Der Hühnerauslauf

Hühner, die sich von einem Hahn bewacht, auf einer grünen Wiese gemütlich tummeln sind wohl die Idealvorstellung einer artgerechten Hühnerhaltung. Ein großer Hühnerauslauf muss jedoch durchdacht geplant, angelegt und gepflegt werden. Wir geben im Folgenden Tipps und Beispiele wie ein optimaler Hühnerauslauf aussehen kann.

Der perfekte Hühnerauslauf

Weshalb ein Hühnerauslauf Pflicht ist

Die Vorteile eines großen Hühnerauslaufes sind vielfälig, wir gehen daher nur auf die bedeutendsten Punkte ein:

  • Artgerecht: Hühner die ihre Triebe wie Picken, Scharren und Hudern ausleben können fühlen sich sichtbar wohler als Hühner die nur in einem Hühnerstall gehalten werden.
  • Beschäftigung: Zweifelsfrei finden Hühner in einem großen Auslauf viel mehr Möglichkeiten sich zu beschäftigen als im Hühnerstall. So beugt man Verhaltensauffälligkeiten wie beispielsweise Federfressen vor.
  • Abwechslungsreiche Ernährung: Ein großer Auslauf bietet den Hühnern unzählige Futterquellen, die das Hühnerfutter ideal ergänzen. Ob Gräser, Kräuter, Insekten oder herabgefallenes Obst. Den Hühnern schmecken solche gesunden Leckereien nicht nur, sie gleichen zudem Defizite des Hühnerfutters aus.
  • Reduzierte Futterkosten: Halten sich die Hühner sich tagsüber in einem großen Auslauf auf, reduziert sich die Aufnahme des Fertigfutters um die Hälfte. Die Hühner finden sehr viel natürliche Nahrung und entlasten so auch den Geldbeutel des Halters.

Wie groß soll der Hühnerauslauf sein?

Natürlich kann ein Hühnerauslauf nie groß genug sein, allerdings bringt ein extrem großer Auslauf kaum mehr einen Vorteil gegenüber einem normalgroßem Auslauf.

Bei einer gewöhnlichen Hobbyhaltung mit 10 bis 30 Hühnern ist eine Hühnerauslauf-Größe von 50 bis 500m² sinnvoll und zu empfehlen.

Ein Hühnerauslauf mit einem Geflügelnetz idealer Größe

Ein zu kleiner Hühnerauslauf:

Bei einem recht kleinen Auslauf wird man schon noch wenigen Wochen erste Löcher in der Grasnarbe finden und nach einigen weiteren Wochen befindet sich meist kein Grashalm mehr im Auslauf.

Ein zu großer Hühnerauslauf:

Bei extrem großen Ausläufen (weit über 1000m²) halten sich die Hühner fast ausschließlich im Bereich vor dem Hühnerstall auf. Die Hühner meiden große Flächen ohne Deckung aus Angst vor Fressfeinden. Hier sorgen viele Sträucher und Bäume für Abhilfe und zur besseren Ausnutzung des Hühnerauslaufes.

Einen Hühnerauslauf bauen – 4 Möglichkeiten

Möchte man einen Hühnerauslauf bauen, so muss man sich für eine Variante der Umsetzung entscheiden.

Folgende Varianten sind häufig anzutreffen:

Unbegrenzter Auslauf

Ein unbegrenzter Auslauf ist purer Luxus für die Hühner. Allerdings lässt sich ein solcher Hühnerauslauf nur in sehr ländlichen Gegenden realisieren. Fernab von viel befahrenen Straßen und Nachbars Gemüsegarten. Wenn sich die Hühner einmal daran gewöhnt haben genießen sie den Auslauf und kommen am Abend selbstständig in den Hühnerstall zurück.

Feste Einzäunung

Die Einzäunung eines Wiesenstücks mit einem geeigneten Hühnerzaun ist wohl die häufigste Variante. Die Kosten sind überschaubar und ein etwas höherer Hühnerzaun (Höhe je nach Hühnerrasse) hält die Hühner sicher im Auslauf.

Feste Einzäunung am Hühnerstall

Mobile Einzäunung (Geflügelnetz)

Die Einzäunung mit einem Geflügelnetz eignet sich eher als Übergangslösung. Ein solches Netz ist meist ca 1 Meter hoch kann in wenigen Minuten aufgestellt werden. Als Dauerlösung empfehlen wir dies nicht, da die nötige Stabilität fehlt um die Hühner über Jahre sicher im Auslauf zu halten. Zur Unterteilung eines großen Hühnerauslaufes (z.B. Wechselauslauf) eignet sich ein Geflügelnetz jedoch hervorragend.

