Freilauf von Hühnern – Der Boden

Die Gestaltung und Pflege eines Freigeheges für Hühner ist gar nicht so schwer, vorausgesetzt, es ist genügend Platz vorhanden. Wer Hühnern einen artgerechten Auslauf unter freiem Himmel bieten will, in dem sich die gefiederten Zweibeiner rundum wohl fühlen und ihrer Lieblingsbeschäftigung dem Scharren nachgehen können, der sollte sich frühzeitig Gedanken um die Gestaltung machen. Oft ist der Auslauf, besonders, wenn er nicht ausreichend groß bemessen ist, nicht nur durch das Scharre und Picken extremen Belastungen ausgesetzt, sondern auch durch die enorme Menge an Ausscheidungen. Ideal ist in so einem Fall die so genannte Wechselbeweidung. Hierbei wird der Vegetation ausreichend Regenerationszeit zwischen den Beweidungsintervallen durch die Hühner gegeben, indem ein zweiter Auslauf zur Verfügung steht. Dieses Auslaufmanagement ist allerdings in den seltensten Fällen realisierbar, da es einen sehr hohen Platzaufwand fordert. Dennoch kann auch ein kleiner Auslauf so gestaltet werden, dass sich Hühner darin wohlfühlen und ihren Bedürfnissen nachkommen können, ohne die Nerven ihres Halters auf die Zerreißprobe zu stellen. Wir zeigen, wie auch der kleinste Auslauf zum Hühnerparadies wird!

Rasen

Von Hühnern geliebt, von Besitzern gefürchtet, zumindest, was die Lebensdauer an geht, sind Rasenflächen im Hühnerauslauf. In den meisten Fällen fallen sie der Scharr- und Kratzlust der Hühnerscharr zum Opfer. Dennoch gibt es auch Hühnerrassen, die die Langlebigkeit einer Rasenfläche im Auslauf zu schätzen wissen und entsprechend wenig scharren, hierzu gehören zum Beispiel federfüßige Zwerghuhnrassen.

Rasen als Boden im Freilauf

In den meisten Fällen wird die einst gepflegte Rasenfläche jedoch zur Kraterlandschaft, egal, wie großzügig der Auslauf auch bemessen ist. In der Regel wird mit einer Größe von rund 10 Quadratmetern pro Huhn kalkuliert – auch, wenn die Realität oft anders aussieht. Im Positiven, wie im Negativen.

Rasengittersteine

Ideal ist es, Rasengittersteine zu verlegen. Diese rautenförmigen, zu Verlegeplatten zusammengefassten Plastikgitter, werden in den Boden verlegt. Durch die Löcher kann das Gras hindurch wachsen und von den Hühnern abgepickt werden. Scharren funktioniert hier nicht mehr, sodass die Fläche immer grün und gepflegt aussieht – wieder das entsprechende Platzangebot vorausgesetzt. Andernfalls wird der Rasen schnell zur Kloake, denn irgendwann sind auch die Gitter bis oben hin „voll“.

Beton

Als Auslauf für die Hühner kann auch eine Betonfläche dienen. Dies hat den Vorteil, dass das Gehege sauber und ordentlich bleibt, da man es wunderbar pflegen kann. Für die Hühner bedeutet ein Betonauslauf jedoch kein echtes Paradies. Sie benötigen eine Scharrfläche. Abhilfe schafft man, indem der Beton mit einer mindestens 20 cm dicken Schicht aus Sand oder Erde überzogen wird. Ein regelmäßiger Wechsel dieser Tretschicht ist allerdings unerlässlich, um den Auslauf entsprechend hygienisch zu halten.

Sand

Hühner lieben Sand, entsprechend sollte ihnen dieser in Form eines Sandplatzes zur Verfügung stehen. Ist der Auslauf nicht ohnehin betoniert und mit einer Sandschicht überzogen, bietet sich eine trockene Ecke des Geheges an, um hier einen Sandbereich einzurichten. Wie auch bei der Tretschicht muss diese mindestens eine Dicke von 20 cm haben, besser mehr, denn das erspart einem das ständige Auffüllen.

Auslauf mit Sandboden

Ein reiner Sandauslauf ist nicht zu empfehlen, da der Boden auf Dauer zu stark verdichtet und eine Drainage bei Regen nicht mehr gewährleistet ist. Hier wandelt sich der Sandplatz dann schnell zum unansehnlichen Matschplatz!

Mutterboden

Mutterboden als Untergrund im Freilaufgehege der Hühner ist ebenso bedingt zu empfehlen, wie ein reiner Sandauslauf. Auch hier stellt sich die Problematik der zunehmenden Verdichtung. Außerdem muss ständig neu aufgefüllt werden, da die Kraterlandschaft ansonsten dominiert und aus dem geraden, hübschen Auslauf eine unansehnliche Fläche macht.

Mutterboden im Auslauf

Von den Exkrementen, die sich auf einem Auslauf mit Mutterbodenbelag denkbar schlecht entfernen lassen, einmal ganz abgesehen. Ein Bereich mit Mutterboden sollte den Hühnern in ihrem Auslauf dennoch zur Verfügung stehen, sofern nicht ohnehin ein Rasenstück das Gehege ziert. Hierin können die Hühner nach Herzenslust scharren und nahrhaftes Kleingetier aufnehmen – ein wahrer Leckerbissen.

Kiesbett

Ein Kiesbett als Belag für ein Hühnerfreigehege zu verwendet, sollte aus hygienischen Gründen nicht erwogen werden. Es ist zwar optisch ansprechend, der Schein währt jedoch nur eine kurze Zeit. Sehr schnell ist das gesamte, vormals ansehnliche Kiesbett durch die Scharrfreude der Hühner in seiner Ordentlichkeit zerstört und verkotet. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern birgt auch gesundheitliche Risiken, wenn die Tiere ihre eigenen Exkremente aufnehmen.

Kombiböden

Bewährt hat sich für den Hühnerauslauf eine Kombination aus unterschiedlichen Bodenbelägen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Beachtet werden sollten dabei jedoch beide Bedürfnisse gleichermaßen. Die der Hühner und die der Halter. So muss der Scharr- und Sandbadefreude der Hühner ebenso Rechnung getragen werden, wie der einfachen Sauberhaltung durch den Halter, um auch im Auslauf ein Mindestmaß an Hygiene walten lassen zu können.