Jeder Hahn hat seine eigene Persönlichkeit, das bedeutet, es muss mit den verschiedenen Charakteren anders umgegangen werden.

Zum Einen wird das Temperament durch die Rassezugehörigkeit, aber auch durch die Zuchtlinie beziehungsweise, die Elterntiere bestimmt, zum Anderen trägt die Aufzucht und die „Erziehung“ ihren Teil dazu bei. Der eine Gockel droht nur und greift vielleicht nach längerem Abschätzen der Situation an, ein anderer fackelt nicht lange und schlägt ohne Vorwarnung aus heiterem Himmel zu.

Manchmal hilft es, den aggressiven Kerl durch den Garten zu jagen, um ihm die Machtverhältnisse zu demonstrieren. Andere Hähne muss man einfach ignorieren. Eine scharfe, lautstarke, drohende Verwarnung hat schon so manches Mal Wunder gewirkt.

Auf keinen Fall darf, auch nur andeutungsweise, vor dem Hahn zurückgewichen werden. Niemals rücklings entfernen oder sich beim Weggehen umdrehen und schauen, wo der Gockel sich befindet und was er gerade tut, das wird von ihm als Flucht gewertet und eine Attacke erfolgt umso wahrscheinlicher.

Fangen, hochnehmen, den Frechdachs dabei streicheln und kuscheln hat auch schon in einigen Fällen zum Erfolg geführt.

Es kann allerdings passieren, dass das aggressive Verhalten nur gegen diejenige Person aufhört, welche die vorgeschlagenen Maßnahmen ergreift. Andere Menschen werden weiterhin als auszuschaltende Konkurrenten betrachtet. Oft hält die Wirkung auch nicht lange an und der Gockel fällt wieder ins alte Verhaltensschema zurück.

Das Treten des Hahnes oder gar Verprügeln mit dem Besen ist nicht angebracht und in keiner Weise hilfreich!

Man tut gut daran, dem Herdenoberhaupt seine Aufgaben nicht zu entziehen. Seine Mädls dürfen nicht gefangen und gestreichelt werden, auch das Futterverteilen sollte vom Hahn ausgeführt werden.

Die Drohgebärden des Hahnes beinhalten auch das berühmt-berüchtigte „Stockerl aufheben“. Es ist einen Versuch wert, vor dem Aggressivling einen recht großen und dicken Ast (der für ihn viel zu schwer ist) aufzuheben und wieder fallen zu lassen. Anschließend verlässt man die Arena, so dass der ungute Zeitgenosse die Möglichkeit hat den Stock in Augenschein zu nehmen. Der Hahn erkennt (hoffentlich), dass es sich um einen zu starken Rivalen handelt, der besser nicht herausgefordert werden sollte.

Einigen speziellen Vertreten, die sich erst gar nicht lange mit Drohen und Herausfordern aufhalten, ist das jedoch ziemlich egal.

Vor allem, wenn kleine Kinder im Garten spielen oder es sich um einen großen, kräftigen Hahn handelt, kann die Sache nicht nur unangenehm sondern sogar gefährlich werden.

Gemäß dem Falle, dass sich das angriffslustige Tier überhaupt nicht mehr einkriegt, sollte es gegen einen friedlicheren Artgenossen ausgetauscht werden. Jedes Jahr suchen hunderte Hähne, welchen einen tollen Charakter besitzen, einen guten Platz, oft werden diese auch kostenlos abgegeben, bevor sie geschlachtet werden müssen.