Motorbrüter zur Kunstbrut

Der Motorbrüter ist unbestritten die beste Wahl für die künstliche Brut. Durch die genaue Temperatursteuerung und die Feuchteregulierung schafft er sehr gute Schlupfraten. Da ein vernünftiger Motorbrüter einen gewissen Preis hat, bleibt er meist Profis und langjährigen Züchtern vorbehalten.

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Der Motorbrüter – Praxistipps und Empfehlungen

Wer eine Brutmaschine besitzt, der kann unabhängig von der Brutstimmung der eigenen Hühnerdamen agieren und seine Zucht vorantreiben. Mit Hilfe eines Brüters lassen sich zum einen mehr Küken generieren und zum anderen deutlich besser kontrollieren, welches Küken aus welchem Ei geschlüpft ist. Für eine gezielte Zucht ist eine Brutmaschine von unschätzbarem Wert.

Motorbrüter zur Kunstbrut

Allerdings hält der Fachhandel allerlei unterschiedlicher Varianten bereit, die es zu sondieren gilt. Wir helfen mit Tipps und Empfehlungen bei der Frage, welcher Motorbrüter der richtige ist.

Was ist ein Motorbrüter

Der Motorbrüter ist anders als ein Flächenbrüter ein kompakter Brutschrank zumeist mit durchsichtiger Front und Innenbeleuchtung, den es in diversen Größen und Ausstattungsvariationen zu erstehen gibt. Konzipiert ist er wie eine Art Kühlschrank mit, je nach Fassungsvermögen, mehr oder weniger vielen Einschubmöglichkeiten für die Wendehorden. Entsprechend dessen benötigt ein Motorbrüter einen bestimmten Platzbedarf, ist dafür aber auch in der Lage, mehr Eier in einem Brutvorgang zu bebrüten.

Ausgestattet mit einem Ventilator zirkuliert die warme Luft in einem Motorbrüter und auch ein manuelles Lüften wie beim Flächenbrüter ist dank eingebauter Lüftungsschlitze nicht nötig. Für den ambitionierten Züchter, der sich noch dazu mit einer schlecht in Brutstimmung kommenden Hühnerrasse befasst, ist ein Brutschrank eine gute Möglichkeit, den Bestand selektiv zu optimieren.

Motorbrüter sind hinsichtlich der Anschaffungskosten relativ kostenintensiv. Je nachdem, welches Fassungsvermögen und welche technischen Ausstattungsmerkmale sie aufweisen, sind Motorbrüter ab etwa 400 Euro zu bekommen.

Vor- und Nachteile von Motorbrütern

Der größte Vorteil des Motorbrüters ist die gleichmäßige Verteilung der Wärme, die somit für ein gleichbleibendes Brutklima sorgt und dadurch eine optimale Schlupfrate generiert. Je nach Ausstattung erfolgt die Wendung vollautomatisch, ebenso wie die Kontrolle der Feuchtigkeit und die Regulierung der Luftzufuhr.

Bei den meisten Motorbrütern lässt sich diese zum Ende der Brutzeit mittels entsprechender Rosette so regulieren, dass mehr Sauerstoff in das Innere des Motorbrüters gelangt. Die Feuchtigkeit wird bei den meisten Motorbrütern in Form einer Wasserschale zur Verfügung gestellt, die entsprechend kontrolliert werden muss.

Zum Ende der der Brutzeit müssen die Eier auch beim Motorbrüter manuell mit Wasser besprüht werden. Ansonsten hält sich das manuelle Eingreifen stark in Grenzen, was eine deutliche Zeitersparnis und entsprechende Sicherheit bei der Fehlervermeidung mit sich bringt.

Der Nachteil von Motorbrütern ist sicherlich der hohe Preis. Für gelegentliches Züchten lohnt sich die Anschaffung in den meisten Fällen nicht. Der Platzbedarf eines Motorbrüters sollte ebenfalls nicht unterschätzt werden. Je nach Fassungsvermögen kann dieser Ausmaße eines Kühlschrankes annehmen, die es einzuplanen gilt.

Variationen bei Motorbrütern

Motorbrüter gibt es für diverse Ansprüche und entsprechend in unterschiedlichen Preisklassen. Je nach gewünschtem Verwendungszweck können auch Motorbrüter erstanden werden, die auf die besonderen Bedingungen in der wichtigen Phase des Schlupfes ausgelegt sind. Diese als Schlupfbrüter bezeichneten Brutschränke werden dann den Anforderungen zum Beispiel der höheren Luftfeuchtigkeit, optimal gerecht, um eine hohe Schlupfrate
zu erzielen. Schlupfbrüter können aber auch zur „normalen“ Brut verwendet werden.

Ebenso gibt es Kombinationsgeräte, die Vorbrüter und Schlupfbrüter in einem Gerät vereinen. Drei Tage vor dem Schlupftermin werden die Eier aus dem Vorbrüter in den Schlupfbrüter umgelegt, sodass die zu bebrütenden Eier immer das gerade benötigte Klima genießen können.

