Kunstbrut – der Brutschrank

Sollen oder wollen die eigenen Hennen nicht so recht brüten, ist die Kunstbrut eine hervorragende Lösung, um den Hühnerbestand gezielt zu steuern. Die Vorteile liegen auf der Hand: Bei der Kunstbrut können meistens deutlich mehr Eier ausgebrütet werden, als bei der Naturbrut, denn die natürliche Grenze der Henne liegt bei 10 bis 15 Eiern pro Brut. Auch die Terminierung des Schlupfes lässt sich bei der Kunstbrut exakt steuern und ist nicht von der Brutlust der Henne abhängig. Eine der wohl wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen der Kunstbrut ist dabei die möglichst präzise Simulation der Naturbrut. In der Regel ein relativ einfaches Unterfangen, wenn die geeignete Technik zur Verfügung steht. Zum Beispiel ein Brutschrank.

 

Woraus besteht ein Brutschrank

Ein Brutschank, egal ob kleines Pendant oder großes Profigerät mit einem Fassungsvermögen von mehreren Hundert Eiern, besteht aus einemHeizraum und einem Brutraum.

Aufbau des Brutschrankes

Im Heizraum ist die Technik untergebracht, die zum Betrieb des Brutschranks nötig ist, im Brutraum selbst ist ausreichend Platz für die zu bebrütenden Eier. Das Wichtigste bei Brutschränken, die auch als Schrankbrüter bezeichnet werden, ist dabei der Ventilator. Er sorgt dafür, dass die zur Brut nötige Temperatur im Brutschrank konstant eingehalten wird, um ein möglichst naturnahes Brutklima zu generieren. Gleichzeitig verteilt er die Feuchtigkeit, die zumeist von einemWasserbecken im unteren Bereich des Brutschranks bereitgestellt und von einer Heizung erhitzt wird, im Brutraum. Für eine ausreichende Lüftung, schließlich benötigen die Küken auch im Ei Sauerstoff, befinden sich seitlich oder auf dem Brutschrank so genannte Lüftungsrosetten. Die Simulation der brütenden Henne ist nun fast perfekt, doch eine wichtige Kleinigkeit fehlt noch: Die Wendung. Da die Henne bei der Naturbrut ihre Eier täglich mit akribischer Genauigkeit dreht, muss dieser Aspekt auch bei der Kunstbrut beachtet werden. Moderne Brutschränke verfügen zumeist über vollautomatische Roll- oder Kippwendungen, die die Bruteier ohne menschliche Hilfe bewegen und so das natürliche Vorgehen der Henne simulieren.

Temperaturregelung im Brutschrank

Je nach Ausführung des Brutschranks erfolgt das Einstellen der Bruttemperatur über einen Regler oder wird mittels Tastatur auf den richtigen Wert eingestellt. Die Eingabe der korrekten Bruttemperatur über einen Drehregler am Brutschrank ist jedoch etwas mühsamer und nimmt mehr Zeit bis zur Inbetriebnahme in Anspruch, da die passende Bruttemperatur erst ermittelt werden muss. Hierzu wird der Regler zunächst auf einen beliebigen Wert gestellt und mittels Temperaturkontrolle so weit hoch oder runter reguliert, bis die exakte Bruttemperatur gefunden ist. Bei computergesteuerten Brutschränken oder Brutschränken mit Digitalanzeige ist lediglich die Eingabe der gewünschten Temperatur über eine Tastatur nötig. Der Brutschrank heizt sich dann langsam bis zum Sollwert auf. Die Exaktheit der eingestellten Temperatur sollte aber dennoch mittels Thermometer kontrolliert werden.

Feuchtigkeitsregulierung im Brutschrank

Um ein möglichst gutes Schlupfergebnis bei der Kunstbrut zu erreichen, ist eine gewisse Luftfeuchtigkeit im Brutschrank nötig. Diese muss sich regulieren lassen, da die Eier kurz vor dem Schlupftermin eine höhere Luftfeuchtigkeit benötigen, als zu Beginn der Brut. Es gibt zwar mehrere Möglichkeiten der Feuchtigkeitsregulierung, die meisten ventilatorbetriebenen Brutschränke verfügen jedoch über ein oder mehrere Wasserbecken im unteren Bereich des Schrankes, die mit einem Heizstab versehen sind. Je nach benötigtem Feuchtigkeitsgehalt der Luft im Brutraum werden die Wasserbecken dann gefüllt und durch den Heizstab temperiert, wodurch das Wasser verdunstet und mit Hilfe der Ventilation als feuchtwarme Luft in den Brutraum gelangt.

Wenden im Brutschrank

Ein wesentlicher Punkt, der zum Gelingen der Kunstbrut unabdingbar ist, ist das regelmäßige Wenden der Bruteier. Brutschränke sind hierfür mit unterschiedlichen Techniken ausgestattet, die mal mehr mal weniger „Körpereinsatz“ des menschlichen Brüters erfordern. Die wohl komfortabelste Möglichkeit sind vollautomatische Wendungen. Entweder mit Rollwender oder mit Kippwender ausgestattet, werden die Eier dann gänzlich automatisch von der Technik des Brutschranks gewendet, bzw. bewegt. Bei der manuellen oder halbautomatischen Wendung ist das händische Eingreifen des Hühnerhalters gefordert, der dann die Bruteier täglich per Hand wenden muss. Zumeist erfolgt das Wenden hierbei über eine Rollhorde, die von außen manuell bedient werden kann. Das Wenden jedes Eis per Hand ist gegenüber der halbautomatischen Wendung deutlich unkomfortabler und birgt zudem den Nachteil, dass der Brutraum zum Wenden jedes Mal geöffnet werden muss. Das wirkt sich negativ auf das Klima im Inneren des Brutschranks aus und verschlechtert durch die stetige Klimaschwankung zudem das Schlupfergebnis.