Naturbrutfähige Hühnerrassen

Sämtliche Hühnerrassen, die heute in den Ställen von Hobbyzüchtern oder auch auf großen Zuchtfarmen leben, stammen von Wildhühnern ab. Während das Wildhuhn im Jahr etwa zwanzig Eier legte, wurden unsere heutigen Hühner auf eine vermehrte Eiproduktion domestiziert. Legerassen bringen es dabei auf bis zu 300 Eier im Jahr. Werden die gelegten Eier nicht täglich entfernt, so stellt sich normalerweise der Bruttrieb ein.

Naturbrut Hühnerrasse

Bei zahlreichen modernen Hühnerrassen wurde der Bruttrieb jedoch so stark zugunsten der Legeeigenschaften weggezüchtet, dass auch beim Verbleiben der Eier im Nest kein Bruttrieb einsetzen würde. Solche Hühnerrassen weiter zu züchten, gelingt somit in den meisten Fällen nur durch die künstliche Brut. Nach wie vor gibt es aber noch zahlreiche naturbrutfähige Hühnerrassen, die eine Naturbrut ohne große Komplikationen zulassen. Manchmal zeigen aber auch diese Rassen ein gestörtes Brutverhalten und verlassen ihre Nester, bevor die Küken geschlüpft sind. Ein Phänomen, das oft bei Hühnern zu beobachten ist, die selbst in einem Brutapparat zur Welt gekommen sind.

Naturbrutfähige oder nicht?

Mehr als 180 Hühnerrassen sind im europäischen Rassegeflügelstandard aufgeführt. Weltweit dürften ungleich mehr Rassen existieren, bezieht man auch die unterschiedlichen Kreuzungsmöglichkeiten mit ein. Eine Vielzahl der im Bestand befindlichen Hühner ist dabei innerhalb einer Brutmaschine zur Welt gekommen, kein Wunder, gestaltet sich die künstliche Brut doch gerade bei Hühnern recht einfach. Problematisch wird es dann jedoch, Rassevertreter zu finden, dessen natürlicher Bruttrieb nach wie vor erhalten geblieben ist. Etliche Wirtschaftshühner und Landhuhnrassen, die speziell auf eine hohe Lege-, bzw. Mastleistung hin gezüchtet worden sind, haben den Bruttrieb zu diesen Gunsten eingebüßt. Hühnerrassen, die einen nur spärlichen oder gar keinen Naturbruttrieb aufweisen sind zum Beispiel Amrocks, Deutsche Sperber und auch bei Maran oder Sundheimer Hühnern ist der Bruttrieb eher verhalten. Angaben über die Brutlust einzelner Rassen sind dabei in der Regel im Rassegeflügelstandard nachzulesen. In machen Fällen kann eine Futterumstellung auf Weizen den „verlorenen“ Bruttrieb auch wieder erwecken. Bei manchen Rassevertretern ist allerdings Hopfen und Malz verloren. Sie brüten auch unter besten Bedingungen nicht, da der Bruttrieb einfach gänzliche abgezüchtet wurde.

Einige naturbrutfähige Rassen im Überblick

Brahma Hühner

Wo diese imposanten, riesig erscheinenden Hühner mit ihren Federfüßen nun herkommen, darüber sind sich Gelehrte und Züchter nach wie vor nicht einig. Ist es Indien, immerhin wurden sie nach dem dort verlaufenden Brahmaputra-Fluss benannt, oder vielleicht doch Amerika? Berichten zufolge wurden die ersten Brahma Hühner 1846 von einem gewissen Chamberlain einigen Matrosen am New Yorker […]

Cochin

Ursprünglich stammt das Cochin Huhn aus Cochin-China (heute Vietnam), wo es seit den 1850er Jahren auch als Shanghai Huhn bekannt war. Königin Victoria soll es gewesen sein, die dem Cochin Huhn auch in westlichen Breitengraden zu Ruf und Ansehen verholfen hat. Und tatsächlich nahmen die Cochin Hühner großen Einfluss auf viele andere Hühnerrassen, vornehmlich bei […]

Orpington

Ihr Herkunftsland können die Orpington Hühner nicht verheimlichen, entstammen sie doch William Cook vom englischen Hof Orpingtonhouse, der diese schweren Hühner Ende des 19. Jahrhunderts kreierte. Hierzu bediente er sich der erst im Jahr 1872 eingeführten Hühnerrasse Croad-Langschan und den ursprünglich aus Spanien stammenden Minorka Hühnern. Da die beiden Rassen aufgrund von Fehlern für Ausstellungszwecke […]

Seidenhühner

Kaum eine Hühnerrasse ist mit so vielen Besonderheiten ausgestattet wie das Seidenhuhn. Obwohl es zu einer der ältesten Hühnerrassen überhaupt zählt, ist das Seidenhuhn bei Züchtern bis heute eher selten zu finden. Schon Jahrhunderte vor Christus wurden Hühner mit besonders seidigem Federkleid von Aristoteles erwähnt, den genauen Ursprung des Seidenhuhns konnte man jedoch bis heute […]

Wenn der Bruttrieb zum Problem wird

Rein theoretisch können Hennen das ganze Jahr über brütig werden. Einige übertreiben es dabei allerdings. Manche naturbrutfähige Rassen sind mitunter so brutlustig, dass sie auch dann mit der Brut beginnen, wenn der Mensch so gar nicht damit einverstanden ist. Vor allem, wenn sich die Henne dazu entscheidet, in der zweiten Jahreshälfte noch mal zur Brut zu schreiten. Die Nachzucht entwickelt sich dann jedoch nicht so gut, wie Küken, die im ersten Halbjahr geboren werden, da sie aufgrund der Witterung den Großteil ihrer Energie in die Thermoregulation stecken müssen. Bei manchen Exemplaren hilft dann selbst das Entfernen der Eier nicht – es wird trotzdem munter weiter (Luft) gebrütet. An ein Frühstücksei ist in dieser Zeit natürlich nicht zu denken, ist die Henne doch voll und ganz mit dem Brüten beschäftigt. Ist das Futter zu gehaltvoll, das Angebot zu reichlich, so stellt sich auch in der Natur unweigerlich der Bruttrieb ein. Um den störenden Bruttrieb in menschlicher Obhut zu unterbinden kann demnach eine Futterumstellung sinnvoll sein. Mitunter kann es auch nötig sein, die Henne einfach vom Nest zu heben und sie an einen anderen Ort zu verbringen. Eine Methode, die jedoch nicht immer Erfolg verspricht.