Anleitung: Eier ausbrüten mit dem Flächenbrüter

Eier ausbrüten mit dem Flächenbrüter

Die Vorbereitung: Bruteier kaufen!

Hühner zu halten ist spannend, doch noch spannender ist das Eier Ausbrüten und eigene Küken aufzu ziehen. Dafür benötigt man befruchtete Eier. Wer keinen eigenen Hahn besitzt, hat die Option, Bruteier von einem anderen Halter zu kaufen.

Hierbei ist die Eiqualität entscheidend für den späteren Erfolg, denn wenn das Ausbrüten nicht klappt, liegt das nicht zwangsläufig am Brutapparat. Gute Eier sind also die Voraussetzung für einen gesunden Schlupf.

Gute Bruteier sind…

  • möglichst frische Eier, die im Idealfall nicht älter als etwa sieben Tage sind.
  • bei rund acht bis 15 Grad gelagert worden.
  • mehrmals am Tag gewendet worden oder mit der Spitze nach unten gelagert worden.
  • frei von Rissen oder poröse Stellen.
  • von typischr ovaler Eiform.
  • nicht zu groß: Auffallend große Eier verfügen häufig über zwei Dotter. Die Wahrscheinlichkeit eines gesunden Schlupfes ist hier sehr gering.
  • sauber: Damit keine Keime in das Ei eindringen, sollte die Schale möglichst sauber sein.

Bruteier kaufen - Wichtige Kriterien

Der passende Standort für den Flächenbrüter

Der Flächenbrüter funktioniert nur dann korrekt, wenn er die vorgegebene Temperatur gleichmäßig halten kann. Neben der Heizung, aber auch neben einer Tür oder einem Fenster, das regelmäßig geöffnet und geschlossen wird, ist der Brutkasten deplatziert. Er darf weder direktem Sonnenlicht noch Zugluft ausgesetzt sein.

Unser Tipp

Ideal ist ein Aufstellort in einem Kellerraum, an dem die Temperaturen recht konstant sind.

Wichtig ist auch, dass der Stecker gut sitzt und kein Risiko besteht, dass er herausgezogen wird. Kinder und Haustiere sind deshalb von der Brutmaschine fernzuhalten. Damit der Brüter nicht versehentlich umfällt, muss er auf einer stabilen Unterlage stehen.

Flächenbrüter – Varianten und Modelle

Der Flächenbrüter ist das Standardmodell für den Einsteiger, der nur wenige Eier ausbrüten möchte. In der Regel genügt hier ein Volumen für rund 20 bis 25 Eier.

Es gibt verschiedene Flächenbrüter, solche, die sich manuell bedienen lassen und solche, bei denen der Brutvorgang nach einer entsprechenden Programmierung automatisch abläuft.

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Letztere sind etwas teurer, nehmen aber gerade dem Anfänger viel Arbeit ab. Am praktischsten sind die Flächenbrüter mit automatischer Wendung. Etwa im Vierstundentakt wird die Horde automatisch verschoben, was auch die Eier in die veränderte Position bringt. Somit erfolgt eine gleichmäßige Bebrütung der Eier und ein Festkleben des Embryos wird effektiv verhindert.

Unsere Flächenbrüter Empfehlung (vollautomatisch):

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Es gibt verschiedene Arten von Flächenbrütern. Bei einer einfachen Variante liegen die Eier nebeneinander auf einer Platte. Eine Schiene unterteilt die Horde in einzelne Fächer. Der Abstand zwischen Ei und Schiene sollte etwa fünf bis zehn Millimeter betragen. Dann hat das Ei ausreichend Platz, um sich zu wenden.

Andere Flächenbrüter arbeiten mit Wendehorden. Die Eier werden einzeln in die hierfür passenden Vertiefungen gesetzt. Es erfolgt kein Rollen des Eis, sondern die Horde bewegt sich mit dem Ei und verändert somit gemeinsam mit diesem die Stellung. Das kann vollautomatisch oder mechanisch passieren.

Unser Tipp

Etwa zwei Tage vor dem Schlupf drehen sich die Küken in Position. Deshalb ist es sinnvoll, die Eier nicht mehr zu wenden beziehungsweise angebracht, die Wendefunktion auszustellen.

Probelauf des Flächenbrüter vor dem Eier ausbrüten

Nach dem Einstellen der Bruttemperatur ist es sinnvoll, den Apparat einige Stunden, im Idealfall sogar einen ganzen Tag, leer laufen zu lassen und die Eier später in den vorgewärmten Flächenbrüter einzulegen.

