Hühnerstall isolieren

In welchen Bereich die Wohlfühltemperatur eines Huhns fällt, liegt sicherlich vorrangig an der Rasse. Hühnerrassen mit kurzem knappen Federkleid, wie diverse Kampfhuhnrassen, fühlen sich bei niedrigen Temperaturen weniger wohl, als Hühnerrassen mit üppigem Gefieder. Beide Rassevertreter sind jedoch dazu in der Lage, Minustemperaturen auszuhalten, ohne zu kränkeln oder gar zu erfrieren. Fraglich ist hierbei jedoch, ob es überhaupt nötig ist, dass Hühner extreme Minustemperaturen aushalten müssen!

Den Hühnerstall isolieren

Problematisch bei nicht isolierten Hühnerställen und scharfen Minustemperaturen ist außerdem, gerade bei Hühnerrassen mit üppigen Kämmen und Kehllappen, die mögliche Erfrierungsgefahr. Die Haltung von Hühnern in nicht isolierten Hühnerställen mit dünnen Holzwänden ist zudem nicht nur im Winter mit zahlreichen Nachteilen behaftet, sondern birgt auch im Sommer so manches Problem.

Vorteile eines isolierten Hühnerstalls

Die Vorteile eines isolierten Hühnerstalls liegen klar auf der Hand. Das schlechte Haltergewissen, ob es der Hühnerschar wohl zu kalt sein mag, ist darüberhinaus schnell beruhigt, wenn eine dicke Isolationsschicht das Geflügel vor heftigen Minusgraden schützt. Idealerweise ist der Hühnerstall dabei so gut isoliert, dass sich die Temperaturen im Inneren immer über der Frostgrenze bewegen, auch, wenn draußen klirrende Kälte herrscht. In den meisten Fällen ist das jedoch nur über eine Stallheizung möglich. Als Alternative kann eine Wärmelampe zumindest einen separierten Teilbereich des Hühnerstalls frostfrei halten, in den sich die Hühner dann zurückziehen können.

Ein gut isolierter Hühnerstall ist aber nicht nur für die gefiederten Bewohner von Vorteil, auch der Hühnerhalter profitiert von der Isolierung. Je mehr Kälte die Hühner trotzen müssen, desto mehr Energie wird benötigt und desto mehr energiereiches Futter muss ihnen gereicht werden. Auch das frostfrei halten der Tränke ist bei einem gut isolierten Stall auch dann kein Problem, wenn es draußen leicht friert.

Auch während der Sommermonate ist die Isolierung des Hühnerstalls vorteilhaft, denn sie schützt den Stall auch vor zu starkem Aufheizen. Für Hühnerhalter, die mit einer strengen Nachbarschaft gesegnet sind, fungiert ein isolierter Stall auch als Schallabsorber. Aus gut gedämmten Hühnerställen dringt der Hahnenschrei am Morgen deutlich leiser zum Vorschein, als aus einem dünnwandigen Holzverschlag.

Nachteile eines isolierten Hühnerstalls

Der größte Nachteil eines isolierten Hühnerstalls ist wohl die Isolierung selbst. Ist die Isolierschicht falsch angebracht, kann zwar Kälte dem Stall nicht viel anhaben, dafür wird häufig ein weitaus wichtigerer Faktor außer Acht gelassen – die Belüftung. Ist alles schön dicht, zirkuliert keine Luft mehr, was für die Gesundheit der Hühner nicht zuträglich wäre!

Gleichermaßen muss die Isolationsschicht im Hühnerstall aber so dicht angebracht sein, dass sich weder Nagetier noch Milben einnisten können. Auch für Hühnerschnäbeln muss die Isolierschicht des Hühnerstalls unerreichbar sein, damit keine Partikel aufgenommen werden können und zu Gesundheitsschäden führen.

Hühnerstall isolieren – ja oder nein?

Die Frage, ob ein Hühnerstall isoliert sein muss oder nicht, kann nicht pauschal mit einem klaren ja oder nein beantwortet werden. Vielmehr spielen hier zahlreiche Faktoren in die Überlegungen mit ein.

  • Zum Beispiel die Stallgröße im Verhältnis zu den gehaltenen Hühnern. Je weniger Hühner in einem großen Stall gehalten werden, desto weniger sind sie dazu in der Lage, das Raumvolumen durch ihre Körperwärme zu „beheizen“. Je kleiner das Raumvolumen, desto einfacher das „beheizen“, allerdings muss hierbei für eine ausreichende Belüftung gesorgt werden, um die Feuchtigkeit durch das Abatmen der Tiere ab zutransportieren. Anzustreben ist ein trockener Stall ohne Zugluft aber mit ausreichender Belüftung.
  • Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Isolationsfrage sind die allgemeinen Klimaverhältnisse bzw. der Wohnort. In Regionen mit strengen Wintern ist eine Isolierung des Hühnerstalls sicherlich sinnvoller, als in Gegenden, in denen das Thermometer nur selten über längere Zeit in den Minusbereich rutscht.
  • Nicht zuletzt spielt auch der Materialfaktor des Hühnerstalls eine große Rolle. Steinbauten schützen alleine durch ihre Bauweise und Materialwahl besser vor Kälte als einschichtige Holzställe.
  • Last, but not least sind es auch die Hühner selbst, die die Frage nach einer Stallisolierung aufwerfen. Alter, Rasse, Nutzung und erwartete Leistung spielen hier in die Überlegung mit ein.

Wie am besten den Hühnerstall isolieren?

Am einfachsten gelingt die Isolierung eines Hühnerstalls mit gängigen Isoliermaterialien wie Styropor oder Glaswolle. Alternativ kann auch auf Stroh, Schafwolle, gepresste Holzspäne oder Mineralwolle als Isolationsschicht zurückgegriffen werden. Hierzu werden die gesamten Wände entweder vom Boden bis zum Dach, mindestens aber vom Boden bis über den Schlafbereich, mit dem gewünschten Isoliermaterial versehen.

Zum Schutz der Isolation vor unerwünschten Bewohnern und dem Bepicken durch die Hühner wird diese mit einer Holzverkleidung (Nut und Feder, Hartfaserplatten oder Rigipsplatten) verkleidet. Sämtliche Ritzen müssen anschließend nochmals Mäuse sicher verkleidet werden, was gut mit Edelstahlleisten, Holzleisten oder dem Ausfüllen mit Silikon gelingt.

Zum Abschluss sollte die gesamte Innenverkleidung mit einer Kalkschicht versehen werden, um Milben und Co. keine Möglichkeit zu bieten, sich niederzulassen.