Das Federkleid unserer gackernden Lieblinge ist nicht nur wunderschön anzusehen, sondern dient den Tieren auch als Schutz vor Kälte. In den Luftschichten zwischen Federn und Körper wird die Wärme gespeichert und bleibt relativ konstant. Vergleichbar mit einer Wärmedämmung aus Styropor an Hausmauern. Um dies Funktion zu gewährleisten, muss das Gefieder aber völlig intakt sein.

Die Mauser

Im Laufe eines Jahres werden die Federn durch äußere Einflüsse immer mehr abgenutzt und verschlissen, daher müssen sie ausgetauscht werden. Den Federwechsel bezeichnet man als Mauser.

Dieser Vorgang wird hormonell gesteuert und beginnt meistens im Spätsommer oder Herbst. Je nach Individuum kann die Mauser zwischen vier Wochen und drei Monaten dauern. Bei einigen Hühnern geht es wahnsinnig schnell und man könnte glauben, die Tiere seien explodiert, wenn man einen riesigen Haufen abgeworfene Federn auf einem Fleck findet. Die Hühnchen sehen dann wie verkappte Igel aus, da die neuen Federn noch in den Hüllen stecken. Bei anderen wiederum zieht sich das Mausern über einen wesentlich längeren Zeitraum hin.

Diese Phase ist für die Hühner sehr anstrengend. Eine gewaltige Masse an Federn muss von den Hühnern neu gebildet werden, um für den bevorstehenden Winter gewappnet zu sein. Weil das enorm viel Kraft kostet, wird das Legen komplett eingestellt, die Hühner verlieren Gewicht, legen öfter Ruhepausen ein und wirken allgemein etwas matt, da eine gehörige Portion Energie in die bunten und weichen Horngebilde investiert wird.

Um das liebe Federvieh bei diesem Prozess zu unterstützen, können Vitamine, Mineralstoffe und besonders gute Leckerlis wie zum Beispiel Mehlwürmer oder Haferflocken gereicht werden. Auch die Gabe von Bierhefe, welche die Neubildung der Federn unterstützt ist zu empfehlen.

Nicht jedes Jahr und nicht bei allen Hühnern wird das gesamte Federkleid gewechselt, manchmal werden ein paar Schwungfedern oder sogar ganze Bereiche nicht ausgetauscht, was aber nicht weiter schlimm ist. Schön anzusehen ist es zwar nicht, wenn einige verblichene, fransige Federn aus dem neuen, makellosen Gefieder hervorleuchten, lebensbedrohend ist dieser Fehler aber nicht.

Um die eierlose Zeit zu überbrücken, können die überschüssigen Eier, welche im Frühjahr sowieso nicht alle verbraucht werden, eingefroren werden. Selbstverständlich muss das ohne Schale geschehen, da diese durch das Gefrieren aufplatzt.