Bereiche im Hühnerfreilauf schützen

Den gesamten Garten als Freilauf zu nutzen, ist sicherlich der Traum eines jeden Huhns. Die Tiere genießen ein artgerechtes Leben mit einem Maximum an Freiheit. Sie scharren und picken und tun das, wofür sie geboren wurden. Leider hinterlassen sie dabei aber auch ihre Spuren, beispielsweise im frisch angesäten Gemüsebeet, und auch auf dem Essenstisch auf der Terrasse ist Hühnerkot nicht unbedingt gern gesehen. Außerdem birgt der uneingeschränkte Freilauf für die Tiere selbst Gefahren. Der Geschmacks- und Geruchssinn der Vögel ist weniger gut ausgeprägt und sie picken mit Vorliebe an Styropor und anderen schädlichen Substanzen. Auch im Gartenteich musste schon das ein oder andere Huhn sein Leben lassen.

Hühner im großen Freilauf

Sensible Bereiche im Hühnergarten schützen

Zum Glück gibt es genug Möglichkeiten, bestimmte Bereiche vor den Hühnern zu schützen. Inwiefern und in welchem Umfang ein Schutz notwendig ist, hängt natürlich auch von der Hühnerrasse ab. Flugfaule Hühner wie Große Orpingtons machen sich seltener am Hochbeet zu schaffen als gute Flieger. Da muss man genau abwägen, inwiefern Schutzmaßnahmen sinnvoll sind.

Das muss unbedingt geschützt werden:

  1. Zum Schutz der Hühner selbst:
    • Teiche und größere Wassergefäße mit steilen, glatten Wänden
    • schmale und tiefe Gruben, aus denen die Tiere nicht mehr selbst hinauskommen
    • mit Styropor oder anderen künstlichen Substanzen isolierte Bereiche, Teicheisfreihalter aus Styropor
  2. Schutz vor Fraß, Zerstörung und Verunreinigung:
    • Beeren und Früchte tragende Sträucher
    • frisch angesäte Bereiche
    • kotempfindliche Stellen auf der Terrasse

Die besten Ideen, das Gemüsebeet und andere Bereiche vor den Hühnern zu schützen

Geflügelnetz als Schutz des Gemüsebeetes

1) Geflügelnetz zur flexiblen Verwendung

Das Geflügelnetz ist der Klassiker unter den mobilen Hühnerzäunen. Hierbei handelt es sich um einen verhältnismäßig engmaschigen Steckzaun. Dieser ähnelt vom Aufbau her einem Schafzaun und ist in einer elektrifizierbaren und einer einfachen Variante erhältlich. Je nach Hühnerrasse stehen verschiedenen Höhen zur Auswahl. Für schwere Hühner reicht zumeist ein Zaun in einer Höhe von 60 bis 100 Zentimeter vollkommen aus. Für flugfreudigere Rassen darf es gerne noch etwas höher sein. Ein Vorteil des Geflügelnetzes ist die flexible Verwendbarkeit. Man kann damit auch relativ große Areale schnell und effektiv umzäunen.

2) Maschendrahtzaun zur festen Montage

Der Maschendrahtzaun ist eine solide Methode der Umzäunung. Er ist in der Regel fest und dauerhaft montiert und in verschiedenen Höhen erhältlich. Die Kosten hierfür sind allerdings etwas höher und er lässt sich nicht so flexibel einsetzen wie das Geflügelnetz. Ein Maschendrahtzaun macht dort Sinn, wo ein bestimmter Bereich über einen langen Zeitraum hinweg geschützt werden muss.

3) Teichschutzzaun zum Stecken

Da viele Teiche für die Hühner gefährlich werden können, ist es ohnehin ratsam, diesen mit einem Teichzaun zu begrenzen. Im Handel gibt es hierfür formschöne Steckzäune aus Metall. Der Vorteil dieser Modelle ist ihre stabile und dennoch flexible Gestaltung. In der Regel setzt sich ein Teichzaun aus mehreren Elementen zusammen. Er ist somit beliebig erweiterbar. Ein Element ist zumeist zwischen 65 und 100 Zentimeter lang und etwa 80 Zentimeter hoch. Teichzäune bestehen aus einem robusten Metallgitter. Sie sind tragfähiger als Geflügelnetze und stabiler. Mittels Metallstäben werden sie zusammengesteckt und im Boden fixiert. Der Auf- und Abbau bereitet keine Probleme. Selbstverständlich lassen sich die Steckzäune auch in andere Bereiche integrieren, beispielsweise vor Kellerschächten und Fallgruben. Auch eine Verwendung zur Abdeckung ist möglich. Ein Vorteil ist die zumeist attraktive Optik. Die Zäune bereichern den Garten auf eine geschmackvolle Art.

Kleiner Tipp: Viele Teichzäune gibt es in Silbermetallic, Anthrazit und Tannengrün. Die tannengrünen Modelle fügen sich besonders dezent in die Gartenlandschaft ein.

