Glucken führen ihre Küken meist zwischen 4 und 6 Wochen lang. Hie und da gibt es Exemplare, welche die Kleinen auch 8 Wochen an ihrer Seite dulden, bis sie schließlich doch „weggebissen“ werden. Die Mütter wärmen die Jungen unter ihren Flügeln und zwischen ihren Federn, was man als „Hudern“ bezeichnet. Sie bringen den Küken auch bei, was fressbar ist und was tunlichst nicht angerührt werden sollte. Selbstverständlich werden die Kleinen
auch gegen Feinde verteidigt – so manche Katze musste schon Reißaus nehmen, wenn eine wütende Bruthenne auf sie zustürmte. Sogar große Hunde und Menschen sind vor dem Zorn einer pflichtbewussten Glucke nicht gefeit.

Gefahr für Leib und Leben

Dass 2 gleichzeitig führende Hennen auf einander losgehen, passiert nicht selten. Bei diesen heftigen Auseinandersetzungen kann es leider auch zu Todesfällen unter dem Nachwuchs kommen. Küken, die nicht schnell genug aus der Gefechtszone flüchten können, werden manchmal im Kampfgetümmel versehentlich zertreten.

Auch wenn 2 Glucken gemeinsam Brüten, kann es zu erheblichen Reibereien kommen. Die Hennen stehlen sich gegenseitig die Eier, wobei leicht eines oder mehrere zu Bruch gehen können. Frisch geschlüpfte Küken können totgehackt werden, von den gegenseitigen Attacken bei den adulten Tieren ganz zu schweigen. Der unnötige Stress einer Gemeinschaftsbrut sollte keiner Henne aufgebürdet werden.

Ausweichmöglichkeiten und Vorsichtsmaßnahmen

Wenn das Areal weitläufig ist und sich die Tiere somit aus dem Weg gehen können, sollte eine Zusammenführung der Gruppe, wenn die Küken etwa 4 Wochen alt sind kein Problem sein. Dies sollte an einem Tag geschehen, an welchem dem Halter viel Zeit zur Verfügung steht, um die Tiere für ein paar Stunden zu beobachten.

Auch am Abend muss gewissenhaft darauf geachtet werden, dass sich alle Küken mit ihren Müttern in den Stall zur Nachtruhe begeben. Nach 2 – 3 Tagen kennen die Kleinen den Weg und finden sich schon einigermaßen allein zurecht.

Fressfeinde

Etliche Gefahren in Form von Beutegreifern lauern auf die kleinen Küken, genauso wie auf adulte Tiere. Füchse, die sich nicht immer nur auf die Nachtstunden beschränken, um Beute zu machen. Vor allem, wenn Jungtiere zu versorgen sind, gehen diese Räuber auch tagsüber auf Futtersuche.

Manche Katzen attackieren sogar ausgewachsene Hühner und lauern regelrecht auf Jungtiere. Andere wiederum ignorieren das Geflügel und stellen keine Gefahr dar.

Greifvögel schlagen blitzschnell aus der Luft zu, dagegen hilft nur ein vollständig übernetztes Gehege.
Auch Krähen und Raben töten und verspeisen Küken, in Notzeiten, wenn Nahrung rar ist, auch erwachsene Tiere.

Nicht zu vergessen und besonders gefährlich sind Marder, diese geschmeidigen Raubtiere sind zum Glück fast immer nur in der Dunkelheit auf Beutefang. Ein stabiler Stall, in dem die Hühner sicher untergebracht sind, ist der beste Schutz vor diesem Feind.

Selten aber doch gibt es Probleme mit Ratten, die sich nachts Zugang in den Stall verschaffen und die Hühner, die in der Finsternis nicht gut sehen anfressen oder junge Küken stehlen. Ein dichter Stall, ohne Einschlupfmöglichkeiten und regelmäßige Schadnager-Kontrolle, verhindern Verluste.

Der Weg in die Selbstständigkeit

Sobald die Küken von den Glucken entwöhnt, sprich „weggebissen“ werden, müssen sie sich selbst zurechtfinden. Sie sind nun die Letzten in der Rangordnung und beziehen öfter mal Prügel. Die Kleinen laufen in ihrer eigenen Jugendgruppe umher und lernen mit der Zeit, ihren Platz in der Herde zu finden.