Grundsätzlich ist eine Herdenhaltung mit Hahn einer reinen Hennenguppe vorzuziehen – wenn dies denn möglich ist. Häufig scheitert dieses Vorhaben an empfindlichen Nachbarn.

Der Hahn fungiert als Beschützer vor Angreifern, indem er nach Fressfeinden Ausschau hält und sofort Alarm schlägt, oft sogar den Feind angreift. Er schlichtet Streitgkeiten zwischen den Hühnern, verwöhnt sie mit gefundenen Leckerchen und zeigt ihnen die besten Plätze um Eier zu legen. Ganz besonders charmante Hähne setzen sich vorher ins Nest und rücken Halme und Federchen zurecht, damit es die Damen auch bequem haben. Das Befruchten der Eier und die akustische Reviermarkierung fallen auch in seinen Aufgabenbereich.

Bei der Wahl der Herdengröße kommt es auf das Temperament des jeweiligen Hahns an. Ruhige Rassen wie z.B. Brahmas werden oft zu 1,3 gehalten. Hähnen mit feurigem Charakter genügen drei Hennen meistens nicht. Besonders agile Landhuhnrassen fallen in diese Kategorie, als Beispiele seien Italiener, Appenzeller Spitzhauben und Brakel genannt. Wie überall bestätigen Ausnahmen auch hier die Regel.

Bei einem impulsiven, aktiven Hahn sind die Hennen schnell abgetreten, wenn der Harem zu klein ist, ihnen fehlen die Federn auf dem Rücken oder sie erleiden sogar Verletzungen durch die Sporen des ungestümen Verehrers.
Sobald bemerkbar wird, dass die Anzahl der Hennen zu gering ist, entweder durch permanentes Gejagt-werden vom Hahn oder eben durch bereits federlose, nackte Rückenpartien, sollte die Gruppe durch zusätzliche Hennen erweitert werden. Wichtig ist, dass immer mindesten zwei neue Hennen angeschafft werden, welche abends in den Stall zur Herde gesetzt werden, da sie sich so wesentlich leichter in die Herde integrieren und von den anderen besser akzeptiert werden. Eine dreiwöchige Quarantäne, weitab von der bestehenden Herde, sollte vorher zum Schutz des Altbestandes, auf jeden Fall gewährleistet sein.