Hühner Haltung und Fütterung im Winter

Hühner sind nicht zimperlich was Kälte angeht. Im Gegenteil. Kälte setzt ihnen wesentlich weniger zu, als große Hitze, die aufgrund der fehlenden Schweißdrüsen schlecht kompensiert werden kann. Vorausgesetzt für ein „Kältewohlbefinden“ ist allerdings eine trockene Kälte. Schnee, Nässe und Wind in Verbindung mit Kälte mögen Hühner oftmals genauso wenig, wie wir Menschen.

Hühner im Winter

Die meisten Hühnerrassen benötigen demnach keinen extra isolierten Stall. Nur zugfrei, trocken und hell sollte er sein, denn gerade ein möglichst hohes Lichtangebot ist an den kurzen Wintertagen ein echter Wohlfühlfaktor für die gefiederten Gartenbewohner.

Haltungsansprüche im Winter

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen langsam sinken, der Wintereinbruch also kurz vor der Tür steht, wird die Mauser bei unseren Haushühnern auf natürliche Weise induziert. Mit Einführung der Massentierhaltung zu Beginn der 50er Jahre wurden die für die Mauser wichtigen Umgebungsparameter wie Licht und Klima jedoch immer mehr vom Menschen gesteuert – und mit ihnen die „natürliche“ Mauser unter Kontrolle gebracht. In Anbetracht der Wirtschaftlichkeit ein lukratives Vorgehen, denn während der Mauser leidet die Produktivität des Huhns erheblich – das Eierlegen wird zugunsten der hohen energetischen Belastung durch die Federerneuerung eingestellt. Mit dem neuen Federkleid lässt sich der bevorstehende Winter dann jedoch gekonnt meistern. Ein isolierter Stall ist daher nicht nötig. Ein heller, vor Zugluft geschützter Unterschlupf sollte ihnen jedoch zur Verfügung stehen, damit sie sich bei Schnee- und Matschwetter ins Trockene zurückziehen können. Das ist vor allem bei federfüßigen Rassen ein notwendiges Übel, da die Witterungsbedingungen sonst unter der Federpracht zu schlummernden Entzündungen an den Läufen führen können. Auch Schnee kann zu Problemen führen, zum einen werden Hühner sehr schnell schneeblind, zum anderen fehlen ihnen die Thermorezeptoren auf der Haut, sodass auch die Füße schnell Erfrierungen ausgesetzt sind. Für den frostempfindlichen Kamm, der bei einigen Hühnerrassen sehr ausgeprägt ist, kann ein Unterschlupf mitunter ebenfalls sinnvoll sein, da er vor Erfrierungen desselben schützt. Auf Nummer sicher gehen kann man dabei allerdings nur, wenn die Hühner, bzw. Hähne bei extremen Minusgraden, bzw. Schnee „zwangseingesperrt“ werden.

Stalleinrichtung im Winter

Tröge, Tränken und Näpfe gibt es im Handel in einer derart großen Vielfalt, dass sie eine gewisse Entscheidungsnot provozieren. Eindämmen lässt sich diese Vielfalt allerdings recht gut, wenn die Funktionalität und Beständigkeit in den Vordergrund gestellt wird. Gerade in Sachen Haltbarkeit sollte bei der Auswahl der Gebrauchsgegenstände für den Hühnerstall nämliche auch an den kommenden Winter gedacht werden. Nicht nur die aufwandlose Reinigung und Stabilität sollte daher bei Tränken und Co. gegeben sein, sondern auch die Frostbeständigkeit. Vor allem bei der Auswahl der richtigen Hühnertränke spielt dann nicht nur das Fassungsvermögen, sondern auch die Möglichkeit, mit ebendieser Tränke einen Tränkenwärmer zu verwenden, eine Rolle. Ansonsten unterscheidet sich die winterliche Stalleinrichtung nicht von der sommerlichen Variante.

Fütterung im Winter

Bei der Winterfütterung ist auf eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffzufuhr zu achten. Vor allem der Vitaminbedarf im Winter ist aufgrund der kürzeren Tage (Vitamin D) und dem geringeren Grünfutterangebot gegenüber den Sommermonaten erhöht. Hühnerfutter aus dem Handel erfüllt aber in der Regel auch im Winter die Kriterien der ausreichenden Nährstoffversorgung. Zu bedenken ist jedoch der erhöhte Energiebedarf, den die kühle Witterung für die Hühner mit sich bringt. Da sie bedingt durch die Kälte einen höheren Grundumsatz aufweisen, als im Sommer, muss entsprechend energiehaltiges Futter angeboten werden. Vielfach wird hierbei auf Mais zurückgegriffen, da es zum einen günstig in der Anschaffung und zum anderen großzügig in der Energiebereitstellung ist. Grünfutter wird im Winter ebenfalls gerne genommen, hierbei ist allerdings Vorsicht geboten. Grünfutter nur in dem Maße füttern, wie es ohne einzufrieren schnell aufgenommen werden kann – gefrorenes Futter kann zu erheblichen Verdauungsproblemen führen. Außerdem belastet wasserreiches, energiearmes Futter, wie zum Beispiel Sprossen, den Stoffwechsel sehr stark, weil es unnötig viel Kraft verbraucht. Eine solide, energiereiche Körnerkost, sowie hin und wieder ein paar tierische Eiweißhappen, sind daher wesentlich Vorteilhafter.