Zwerghühner – kleines Huhn mit großem Wert

Hühnerrassen gibt es wie Sand am Meer, noch umfangreicher ist die Palette, wenn man die einzelnen Farbschläge hinzuzählt. Neben den großen Hühnerrassen, dem gängigen Pendant der Hühner, wie sie in zahlreichen Hühnerställen zu finden ist, haben sich aber auch kleine, niedliche Hühner immer mehr in die Herzen der Züchter vorangearbeitet: Die Zwerghühner. Wobei „die“ es nicht so ganz trifft, denn auch Zwerghühner gibt es in zahlreichen Rassen und Farbschlägen. Dabei lassen sich die Zwerghühner in zwei Kategorien einordnen. Die ursprünglichen Zwerghühner, jene Rassen, von denen keine Großform existiert (Bantam, Antwerpener Bartzwerge, etc.) und die aus menschlicher Zuchtleistung entstandenen Zwerge großer Rassen, also nichts anderes, als ein gezielte „Verkleinerung“ gewöhnlicher Hühnerrassen.

Zwerghühner - Rasse Chabo

Allerdings ist die Annahme, Zwerghühner seien „nur“ kleine Hühner falsch! Eine Hühnerrasse beliebig zu verändern ist zwar ein netter Gedanke, wenn aber aus einer großen Hühnerrasse ein Zwerg werden soll, gilt es, die Gesetze der Natur zu beachten. Sie müssen also dem großen Vorbild in den wesentlichen Punkten entsprechen, dabei aber keinesfalls verkümmert wirken. Die Proportionen müssen an die neue Größe angepasst sein und die „fertigen“ Zwerghühner eine Art der Niedlichkeit in sich vereinen. Würde es eine Schrumpfmaschine geben, sie wäre bestens dazu geeignet, diese Anforderungen zu erfüllen und aus großen Hühnern kleine, drollige Zwerghühner mit stimmigen Proportionen machen.

Der Weg zum Zwerghuhn

Wie werden nun aus großen Hühnern Zwerghühner? Domestizierte Hühnerrassen wurden und werden immer mehr auf die menschlichen Bedürfnissen und Idealen modifiziert. In erster Linie hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Leistung, ihrer Optik und den veränderten Haltungsbedingungen. Der menschliche Wille spielt also bei der Hühnerzucht eine gewichtige Rolle, doch lange Zeit wurde die Zucht ohne einen Gedanken an Vererbungslehre und Medel`sche Regel vollzogen. Erfahrungswerte und Intuition haben den Menschen bei seiner züchterischen Tätigkeit geleitet und so langsam aber sicher zu Veränderungen geführt. Erst um das Jahr 1900, lange nach Mendels Tot, wurde der Wert seiner Vererbungsregeln erkannt, denn hiermit ließen sich die angestrebten Veränderungen nun innerhalb eines wesentlich kürzeren Zeitraums durchführen. Aus großen Hühnerrassen wurden so neue, kleine Rassen modelliert, die ihrem großen Pendant in nichts nachstanden. Die proportionale Größenverringerung durch menschliche Zuchtauswahl erfordert dennoch ein Höchstmaß an Durchhaltevermögen und Intuition. Zwar sind Mutationen und die Anlage zum Zwerg bei großen Hühnerrassen gegeben, können durch verschiedene Umwelteinflüsse (Treibfutter, unbeschränkter Auslauf) aber wieder zerstört werden. Hier gilt es, diese Neigungen frühzeitig zu erkennen und mit jenem Zuchtmaterial immer weitere Verfeierungen durchzuführen, bis das Endziel, die Zwerghühner, erreicht ist. Natürlich nicht, ohne einen Blick auf die Mendel`schen Regeln zu werfen, die Erbmasse ab einem gewissen Punkt zur Ruhe kommen zu lassen und die kleine Rasse durch gezielte Linienzucht in sich zu festigen.

Eigenschaften und Verwendung von Zwerghühner

Die veränderten Haltungsmöglichkeiten von Hühner haben den Zwerghühnern einen deutlichen Aufschwung verliehen. Oftmals ist die Anschaffung von Zwerghühner die einzige Möglichkeit, überhaupt Hühner zu halten, denn durch ihre geringe Größe kommen sie mit einem recht geringen Platzangebot aus und lassen sich auch in kleinen Volieren halten.

Zwerghahn

Ein Zuchtstamm Zwerghühner kann schon auf 10 bis 20 Quadratmetern wunderbar gedeihen und bringt zudem täglich frische Eier auf den Tisch. Die unterscheidet sich aber hinsichtlich der Kategorisierung recht stark. Während die Urzwerge es auf rund 30 bis 40 Eier pro Jahr bringen, sieht es in Sachen Wirtschaftlichkeit bei erzüchteten Zwerghühnern schon deutlich positiver aus. Sie bringen es im Schnitt auf eine jährliche Legeleistung von rund 180 Eiern und auch die Eigröße kann sich durchaus sehen lassen. Bis zu 60 Gramm schwere Eier sind für Zwerghühner im Verhältnis zu ihrem zierlichen Körperbau schon eine beachtliche Leistung. Verglichen mit den große Hühnerrassen ist die Wirtschaftlichkeit jedoch eher gering, die bringen es nämlich auf bis zu 300 Eier pro Jahr. Um den Eigenverbrauch zu decken, ist die Zwerghuhnhaltung im eigenen Garten jedoch eine wunderbare Möglichkeit und löst, neben dem Platzproblem, auch gleich einen weiteren Konflikt: Das Schlachten. Als Fleischlieferant eigenen sich die Zwerghühner nämlich nicht. Zu gering ist die Fleischmenge, zu niedlich und zutraulich ihr Wesen.