Eier im Flächenbrüter

Unser Tipp

Während des Probelaufes solltest du prüfen ob sich die Temperatur auf den Optimalwert einstellt und die automatische Wendung funktioniert.

Eier ausbrüten im passenden Mikroklima

Damit sich die Küken in den Eiern gesund entwickeln, müssen die klimatischen Bedingungen stimmen. Das betrifft zum einen die Temperatur und zum anderen die Luftfeuchtigkeit. Außerdem benötigen die Eier ausreichend Frischluft. Bei den vollautomatischen Geräten sorgt ein eingebauter Ventilator automatisch für eine ausreichende Frischluftzufuhr.

Die Feuchtigkeit schwankt idealerweise zwischen 55 und 65 Prozent. Bei der einfachen Variante stellt der Hühnerzüchter eine Wasserschale unter die Eier. Die meisten automatischen Flächenbrüter besitzen unter der Horde einen speziellen Wasserbehälter, der die Luft unter den Eiern gleichmäßig von unten feucht hält.

In der Regel erfolgt das Nachfüllen mit Wasser täglich durch eine kleine Flasche durch eine hierfür extra angelegte Öffnung. Die Wassermenge hängt von dem jeweiligen Brüter ab. Bei einem vollautomatischen 24-Ei-Flächenbrüter muss man je nach Modell ungefähr 150 Milliliter täglich nachfüllen.

Unser Tipp

Etwa zwei bis drei Tage vor dem Schlupf ist es sinnvoll, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Die Schale wird weicher und die Küken kommen dann leichter aus dem Ei.

Bei welcher Temperatur werden Eier ausgebrütet?

Die Idealtemperatur zum Eier Ausbrüten liegt bei etwa 38 Grad Celsius. Bei vielen Brutmaschinen ist diese Temperatur bereits voreingestellt. Leichte Schwankungen nach unten oder oben werden meist toleriert, so dass es auch schon gelungen ist, Hühner- und Enteneier gemeinsam auszubrüten. Als Anfänger ist es jedoch von Vorteil, sich genau an die Vorgaben zu halten, denn dann sind die Erfolgsaussichten am größten.

Unser Tipp

Die Temperatur sollte auf Höhe der Eioberkannte gemessen werden. Durch die Temperaturschichtung im Flächenbrüter kann diese an der Eiunterkante bis zu 2° Celsius niedriger sein.

Wie lange dauert die Brutzeit bei Hühnern?

Die meisten Kinder lernen es bereits in der Schule: Ein Huhn benötigt 21 Tage, bis es aus dem Ei schlüpft. Dass das nicht zwangsläufig so ist, zeigt die praktische Erfahrung. Manche Küken schlüpfen schon am 19. oder 20. Tag, andere wiederum lassen sich ein oder zwei Tage länger Zeit.

Allgemein ist davon auszugehen, dass mit einem Ei etwas nicht stimmt, wenn aus allen anderen bereits Küken geschlüpft sind. Wie lange man die Eier ausbrüten muss, hängt auch von der Rasse ab.

Typische Brutzeit der Hühner:

  • Großhühner: 21 Tage
  • Zwerghühner: 19 – 21 Tage
  • Puten: 28 – 30 Tage
  • Fasane: 22 – 24 Tage

Wie man sieht, ist die Brutdauer rasseabhängig. Manche Geflügelhalter brüten in dem Apparat auch Enten und Gänse aus. Hausenten, die von der Stockente abstammen, benötigen bis zum Schlupf rund 28 Tage, Warzenenten lassen sich mit 32 bis 34 Tagen etwas mehr Zeit, während eine Gans 29 bis 32 Tage auf den Eiern sitzt.

Selbst ein mehrstündiger Stromausfall ist übrigens noch lange kein Grund zur Panik. In der Regel verzögert sich dadurch die Schlupfzeit dementsprechend. Man sollte in einem solchen Fall nicht gleich die Flinte ins Korn werfen und den Brutapparat ausschalten, sondern wie gewohnt weitermachen und sich mit ein bisschen Glück über gesunde Küken freuen.

Am problematischsten ist eine Unterbrechung in den ersten zwei Wochen. Kritische Werte werden zumeist erst dann erreicht, wenn die Temperatur mehr als einen Tag unter 36 Grad sinkt. Unter normalen Umständen kommt es auch hin und wieder vor, dass die Henne das Nest zum Fressen verlässt.

Das Schieren – Was bedeutet Eier schieren?

