Futterzusätze im Hühnerfutter

Futterzusätze und Leistungsverbesserer sind in der Tierfütterung gang und gäbe. Kaum eine Tierart wird nicht durch solche Zusatzmaßnahmen ein wenig aufgepeppt und sei es, um den Tieren lediglich einen kleinen Leckerbissen für zwischendurch zu gönnen. Auch in der Hühnerfütterung sind allerhand Zusatzfuttermittel und Leckerbissen im Handel, die neben prachtvollem Gefieder und vitalen Hühner auch eine gesteigerte Legeleistung versprechen. Brauchen unsere Hühner diese Futterzusätze überhaupt, wird sich der ambitionierte Hühnerhalter jetzt fragen – oder ist es nur eine lukrative Einnahmequelle der Futtermittelindustrie?

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Ist eine Futterergänzung wirklich nötig?

Jein, denn so pauschal lassen sich nicht alle Ergänzungsfuttermittel über einen Kamm scheren. Letztendlich liegt es vom jeweiligen Umstand ab, ob Hühner nun einen Futterzusatz benötigen oder gut ohne auskommen. Für Hochleistungsleger sind Futterzusätze sicherlich vernünftig, auch für Hühner, die zu Ausstellungszwecken gehalten werden kann eine vitamin- und mineralstoffreiche Zufütterung Sinn machen. Nicht zuletzt fordern auch außergewöhnliche Lebensumstände wie die Mauser ein Mindestmaß an Qualität bei der Fütterung und nicht selten einen Aufstockungsbedarf an wichtigen Nährstoffen. Die verringerten Nährstoffgehalte unserer Agrarprodukte durch Monokulturen, etc. an dieser Stelle aufzuführen, würde sicherlich den Rahmen sprengen, aber ein Blick auf die Zusammensetzung des angebotenen Hühnerfutter dürfte in diesem Punkt sicherlich nicht schaden. Kräutermischungen können das Futterangebot dabei gut aufwerten, sofern den Hühnern kein oder nur unzureichend abwechslungsreicher Freilauf geboten wird. Als natürliche Leistungssteigerer werden auch ganz unkonventionelle Futterzusätze in der Futtermittelindustrie eingesetzt, etwa Zimt oder Knoblauch. Angesichts der geringen Menge, die in einer Tonne Futter zum tragen kommt und der doch recht „Huhnfremden“ Zusätze, ist eine versprochene Leistungssteigerung in dem angepriesenen Maße allerdings eher unwahrscheinlich. Experimentieren ist natürlich erlaubt und Zimt oder Knoblauch in beinahe jedem Haushalt zu finden. Für Testwillige: Das Mischungsverhältnis ist 1 zu 1000!

Leckerbissen und Energielieferanten

Für besondere Leckerbissen sind Hühner sehr dankbar, besonders dann, wenn sie sich diese nicht durch ein uneingeschränktes Auslaufangebot selber suchen können. Mehl- und Regenwürmer bieten dabei einen zusätzlichen kleinen Eiweißschub (vor allem im Winter) und sind ein heißbegehrter Leckerbissen, der im Handel zu jeder Jahreszeit erhältlich ist. Ähnlich verhält es sich mit Erdnüssen, die zudem gerne als Belohnungshappen genutzt werden, um fremde oder scheue Hühner schnell an den neuen Halter zu gewöhnen. Einen besonderen Energieschub bieten auch gekeimte Körner, die vor allem in den Wintermonaten eine willkommene Abwechslung zum Hühnerfutter in den Futterplan bringen. Übertreiben sollte man es hiermit jedoch nicht. Gekeimtes Getreide enthält zwar rund 25 Prozent mehr Eiweiß, als ungekeimtes Getreide, dafür aber unverhältnismäßig viel Energie – und die muss irgendwo hin. Sparsam dosiert ist gekeimtes Getreide für die Hühner allerdings eine nette Abwechslung. Fleisch auf dem Speiseplan lieben Hühner ebenfalls sehr! Problematisch ist jedoch das Verbot ebendieses! Seit dem BSE-Gesetzt aus dem Jahr 2000 ist das Verfüttern von tierischen Eiweißen an Nutztiere nicht mehr erlaubt. Hackfleisch, Garnelen, Katzenfutter und Co. sind zwar ein toller Leckerbissen, aber verboten!

Kochen für Hühner

Nicht nur mit Hühnern lässt sich wunderbar kochen, unsere gefiederten Freunde lassen sich auch gerne selber bekochen! Wer seinen Hühnern also ab und an eine Freude machen möchte, der kann einmal selber den Kochlöffel schwingen und muss dabei nicht auf „Fertigleckerlies“ zurückgreifen. Ein, zumindest für Hühner sehr schmackhaftes Rezept, kann dabei schnell und kostengünstig aus Hefe, Wasser und Getreideschrot im Mischungsverhältnis 3:8:50 hergestellt werden. Abwechslungsreich wird es, wenn das Getreideschrot zu einem Großteil durch gekochte Kartoffeln ersetzt wird. Wichtig bei beiden Varianten ist allerdings, das genügende Quellen der Hefe und eine ausreichende Ruhezeit, bevor das „Gekochte“ verfüttert wird. Bei der Variante mit Kartoffeln am besten 24 Stunden, da das Futter sonst zu gehaltvoll ist. Ganz nebenbei kann Hefe auch als Leistungsförderer angesehen werden, denn sie stärkt das Immunsystem und hilft, die Darmflora gesund zu halten, was besonders im Hinblick auf Colibakterien und Kokzidien ein sehr nützlicher Aspekt ist.