer erzüchtet wurde, zählt heute zu einem beliebten Nutzhuhn. Schönheit und Leistung wurden bei den Kraienköppen durch den Menschen auf ideale Weise vereint. Die Kraienköppe, die als „Biethaunderns“ oder auch „Twense Grijse“ um das Jahr 1860 erstmals von den Brüdern Lazonder aus den Niederlanden (Enschede) erzüchtet wurden, haben obschon ihrer Namensähnlichkeit …

Friesenhuhn

Woher das Friesenhuhn ursprünglich stammt, ist bis heute nicht bekannt. Sicher ist hingegen, dass es schon seit vielen Jahrhunderten auf friesischen Bauernhöfen beheimatet ist und sich während dieser Zeit kaum mit fremden Rassen mischte. Gezielt fremdes Blut eingekreuzt wurde erst im zwanzigsten Jahrhundert. Hier kreuzte man das Friesenhuhn regelmäßig mit Hamburgern. Über die Ursprünge wird …

Araucana

Mit letzter Sicherheit kann es niemand sagen, wo die Araucana ihren Ursprung finden. Es deutet jedoch alles darauf hin, dass sie aus den halbwilden Hühner der Inselbewohner der Südsee und den von verschiedenen Seefahrern eingeführten Mittemeerhühnern entstanden sind. Erstmals wurde das Erscheinen dieser Hühner 1890 dokumentiert – als halbwild lebende Hühner der amerikanischen Mapuche-Indianer (Araukaner), …

Barnevelder Hühner

Das Barnevelder Huhn ist eigentlich eher „zufällig“ entstanden und entspringt nicht etwa einer geplanten Rasseneuzüchtung. Lange Zeit einziges Zuchtziel war die Farbe der Eierschale. Nach ihrem Heimatort Barneveld benannt, war das Barnevelder Huhn lange Zeit örtlich auf diese Region begrenzt. Der Grund war das züchterische Ziel der holländischen Bauern: Ein Huhn, das die bei den …

Brakel

Das Brakel Huhn zählt mit zu den ältesten Haushuhnrassen überhaupt. Schon seit Jahrhunderten wurden im westlichen Europa Landhühner gehalten. Es wird vermutet, dass die Brakel Hühner aus ihnen erzüchtet wurden. Möglicherweise gelangten die Vorfahren des Brakel Huhns im sechzehnten Jahrhundert über die Türkei in den Westen, es könnte aber auch vom französischen Bresse Huhn abstammen. …

Rheinländer Hühner

Noch heute gelten viele Teile der Eifel als strukturschwach, die Industrialisierung ist hier wenig fortgeschritten, dafür ist die Landschaft stark landwirtschaftlich geprägt. Dies zum Anlass nehmend, fiel Ende des 19. Jahrhunderts Dr. Rudolf von Langen das in der Eifel weit verbreitete, robuste Landhuhn auf. Er war jedoch der Meinung, die Eifelbewohner hätten ein leistungsstärkeres Huhn …

Hamburger Hühner

Anders, als der Name vermuten lässt, sind die Hamburger Hühner aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in Hamburg entstanden. Ihr Name rührt vielmehr daher, dass viele Waren, unter anderem auch Tiere, in früheren Zeiten über den Hamburger Hafen nach England gelangten. Hier erhielten die Hühner dann den Sammelbegriff Hamburgh Poultry. Der Ursprung der Hamburger Hühner wird somit …