Kükenschlupf bei der Kunstbrut

Während bei der Naturbrut die Henne für die richtigen Umgebungsfaktoren und den korrekten Umgang mit den Bruteiern sorgt, obliegt es bei der Kunstbrut dem Hühnerhalter. Hierzu gehört neben dem regelmäßigen Wenden der Eier bis zum 18. Tag auch die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit am Schlupftag. Bei modernen Brutmaschinen läuft die Regulierung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, sowie die Wendung der Bruteier in der Regel vollautomatisch ab. Lediglich rechtzeitig vor dem Schlupftag ist darauf zu achten, die Eier von der Wendung auf die Schlupfhorde umzulegen. Idealerweise erfolgt das Umlegen dann, wenn die Eier ohnehin nicht mehr gewendet werden sollten, also am 18. Tag.

Der Schlupftag

Je nachdem, welches Alter die Bruteier beim Einlegen in die Brutmaschine hatten, um welche Hühnerrasse es sich handelt und welche Bruttemperatur und Feuchtigkeit gewählt wurde, können die Eier bereits am 19. Tag angepickt sein oder sich der Schlupf mitunter bis zum 24. Tag hinauszögern. In machen Fällen kommt es vor, dass einige Bruteier zwar angepickt sind, das Küken den Weg aus dem Ei jedoch nicht findet.

Brutei angepickt

In vielen Fällen hängt dieses „Feststecken“ mit einer falschen Luftfeuchtigkeit zusammen. Bevor es das Küken aus dem Ei geschafft hat, ist die Eihaut an ihm festgetrocknet und ein Drehen, geschweige denn ein „aus dem Ei pellen“ wird unmöglich. Zwar wird immer von der goldenen Regel berichtet, dem Küken nicht aus dem Ei zu helfen, da in den meisten Fällen zu schnell eingegriffen wird und somit der Dottersack vom Küken noch nicht eingezogen wurde, in vielen Situationen hat diese kleine Pellhilfe allerdings so manch einem Küken schon das Leben gerettet. Auch Fehl- und Missbildungen frisch geschlüpfter Hühnerküken gehören leider in den Alltag eines Hühnerzüchter. In diesen Fällen sollte menschliches Eingreifen natürlich oberste Pflicht sein und ohne Umwege erfolgen, um den Küken etwaige Qualen zu ersparen.

Nach dem Schlupf

Die frisch geschlüpften Küken können ruhigen Gewissens bis zu zwei Tagen im Brüter verbleiben. In der Regel sollten es dann auch alle Küken aus ihren Eiern geschafft haben.

Küken nach dem Schlupf

Für die Ernährung in dieser Zeit ist es übrigens nicht nötig Futter und Wasser in den Brüter zu stellen, der Dottersack sorgt für die erforderliche Nahrungsversorgung. Um den noch nicht geschlüpften Küken jedoch die Möglichkeit zu geben, in Ruhe und ohne Störung zu schlüpfen, werden die bereits ausgeschlüpften Küken Idealerweise aus der Brutmaschine genommen und in eine geeignete Kinderstube verbracht. Verbleiben alle gemeinsam im Brüter, so können die Erstgeschlüpften durch ihre Agilität die im Schlupf befindlichen Artgenossen mitunter bei ihren Bemühungen stören.

Unterbringung der Küken nach dem Schlupf

Die wichtigsten Komponenten für die Küken nach dem Schlupf sind Wärme, geeignetes Futter und frisches Wasser. An die Optik ihrer Kinderstube stellen die kleinen Flauschbälle dabei keine Ansprüche, nur warm, zugfrei und gemütlich sollte sie sein und dabei die Natur nach Möglichkeit optimal imitieren. Im Handel sind spezielle Kükenheime erhältlich, ebenso gut geht es mit einem ausgedienten Nagerkäfig oder einem großen Karton, lediglich für die nötige Wärme muss nun noch gesorgt werden. Rotlicht, bzw. Wärmelampen sind als Wärmequelle zur Kükenaufzucht zwar geeignet, natürlichere Bedingungen geben hingegen so genannte Kükenaufzuchtwärmeplatte. Sie besteht aus einem Plattenheizelement, dass auf vier höhenverstellbaren Beinen ruht. Die Küken können sich so, ähnlich wie bei der natürlichen Aufzucht unter der Henne, unter die Heizplatte begeben und sind optimal gewärmt. Je nach Größe der Küken lässt sich die Heizplatte dann in der Höhe verstellen, sodass sich auch größere Küken bei Bedarf darunter zurückziehen können. In den ersten Wochen wird den Küken in einem geeigneten Behältnis dann spezielles Kükenaufzuchtfutter angeboten. Das in Mehl- oder Pelletform erhältliche Futter kann von den kleinen Schnäbeln sehr gut aufgenommen werden und versorgt die Kleinen mit allem, was sie für ein gesundes Wachstum benötigen. Eine Schale mit für die Verdauung wichtigen Sand sollte ebenfalls immer zur Verfügung stehen. Frisches, sauberes Wasser wird möglichst in einer Stülptränke serviert.

Küken trinken Wasser

Sie ist für die kleinen Küken gut zugänglich, weitestgehend vor Verunreinigungen durch unfreiwilliges Baden geschützt und kann gut saubergehalten werden, um mögliche Krankheitskeime zu minimieren. Nach etwa sechs Wochen, wenn aus den Flauschbällen schon kleine Federbälle geworden, sie also weitestgehend durchgefiedert sind, kommen die Küken ohne Wärmequelle aus und können in den „echten“ Hühnerstall, bzw. ins Freigehege umziehen.