Bio Hühnerfutter

Damit Hühner – und die Eier, die sie legen – in Bio-Qualität erzeugt werden können, muss den Tieren ein Bio konformes Futter angeboten werden. Nicht jedes Hühnerfutter erfüllt die Voraussetzungen für das biologische Qualitätssiegel. So muss Biogetreide zum Beispiel frei von Gentechnik sein. Auch ist der Bezug von Hühnerfutter aus konventionellen Betrieben nicht möglich, wenn ein leckeres Bio-Ei angestrebt wird.

Bio Hühnerfutter

Grundregeln für Biogetreide

Für den ökologischen Landbau werden die Voraussetzungen durch die EU-Öko-Verordnung geregelt. Hierin ist zum Beispiel geregelt, dass das eingesetzte Saatgut ebenfalls aus dem Ökolandbau stammen muss, mit einigen Ausnahmefällen natürlich. Auch legt die Verordnung fest, welche Düngemittel zugelassen sind, wie die Schädlingsbekämpfung auszusehen hat und in welcher Form die Fruchtfolge zu erfolgen hat, damit der Umwelt- und Bodenschutz gewährleistet ist.

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Problematisch wird es nur im Hinblick auf Mischbetriebe, die sowohl ökologischen Landanbau betreiben, als auch konventionell bewirtschaften. Im konventionellen Bereich ist weiterhin „alles“ erlaubt, auch der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut, gleichwohl darf dieses nicht im ökologisch betriebenen Betriebszweig eingesetzt werden. Gen-Acker neben Öko-Acker ist also nicht verboten.

Bedeutung für das Biohuhn

Für das Biogetreide zur Fütterung unserer Bio-Hühner spielt lediglich die Etikettierung (aus ökologischem Landbau) des jeweiligen Futtermittels eine Rolle. Aus welchem Betrieb in welchem Land das Hühnerfutter stammt, ist dabei nebensächlich. In der Gestaltung der Biohuhn-Fütterung ist der Hühnerhalter wieder frei. Es können sowohl einzelne Bio-Getreidesorten gekauft, mit für Biohühner zugelassenen Zusatzfuttermitteln ergänzt werden oder auf ein bereits fertig gemischtes Bio-Hühnerfutter zurückgegriffen werden.

Die Zufütterung von Fischmehl ist übrigens in der Bio-Geflügelhaltung (wieder) erlaubt. Gleichwohl ist die Eiweißkomponente häufig eines der Probleme bei der Haltung von Legehennen. Hier kann mit entsprechenden Eiweißergänzungen, wie auch mit gekeimtem Getreide oder Lein bzw. Rapskuchen supplementiert werden.

Preise für Bio Hühnerfutter

Wer seine Hühner biomäßig füttern möchte und damit nicht nur relativ geschützt vor genmanipulierten Futtermitteln sein kann, sondern auch besonders umweltverträglich handelt, der muss ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Der ökologische Landbau erfordert im Vorfeld nicht nur ein Mehr an Arbeit und Geldeinsatz (zum Beispiel für ökologisch kompatibles Saatgut), er ist zum Teil auch mit deutlich geringeren Erträgen gesegnet, was das Endprodukt verständlicherweise verteuern muss.

Vergleicht man konventionelles Hühnerfutter allerdings mit Bio-Hühnerfutter, fällt der Preisunterschied deutlich geringer aus, als anfänglich vermutet. Einige Kornmühlen und Futtermittelhersteller sind im Vergleich zur konventionellen Fütterung sogar günstiger. Wer bei der Fütterung seiner Hühner auf Individualität und Flexibilität setzt, der hat ebenfalls keine Einbußen zu befürchten, wenn er von konventionell angebautem Hühnerfutter auf Bio-Hühnerfutter wechseln möchte. Die Sortenvielfalt ist auch im Biobereich gegeben und sowohl einzelne Getreidesorten, wie auch Fertigmischungen oder Legemehl gibt es in der Bio-Version.

Rezeptvorschläge für ein Legehenne Alleinfutter

Die einzelnen Komponenten sind in der Regel im Landhandel zu bekommen und müssen natürlich aus Ökolandbaubetrieben stammen. Wer also nicht auf ein fertig gemischtes Bio-Legehennenfutter zurückgreifen möchte, der kann folgende Rezeptur aus Einzelkomponenten selber zusammenstellen und sich so sein eigenes Bio-Hühnerfutter mischen.

Rezeptur 1 für 20 Kilogramm Bio-Legehennenfutter

  • 4 Kilogramm Weizen
  • 4 Kilogramm Triticale
  • 3,4 Kilogramm Maiskörner
  • 1 Kilogramm Erbsen
  • 1 Kilogramm Ackerbohnen
  • 1,1 Kilogramm Grünmehl
  • 1,4 Kilogramm Sojabohnen
  • 200 ml Pflanzenöl
  • 880 Gramm Maiskleber
  • 880 Gramm Kartoffeleiweiß
  • 1,64 Kilogramm Futterkalk
  • 500 Gramm Mineralstoffvormischung

Rezeptur 2 für 20 Kilogramm Bio-Legehennenfutter

  • 3,2 Kilogramm Weizen
  • 3,2 Kilogramm Triticale
  • 4 Kilogramm Maiskörner
  • 1,2 Kilogramm Erbsen
  • 2 Kilogramm Sojakuchen
  • 2 Kilogramm Rapskuchen
  • 1,3 Kilogramm Sesamkuchen
  • 1,1 Kilogramm Grünmehl
  • 1,6 Kilogramm Futterkalk
  • 400 Gramm Mineralstoffmischung

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Der Kalziumgehalt liegt bei beiden Rezepturen bei etwa 37,5 Gramm je Kilogramm Futtermischung, das Rohprotein bei etwa 170 Gramm je Kilogramm Futtermischung. Bei der Rezeptur Nr. 2 kann es bei bestimmten Hennen (vorwiegend braunschalige Eier) durch einen Abbaudefekt von Trimethylamin in der Leber zum typischen Fischgeruch der Eier kommen.