Gartenhaus aus Holz als Hühnerstall – Auswahl des richtigen Gartenhauses entscheidend!

Zahlreiche Anbieter locken mit Hühnerställen für bis zu 8 Hühner für weniger als 200 €. Die Produktfotos lassen massive Bauweise und eine große Stallfläche vermuten. Doch nachdem man den Bausatz erhalten und aufgebaut hat, stellt man schnell die ersten Fragen: Kann man in einem solch winzigen Stall wirklich Hühner halten? Übersteht die Verkleidung aus 2 mm starkem Sperrholz wirklich den Winter? Und benötigt ein Hühnerstall nicht auch Fenster?

Schnell wird klar: Zur dauerhaften Hühnerhaltung ist ein stabiler und dauerhafter Stall notwendig. Eine solch massive Bauweise kennt man vom typischen Gartenhaus aus Holz von der Gartenhausfabrik. Sehr einfach lässt sich ein solches Gartenhaus aus Holz zum Hühnerstall umbauen. Wenn man bereits bei der Auswahl des Gartenhauses auf einige Details achtet, bekommt man nach wenigen kleineren Umbauarbeiten einen praxistauglichen Hühnerstall für die nächsten 20 Jahre.

Gartenhaus als Hühnerstall

Im Folgenden geben wir Tipps, was bereits bei der Auswahl des Gartenhauses beachtet werden soll.

Wie groß soll das Gartenhaus sein?

Eine sehr wichtige Frage ist die Größe des Gartenhauses. Für eine Hühnerschar von 10 Hühnern reichen typischerweise 3-4 m² aus. Allerdings unter der Voraussetzung, dass die Hühner tagsüber in den Freilauf dürfen.

Hühner im Freilauf

Doch nicht erst aufgrund der zeitweisen Stallpflicht wegen Geflügelpest oder Minusgraden von bis zu 20 Grad im Winter, wird klar: Etwas mehr Platz im Hühnerstall bietet viele Vorteile.

Unsere Empfehlung

Eine Grundfläche von 6 bis 8 m² ist ideal für 10 bis 15 Hühner. Hier lässt sich dann auch problemlos ein kleines Sandbad und ein Ruhebereich integrieren.

Neben den Ansprüchen der Hühner sollte man einen Blick auf die örtlichen Bauvorgaben richten. Teilweise gibt es für Gartenhäuser Beschränkungen in Grundfläche oder Volumen, die eingehalten werden müssen. Häufig bietet die Tierhaltung jedoch eine Ausnahme, bei der diese Vorgaben nicht gelten.

Fenster und Licht

Werden die Hühner am Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen auf den Hühnerstall fallen, aus dem Stall gelassen sind große Fenster im Hühnerstall nicht notwendig. Etwas Lichteinfall genügt, die Hühner sind ja meist im Freilauf…

Doch müssen die Hühner sonntags etwas länger im Stall bleiben, vielleicht weil dem Nachbarn der wiederholte Hahnenschrei um 6 Uhr morgens nicht gefällt. Oder wird „Stallpflicht“ angeordnet, dann müssen die Hühner mehr Zeit im Stall verbringen. Große Fenster, durch die viel Licht in den Stall fällt, sind dann unbedingt notwendig.

Unsere Empfehlung

Ein Gartenhaus, in dem Hühner gehalten werden, sollte mindestens 2 Fenster haben, durch die genügend Licht ins Innere des Stalles fällt.

Mindestens 2 Fenster im Gartenhaus

Ideal ist es zudem, wenn ein Fenster geöffnet werden, und so ein Luftaustausch erfolgen kann. In diesem Fall sollte außen ein Schutzgitter angebracht werden, sodass Fressfeinde nicht in den Stall gelangen können. Lässt sich kein Fenster öffnen, so kann man sich mit mehreren regelbaren Lüftungsgittern behelfen.

Mit oder ohne Boden?

Einen Boden benötigt der Hühnerstall natürlich. Dieser schützt die Hühner vor wühlenden Fressfeinden und hält sie bei tiefen Temperaturen warm.

Allerdings sind die typischen Holzbohlen-Böden völlig ungeeignet und würden der Feuchte und dem aggressiven Kot nicht lange Stand halten. Widerstandsfähigere Materialien wie Siebdruckplatten oder die preiswerteren OSB Platten halten viele Jahre dem Hühnerkot stand und bilden die bessere Alternative.

Zum Boden-Aufbau bieten sich zwei Varianten an:

  1. Man bringt die typischen Holzbohlen an und montiert darüber eine dünne Schicht OSB- oder Siebdruckplatten.
  2. Hier verzichtet man auf die Holzbohlen und ersetzt diese durch etwas dickere OSB- oder Siebdruckplatten.

Profitipp: Gartenhaus mit Anbau

Wäre es nicht hervorragend, wenn die Hühner auch bei Regen und Nässe in den Freilauf können, oder wenn die Hühner am Sonntag alleine aus dem Hühnerstall könnten und man als Halter gemütlich ausschlafen kann?

Teilweise findet man Gartenhäuser mit Anbau. Solche Gartenhäuser sind zweigeteilt: Ein Teil besteht aus einem geschlossenen Innenbereich und der andere Teil ist als überdachter Freisitz konzipiert.

Diesen nach vorne offenen Bereich kann man, meist ohne großen Aufwand, mit Volierendraht bespannen und daraus eine geschlossene Hühnervoliere bauen. Dürfen die Hühner nicht in den Freilauf, dann können sie die frische Luft in der angrenzenden Hühnervoliere genießen. Zudem sind sie hier vor Fressfeinden und Regen geschützt.

Unser Tipp

Auch wenn die Hühnervoliere meist nicht groß ist, lässt sich darin ein Sandbadebereich und ein Ruhebereich mit Verstecken einrichten.

Welche Umbaumaßnahmen sind notwendig?

Wählt man das Gartenhaus aus Holz klug aus, kann man dieses in nur wenigen Schritten zum Hühnerstall umbauen.

Einbau einer Hühnerklappe

Folgende 9 Maßnahmen machen das Gartenhaus zum Hühnerstall:

  1. Boden aus Siebdruckplatten oder OSP Platten montieren
  2. Sämtliche Ritzen und Risse mit Silikon verschließen (Schutz vor Milben)
  3. Legenester an geeigneter Stelle anbringen
  4. Sitzstangen und Kotbretter für die Hühner montieren
  5. Durchbruch für die Hühnerklappe vornehmen
  6. Manuelle oder Automatische Hühnerklappe installieren
  7. Belüftungsöffnungen anbringen und mit Gittern schützen
  8. Hühnerstall einstreuen
  9. Nun können die Hühner einziehen und ihren neuen Stall genießen

Unser Tipp

Teilweise werden die Gartenhäuser aus unbehandeltem Holz hergestellt. Diese sollte man unbedingt 2-3-mal mit einer geeigneten Holzlasur behandeln um das Holz dauerhaft vor Feuchte und Pilzen zu schützen.