Geflügelzaun

Hühnervoliere

Den bestmöglichen Schutz der Hühner vor Fressfeinden bietet unbestritten eine rundum geschlossene Hühnervoliere. Ist das Volierengitter feinmaschig und robust gewählt und sind keine Schwachstellen vorhanden, so kann nichtmal eine Maus in die Hühnervoliere gelangen. Darüberhinaus ist eine Hühnervoliere absolut ausbruchssicher und die erste Wahl, wenn es sich um sehr wertvolle Hühner oder um flugfähige Hühnerrassen handelt. Leider hat diese Sicherheit auch ihren Preis. Zudem lassen sich durch eine Hühnervoliere in der Praxis nur kleinere Hühnerausläufe mit um die 10 bis 30m² realisieren.

Strukturierung des Auslaufes

Hat man das Glück und kann einen etwas größeren Hühnerauslauf errichten stellt sich schnell die Frage wie man diesen aufteilen und strukturieren soll. Hinweise, welche Bedürfnisse die Hühner haben, findet man schnell wenn man die Hühner am Morgen beobachtet, wenn sie in den Hühnerauslauf dürfen. Je größer der Auslauf ist, umso besser kann man dies erkennen.

Wenn die Hühner durch die Hühnerklappe in den Hühnerauslauf gelassen werden rennen sie meist aufgerecht in den Auslauf und machen erst in der Deckung des nächsten Baumes halt. Natürlich ist das aufgerechte Rennen ein Zeichen der Freude, doch auch ein Zeichen dafür das es den Hühnern unangenehm ist durch die enge Hühnerklappe auf eine große freie Fläche zu gelangen ohne Deckung und Schutz nach Oben.
-> Wir empfehlen daher einen kleinen Baum oder einen Busch in der Nähe der Hühnerklappe zu Pflanzen. Dadurch finden die Hühner sofort Deckung und Schutz wenn sie aus dem Hühnerstall kommen.

Am Morgen stillen die Hühner ihren Bewegungsdrang und ihren Hunger indem sie die Wiesenflächen abklappern und nach leckeren Kräutern und Insekten ausschau halten. Dabei fällt auf, das die Flächen unter großen Bäumen bevorzugt werden und nach Oben offene Flächen nur selten durchquert werden.
-> Wir empfehlen ungefähr 2/3 der Auslauf-Fläche als Wiesenflächen einzuplanen, in der Obstbäume geplanzt werden. Idealerweise Apfelbäume, von dessen herabfallenden Früchte die Hühner gerne fressen.

Schreitet der Tag voran uns steigen im Sommer die Temperaturen an, dann suchen die Hühner abgeschattete Plätze unter Büschen und Sträuchern auf, um gemeinsam in der Sonne zu liegen und ein Sandbad zu nehmen.
-> Wir raten dazu einen Bereich des Hühnerauslaufes dicht mit Sträuchern zu bepflanzen und dazwischen immer wieder kleinere Gruben auszuheben und diese mit Sand zu füllen. Hier können die Hühner dann gemeinsam ein Sandbad nehmen.

Grasnarbe erhalten – Der Wechselauslauf und andere Tipps

Das Scharren nach Leckerbissen wie Insekten oder Samen gehört zu den Instinkten der Hühner. Auch wenn sich die Ausprägung des Scharrtriebes je nach Hühnerrasse unterscheidet findet man keine Hühner, die nicht scharren. Das Scharren der Hühner führt schnell zu Löchern in der Grasnarbe des Hühnerauslaufes.

Grasnarbe im Hühnerauslauf erhalten

Im Folgenden haben wir einige Tipps zusammengestellt, die helfen die Grasnarbe zu erhalten:

  • Den Hühnern Scharrflächen zur Verfügung stellen: Befindet sich im Auslauf ein Bereich der aus sandig-erdigem Untergrund besteht und mit vielen Sträuchern bepflanzt ist, dann wird dieser meist zum Scharren genutzt.
  • Bilden sich erste kahle Stellen im Auslauf kann hier ein Stück feinmaschiger Draht helfen. Den Draht legt man auf die kahle Stelle und beschwert diesen mit einigen Steinen. Nun können die Hühner dort nicht mehr scharren und der Bereich kann wieder einwachsen.
  • Besonders bei feuchtem Wetter fällt es den Hühnern leicht Löcher in die Grasnarbe zu scharren. Daher sollte man die Hühner bei Regenwetter nicht in den Auslauf lassen.
  • Wechselauslauf: Hat man einen recht großen Hühnerauslauf zur Verfügung, so kann man diesen in zwei Teile aufteilen. In einen Teil dürfen die Hühner und im anderen Teil kann man sich in Ruhe darum kümmern die Grasnarbe wieder aufzubauen. Zudem können sich die stark beanspruchten Bereiche wieder erholen.