Die Rote Vogelmilben sind überaus lästige und für Hühner nicht ungefährlichen Parasiten und verbergen sich tagsüber in Ritzen und schwer zugängliche Schlupfwinkeln im Hühnerstall. Sie befallen das Geflügel in der Nacht wenn die Tiere schlafen und entziehen ihnen eine beträchtliche Menge Blut. Nordische Vogelmilben hingegen, welche stationär auf den Wirtstieren verweilen, quälen die Hühner permanent. Milben vermehren sich rasant und können rasch zu einer unüberschaubaren Plage werden.

Der Milbenbefall im Stall kann so hochgradig sein, dass die Hühner abends ihren Schlafplatz nicht mehr freiwillig aufsuchen.

Abflämmen

Bei einer Invasion dieser Plagegeister wird die gesamte Einstreu entfernt und wenn möglich schnellstens verbrannt. Wände und andere Einrichtungsgegenstände wie Sitzstangen und Nester werden mit Vorsicht abgeflämmt. Hierfür eignet sich ein einfacher Bunsenbrenner oder ein Flämmer mit dem man Flämmpappe bearbeitet.

Kalken

Ist die feurige Arbeit erledigt, werden Wände und Decke mit Kalk gestrichen. Löschkalk, welcher in fast jedem Baumarkt erhältlich ist, eignet sich hervorragend. Der Kalk wird mit Wasser, nicht zu dickflüssig, angerührt und in mehreren Schichten auf die, zu behandelnden Flächen, aufgetragen. Alle Ritzen und Spalten müssen richtiggehend zugekleistert werden. Auf ausreichende Schutzkleidung ist unbedingt zu achten! Ohne Schutzbrille und Handschuhe sollte mit dem Kalkanstrich nicht gearbeitet werden.

Öl

Die Sitzstangen werden ausgiebig mit Speiseöl eingelassen. Die Halterungen der Sitzstangen können so montiert werden, dass sie in kleinen mit Öl gefüllten Wannen stehen. Diese Barriere können die Parasiten nicht überwinden, wenn sie in der Dunkelheit hervorkriechen um die Hühner heimzusuchen. Die Tracheen der winzigen Arthropoden werden vom Öl verklebt, wodurch sie ersticken. Jedes Speiseöl kann hierfür verwendet werden, auch ungiftiges Kriechöl, welches auch zur Waffenreinigung benutzt wird (z.B. Balistol) eignet sich, ist in der Anschaffung aber teurer.

Kieselgur

Zu guter Letzt wird das gesamte Hühnerhaus innen mit Kieselgur eingestaubt. Verschiedene Vorgehensweisen haben sich hierbei befährt:

  • Bei kleineren Ställen reicht es, mit einer Stäubeflasche zu hantieren. Eine leere, saubere und selbstverständlich trockene Ketchupflasche tut hier gute Dienste.
  • Im Handel erhältliche, spezielle Geräte erleichtern die Prozedur bei großen Ställen.
  • Eine weitere Option ist die Verteilung des Kieselgurs mittels Ventilator. Dieser wird vor der Hühnerklappe platziert, so dass er den Staub, welcher vorsichtig händisch zugeführt wird, in den Stall bläst.
    Bei der Anwendung von Kieselgur sollte immer eine Atemschutzmaske getragen werden. Dass die Hühner sich während des Vorgangs nicht im betreffenden Raum befinden dürfen, versteht sich von selbst.

Bekämpfung am Tier

Die Tiere selbst werden mit einem ungiftigen Präparat, welches Decansäure als Wirkstoff enthält (z.B. Verminex) behandelt. Ein Einstäuben der Vögel mit Kieselgur ist ebenfalls zu empfehlen. Der Staub darf allerdings nicht eingeatmet werden. Kontakt mit den Augen ist ebenso zu vermeiden.

Staubbad

Auch das Staubbad wird mit einer gehörigen Portion Kieselgur versetzt. Dieser Vorgang sollte, auch wenn noch kein Parasitenbefall zu verzeichnen ist, einmal wöchentlich prophylaktisch wiederholt werden.

Gift vermeiden

Von toxischen Präparaten ist abzuraten, da die Giftstoffe die Organe der Hühner belasten. Die Insektizide lagern sich im Fleisch sowie in den Eiern ab und werden schlussendlich vom Menschen durch deren Konsum aufgenommen. Außerdem bauen die Lästlinge im Laufe der Zeit Immunitäten gegen die verschiedenen Substanzen auf, so dass die Präparate in ihrer Wirkungsweise stark gehemmt werden.