Für den Hobbyzüchter wird sich die Anschaffung von Vorbrüter und Schlupfbrüter aus Kostengründen sicherlich nur in den seltensten Fällen durchsetzen. Die meisten Motorbrüter sind für den ambitionierten Hühnerzüchter vollkommen ausreichend, um eine optimale Schlupfrate zu erzielen.

Darüber hinaus sind Motorbrüter mit verschiedenen Ausstattungsmerkmalen versehen, die nicht zuletzt auch über den Preis und Bedienerkomfort entscheiden. Motorbrüter mit vollautomatischer Wendung sind ebenso zu bekommen, wie Motorbrüter mit Halbautomatik oder manueller Wendung. Bei Letzterem ist mehrmals täglich ein händisches Eingreifen nötig, um die Eier zu wenden. Der halbautomatische Motorbrüter erlaubt das Wenden der Eier zumeist durch einen einfachen Handgriff an der Wendehorde und der automatische Motorbrüter nimmt dem Hühnerzüchter diese Arbeit gänzlich ab.

Besondere Ausstattungsmerkmale

Diverse technische „Spielereien“ sind auch bei Motorbrüter zu haben. Sinn und Nutzen sind bei einigen Details sicherlich nachvollziehbar und für den Hühnerzüchter wertvoll, andere Ausstattungsraffinessen sind eher Highlights für technikbewusste Hühnerhalter. Über Sinn und Unsinn muss daher ganz individuelle entschieden werden, natürlich auch mit Blick auf die Finanzen, denn ein Plus an Technik kostet entsprechend mehr als eine Grundausstattung.

Doppelthermostat

Zur sinnvollen Ausstattung beim Motorbrüter gehört ohne Zweifel das Doppelthermostatsystem. Sollte die Bruttemperatur zu hoch steigen, etwa durch einen Defekt des Hauptthermostats, greift das zweite Thermostat ein und schaltet das Hauptthermostat aus. Ein Schaden an den Bruteiern ist somit nicht gegeben.

Abkühl-Timer

Ein Abkühl-Timer ist ebenfalls als Zusatzausstattung bei Motorbrütern zu bekommen, aber nicht unbedingt notwendig. Das Kühlen der Eier erfolgt ohne Abkühl-Timer durch das Öffnen der Türen und ist hauptsächlich für die Wassergeflügelbrut eine interessante Arbeitserleichterung.

Temperaturregulierung

Die Technik im Inneren des Motorbrüters kann entweder in Form einer elektronischen Regulierung oder einer prozessgesteuerten Lösung ausgewählt werden, wobei Letztere entsprechend teurer ist. Bei der elektronischen Temperaturregelung wird über einen Drehknopf reguliert, die Temperatureinstellung bei der Prozesssteuerung erfolgt via digitaler Anzeige Zehntelgrad-genau und wertet den Bedienkomfort auf.

Wendungsvarianten beim Motorbrüter

Last, but not least sollte noch auf die Wendung hingewiesen werden. Ein manuelles Wenden der Eier ist in der Regel nur noch bei reinen Schlupfbrütern nötig. Die halbautomatische Wendung erlaubt mittels dem Aufliegen der Eier auf beweglichen Holzstäben ein Wenden der Eier durch einfaches Vor- und Zurückschieben der Horde, sodass alle aufliegenden Eier gleichzeitig gewendet werden. Verbindungsvorsätze machen es zudem möglich, dass sich sämtliche Horden mit nur einem Handgriff gleichzeitig rotieren lassen.

Bei der vollautomatischen Wendung übernimmt diese Arbeit ein zumeist an der Rückseite außen angebrachter Motor. Er ist durch eine Schubstange mit den Horden verbunden und erledigt vollautomatisch das mehrmalige tägliche Wenden der Eier.

Produktempfehlungen

Empfehlung

Brinsea Ova Easy Advance EX 100

Der Motorbrüter „Brinsea Ova Easy Advance EX 100“ ist ein echter Alleskönner. Durch die automatische Feuchtigkeitsregelung, Temperaturregelung und Wendung der Bruteier werden die Brutparameter exakt eingehalten. Daher muss man selbst kaum mehr etwas machen und erhält durch die hohe Empfindlichkeit der Messsensoren fast unglaubliche Schlupfraten. Für den langjährigen Geflügelzüchter auf jeden Fall eine sinnvolle Investition.

Premium-Tipp

Brinsea Ova Easy Advance EX 190

Für den Großzüchter bietet sich der „Brinsea Ova Easy Advance EX 190“ mit einem Fassungsvermögen von 190 Hühnereiern, 240 Zwerghühnereier oder 400 Wachteleier an. Aufgrund der vollautomatischen Steuerung gehören die tägliche Prüfung der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur der Vergangenheit an.