Ein Gartenhaus zu einem Hühnerstall umbauen

Ein Gartenhaus kann mit einigen Umbaumaßnahmen sehr einfach zu einem Hühnerstall umgebaut werden. Ob man bereits ein Gartenhaus besitzt oder den Kauf plant, man sollte einige Dinge beachten wenn man es als Hühnerstall verwenden möchte. Im Folgenden wollen wir auf die grundlegenden Maßnahmen eingehen, die beim Umbau notwendig sind.

Ein Gartenhaus zum Hühnerstall umbauen

In der Regel sind im Gartenhaus bereits Fenster verbaut. Ist dies nicht der Fall sollte man unbedingt ein bis zwei große Fenster einbauen. Speziell im Sommer lädt sich das Gartenhaus durch die Sonne stark auf, sodass im Inneren Temperaturen von 40 bis 50 Grad entstehen können. Diese für die Hühner unerträglichen Temperaturen lassen sich durch Luftzirkulation durch geöffnete Fenster vermeiden.

Der Boden des Gartenhauses

Wenn das Gartenhaus als Hühnerstall eingesetzt wird, dann ist der Boden viel höheren Belastungen ausgesetzt als bei menschlichen Benutzern. Der feuchte, aggressive Kot der Hühner macht dem Boden des Gartenhauses schwer zu schaffen.

Verwendet man ein Gartenhaus mit Betonboden, dann ist dies natürlich völlig unproblematisch. Achten sollte man nur darauf dass man im Winter eine hohe Schicht Einstreu verwendet, sodass die Hühner nicht auf dem kalten Boden stehen müssen.

Wird jedoch ein Gartenhaus mit Holzboden verwendet, muss man dafür Sorge tragen das das Holz mit diesen Belastungen klar kommt. Eine sehr hochwertige Lasur, mit der der Holzboden mindestens drei Mal üppig eingestrichen wird, verlängert die Haltbarkeit des Bodens um viele Jahre.

Die Hühnerklappe und der Freilauf

Einige Gartenhäuser haben ein großes Vordach, aus dem man sehr einfach einen Außenbereich, also eine Außenvoliere für die Hühner bauen kann. Dazu zieht man einige vertikale Führungsleisten ein und bespannt die Flächen mit feinmaschigem Volierendraht. Die Maschenweite sollte dabei 1 mal 1 Zentimeter nicht übersteigen um auch kleine Raubtiere wie Ratten und Wiesel fern zu halten.

Da Hühner jedoch sehr gerne auf einer Wiese umhertoben und bei einem großen Freilauf nur sehr wenig Hühnerfutter zugefüttert werden muss, sollte man den Hühner wenn immer möglich einen großen Freilauf anbieten. Bei den meisten Hühnerrassen genügt ein umzäuntes Stück Wiese im Anschluss an den Hühnerstall. Um die Hühner vom Hühnerstall in den Freilauf zu lassen genügt eine Hühnerklappe an einer geeigneten Stelle am Gartenhaus. Wenn man die Hühnerklappe nicht in Bodennähe, sondern in einer Höhe von 50 Zentimetern anbringt und eine Hühnerleiter installiert, verhindert man dass Mäuse und Ratten den Hühnerstall aufsuchen und sich am Hühnerfutter zu schaffen machen.

Inneneinrichtung des Gartenhauses

Um das Gartenhaus zu einem vollwertigen Hühnerstall umzubauen sind auch einige Anpassungen an der Inneneinrichtung notwendig.

Für den Halter leicht erreichbar müssen Legenester installiert werden, in die die Hühner ihre Eier legen können. Idealerweise wählt man dafür einen Platz in der Nähe der Türe des Gartenhauses. Die Legenester werden in einer Höhe von 50 Zentimeter angebracht. Ob man sich für mehrere Einzelnester entscheidet oder ein Gruppennest bevorzugt bleibt dem Halter überlassen.

Da die Hühner nach Einbruch der Dunkelheit aufbäumen, also erhöhte Schlafplätze aufsuchen müssen in dem Gartenhaus Sitzstangen angebracht werden, die die Hühner meist sehr schnell annehmen. Diese Sitzstangen sollten auf jeden Fall höher angebracht werden wie Legenester und die Hühnerklappe. Sonst werden die Hühner die Sitzstangen meiden und in der Nacht die Legenester aufsuchen.

Ecken und Kanten – Vorbeugung gegen Milben

Ob durch den Umbau entstanden oder bereits durch die Herstellung des Gartenhauses bedingt sind in einem Gartenhaus aus Holz viele Ecken und Ritzen vorhanden. Diese werden später von Ungeziefer wie Milben als Verstecke genutzt und machen den Hühnern und damit auch dem Halter schwer zu schaffen. Dies kann man verhindern indem man sämtliche Ecken und Ritzen verschließt. Dazu werden alle Risse im Holz, Ritzen an den Ecken und Schnittkanten, aber auch kleinere Hohlräume an den Sitzstangen mit Silikon oder Acryl aus dem Baumarkt verschlossen. Auch wenn diese Arbeit einige Zeit in Anspruch nimmt lohnt sie sich in jedem Fall

Fertigstellung und Einzug der Hühner

Nachdem man sämtliche Arbeiten am Gartenhaus abgeschlossen hat, kann man sich über einen artgerechten und praktischen Hühnerstall freuen und alles für die Ankunft der Hühner vorbereiten. Die Einstreu wird im Hühnerstall verteilt, die Futterstelle vorbereitet und frisches Wasser in die Tränke gefüllt.

Nachdem die Hühner eingetroffen sind schließt man die Hühnerklappe und lässt die Hühner in den neuen Hühnerstall. Am besten lässt man sie nun 1-2 Stunden völlig allein im Stall um sich an das neue Umfeld zu gewöhnen. Nach einiger Zeit kann man dann mal nach ihnen schauen und beurteilen ob die normalen anfänglichen Streitigkeiten im Rahmen bleiben und die Hühner sich im Gartenhaus wohl fühlen. Dann lässt man die Hühner noch für mindestens 24 Stunden im Hühnerstall vor man die Hühnerklappe öffnet und sie das erste Mal in den Freilauf lässt.