4) Vogelschutznetz zum Darüberspannen

Vor allem bei Gefahr von oben, zum Beispiel wenn Greifvögel immer wieder Appetit auf Hühnchen verspüren, kann ein Vogelschutznetz vor Verlusten schützen. Dieses ist im Idealfall in einer für die Hühner nur schwer erreichbaren Höhe über ein bestimmtes Areal gespannt. Es hindert zum einen die Hühner am Überfliegen des Zauns und hält zum anderen Eindringlinge fern. Das Gemüsebeet mit einem Vogelschutznetz bodennah abzudecken, ist hingegen keine gute Idee, denn die Hühner lassen sich dadurch nicht am Picken stören und können sich im Netz verfangen. Möchte man zum Beispiel einen tiefer liegenden Teich hühnersicher abdecken, dann muss das Netz auch wirklich stabil genug sein, um das Huhn im Falle eines Falles auffangen zu können.

Tipp: Das Vogelschutznetz sollte immer möglichst straff und in einer für die Hühner schwer erreichbaren Höhe angebracht sein. Gegebenenfalls lohnt es sich, das Netz auf einen Rahmen zu spannen.

5) Volierengitter zwecks Zaunbau

Volierengitter benötigt man nicht nur zum Bau einer Voliere, sondern sie lassen sich auch gut zur Herstellung hühnersicherer Zäune verwenden. Auch die Volierengitter gibt es in unterschiedlichen Höhen, so dass sich selbst ein etwa zwei Meter hoher Zaun schnell und einfach realisieren lässt. Angebracht wird das Gitter an hierfür geeigneten Pfosten aus Metall oder Holz. Im Gegensatz zum Geflügelnetz dient diese Methode der langfristigen Sicherung sensibler Bereiche.

6) Beetumrandung als Hochbeetschutz

Es gibt agile Hühnerrassen, die Hochbeete lieben. Entweder plündern sie die frische Saat oder aber sie nutzen das Beet als Ersatz für die Sitzstange. Ein niedriger Steckzaun, wie er häufig für die Beetumrandung verwendet wird, sorgt hier zumeist für rasche Abhilfe. Dieser ist in der Regel zwischen 20 und 40 Zentimeter hoch und flexibel einsetzbar. Er lässt sich schnell anbringen und entfernen. Viele Modelle sind speziell für den Ziergarten konzipiert und verfügen über ein dementsprechend ansprechendes Design.

Taubenabwehr für Hühner?

Vor allem an historischen Gebäuden in großen Städten sind oft Taubenspikes an Simsen und Mauervorsprüngen angebracht. Die Stacheln verhindern, dass sich die Tauben auf dem Gemäuer niederlassen und schützen es somit vor einer Verschmutzung mit Kot. Auch tiefliegende Fensterbretter werden mitunter von den Hühnern heimgesucht. Taubenspikes schützen selbstverständlich auch vor dem Hausgeflügel. Die Verletzungsgefahr steht jedoch in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Hilft Ultraschall?

Dass Hühner nicht so gut riechen können wie viele andere Tiere, ist bekannt. Akustische Signale nehmen die Vögel aber dennoch gut wahr. Im Handel gibt es spezielle Ultraschall-Vogelabwehrgeräte. Diese senden modulierte Hochfrequenzen aus und beeinflussen damit das Nervensystem der Tiere. Die Hühner empfinden das als störend und sollen sich von derart geschützten Plätzen fernhalten. Die meisten Geräte decken einen Bereich von etwa 25 bis 30 Quadratmeter ab. Die Hühner empfinden den Aufenthalt in diesem Areal sicherlich als unangenehm. Ein hundertprozentiger Schutz ist das aber auch nicht.

Hühnerhalterfreundliche Gartengestaltung

Wer clever ist, gestaltet den Garten von vornherein so, dass die Hühner so wenig Schaden wie möglich anrichten können. Wer gerne Erdbeeren und Gemüse aus dem eigenen Garten erntet oder sich an bunten Blumen erfreuen möchte, kauft ein oder mehrere Hochbeete. Hier sind die Pflanzen in der Regel besser geschützt als auf dem Boden. Im Idealfall steht das Hochbeet an einer Wand, so dass nur die Front vor etwaigen Hühnerangriffen gesichert werden muss. Ein hühnerfreundlicher Gartenteich verfügt über ein flach ins Wasser laufendes Ufer mit griffigem Untergrund.

Gibt es gartenfreundliche Hühner?

Nein, alle Hühner nutzen ihre Chance, insofern sich eine Gelegenheit ergibt. Es gibt aber Hühner, die höher fliegen als andere und faule Hühner, die in gewisser Weise pflegeleichter sind. In frisch angelegten Beeten scharren die Vertreter aller Rassen sehr gerne. Die schweren Hühner sind aber besser für die Optik des Gartens, weil die Notwendigkeit, hohe Zäune zu errichten, zumeist entfällt. Barnefelder, Große Orpingtons, Brahma und Cochin zählen zu den eher ruhigeren Hühnern. Vor allem viele Zwergrassen sind im Gegensatz dazu hochmobil und erkundungsfreudig, ebenso wie Brabanter, Italiener und Spanier. Es lohnt sich also, sich im Vorfeld darüber zu informieren, welche Haushuhnrasse am besten auf das eigene Grundstück passt.