Wenn der Schlupftermin schon einige Tage lang überschritten wurde, ein einzelnes Tier aber zeitgerecht geschlüpft ist, ist der Gedanke naheliegend, dass das restliche Gelege abgestorben ist.Die verbliebenen Eier sollten nacheinander vorsichtig unter der Glucke hervor geholt und untersucht werden, ob sich noch Leben in ihnen befindet.

Kratztest

Hierfür hält man ein Ei nahe ans Ohr und kratzt mit dem Fingernagel an der Schale. Ist ein Piepsen zu hören, ist das Ei wieder der Henne zurück zu geben. Ist kein Laut vernehmbar, ist das Küken vermutlich abgestorben.

Wassertest

Der Wassertest, bei dem das Ei in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser gelegt wird, kann auch durchgeführt werden. Bewegen sich die Eier, bedeutet das, dass die ungeborenen Küken am Leben sind. Zu bedenken ist, dass sich ein Ei in dem sich ein lebendes Küken befindet, nicht unbedingt drehen muss. Auch Küken im Ei schlafen manchmal!

Beide Tests sind nicht zu 100% sicher Bevor die, vermutlich toten, Eier in der Biotonne oder auf dem Komposthaufen entsorgt werden, sollten sie vorsichtig am stumpfen Ender mittels einer spitzen Pinzette geöffnet werden, um sicher zu gehen, dass kein lebendiges Tier weggeworfen wird.

Die Glucke und ihr Einzelküken

Sollte die Bruthenne das Nest nicht von selbst verlassen, muss sie von Menschenhand herunter gesetzt werden. Je nach Temperament der Henne kann dieses Unterfangen für die durchführende Person schmerzhafte Folgen haben. Die Glucke wird dem Küken sofort Futter vorlegen und dem Kleinen auch zeigen, wo sich Trinkwasser befindet. Spezielle Kükentränken sind anzuraten, in denen die kleinen Tierchen nicht ertrinken können.
Als Erstfutter eignet sich fertiger Kükenstarter, der den Vorteil hat, dass alle wichtigen Nährstoffe und Vitamine, die für ein stabiles Wachstum benötigt werden, bereits enthalten sind. Selbst gemachtes Kükenfutter, aus hartgekochten, zerdrücken Eiern, fein gehackten Brennnesseln und Getreideschrot verdirbt leider schnell und muss mehrmals täglich ausgetauscht werden. Bei höheren Temperaturen geschieht das binnen kurzer Zeit und ist der Gesundheit der Küken abträglich.

Zusätzliche Küken unterschieben

Bei Naturbrut ist es nicht so tragisch, wenn nur ein einziges Küken geschlüpft ist, da es ja die Mutter und die anderen Herdenmittglieder als Artgenossen um sich hat. Kunstbrut-Einzelkinder hingegen piepsen oft stundenlang verzweifelt, weil sie nicht allein sein wollen und arteigenen Anschluss suchen. Bei einem künstlich erbrüteten Einzelküken ist es unerlässlich, ihm Adoptivgeschwister zur Seite zu stellen um gänzliches Wohlbefinden zu gewährleisten. Auch einem, von einer Henne erbrüteten Einzelküken, tut gleichaltrige Gesellschaft gut. Am ehesten werden die zugesetzten Küken von der Glucke akzeptiert, wenn sie in der Nacht bei Dunkelheit unter sie geschoben werden.

Doch Vorsicht! Nicht jede Henne nimmt ohne weiteres fremden Nachwuchs als ihren eigenen an. Es kann sogar passieren, dass die Glucke die fremden Küken tot hackt. Um das zu verhindern, müssen Mutter und Zusatz-Kinder in der ersten Zeit (ein paar Stunden nach Tagesbeginn) sehr genau beobachtet werden. Ist diese Hürde genommen und alle Küken sind wohlauf, kann man davon ausgehen, dass die Bruthenne die ihr anvertrauten Küken weiterhin umsorgen und beschützen wird.