Zu den spannendsten Momenten beim Eier Ausbrüten gehört das Schieren. Das geschieht zum ersten Mal am sechsten bis zum achten Tag. Hierfür genügt zwar eine einfache, direkt an das Ei gehaltene Taschenlampe. Spezielle Schierlampen sind dazu in der Lage, die Schale besser zu durchdringen. Sie leuchten intensiver und ergeben ein genaueres Bild.

Ab etwa dem sechsten Tag ist ein kleiner Punkt zu sehen. Außerdem entsteht nun ein zartes Netz aus Blutgefäßen.

Befruchtetes Ei beim Schieren erkennen

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Das Küken ist abgestorben, wenn sich ein deutlicher Ring zeigt, der zumeist längs der Achse verläuft.

Ist in dem Ei noch nichts zu sehen, dann lohnt sich das Warten bis zum 10. oder 12. Tag. Erst dann sollte das Ei endgültig aussortiert werden. Das kommt letztendlich auch den anderen Bruteiern zugute, denen dann mehr Platz im Flächenbrüter zur Verfügung steht.

Es ist lehrreich und sehr interessant, die Entwicklung des Embryos zum fertigen Küken die nachfolgende Zeit mit der Schierlampe zu beobachten.

Unser Tipp

In einem abgedunkelten Raum lässt sich das Ei oft besser schieren. Das Leben im Ei ist dann deutlicher zu erkennen.

Nach dem Eier ausbrüten – Wenn die Küken schlüpfen

Auf das Eier Ausbrüten folgt der Schlupf. Dass es soweit ist, erkennt man an den angepickten Eierschalen. Die angepickte Stelle befindet sich im Idealfall auf der dickeren Seite des Eis etwas über der Mitte.

Ist das Ei in der Nähe der Spitze angepickt, dann liegt das Küken vermutlich falsch herum, was aber nicht zwangsläufig heißen soll, dass es nicht doch noch gesund schlüpft. In Ruhe abwarten ist hier sehr wichtig. Demnach sollte der Brutkasten für die Zeit des Schlupfes geschlossen bleiben.

Unser Tipp

Ein unnötiges Öffnen des Brüters führt zu einem Absinken der Luftfeuchtigkeit.

Wer es dennoch nicht lassen kann, sollte deshalb immer wieder frisches Wasser nachfüllen. Ein weiteres Problem ist das Festkleben des noch nicht geschlüpften Kükens an der Eihaut. Ein Verlust der Luftfeuchtigkeit begünstigt dies.

Wann die Küken nach dem Schlupf aus dem Flächenbrüter nehmen?

Vor dem Schlupf ziehen die Küken den Dottersack in ihre Bauchhöhle. Da sie davon zehren, benötigen sie die nächsten zwei Tage kein Futter. Manche Hühnerzüchter lassen die Küken wirklich zwei Tage im Brüter. Andere wiederum entnehmen die Tiere sofort nach dem Trocknen des noch flauschigen Gefieders. Das hat den Vorteil, dass die noch in den Eiern befindlichen Küken in Ruhe schlüpfen können, denn die bereits geschlüpften Tiere bringen viel Unruhe in den Brutapparat und sorgen für ein Verrollen der restlichen Eier.

Küken nach dem Ausbrüten

Die abgetrockneten Küken kommen in einen separaten Käfig unter eine Wärmeplatte.

Küken unter der Wärmeplatte

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Manche Küken beginnen schon einige Stunden nach dem Schlupf mit dem Fressen.

Flächenbrüter selber bauen und das Prinzip verstehen

Um das Prinzip zu verstehen, lohnt sich das Eier Ausbrüten in einem selbstgemachten Brutkasten. Eine Styroporbox dient der Isolation. Ein in der Box aufgehängtes Heizkabel erzeugt die gewünschte Wärme von rund 38 Grad. Das An- und Abschalten erfolgt durch ein Thermostat. Mithilfe des Thermometers lässt sich die Temperatur genau überprüfen. Um eine konstante Luftfeuchtigkeit von rund 55 bis 65 Prozent zu erhalten, kommt eine Schale mit Wasser in die Box. Die Luftfeuchtigkeit misst man mit dem Hygrometer. Bei dieser Art des Eier Ausbrütens ist es notwendig, die Eier drei- bis viermal am Tag manuell zu drehen.

Allgemein werden nur folgende Dinge benötigt:

  • eine Styroporbox
  • ein Heizkabel mit Thermostat
  • Thermometer zum Überprüfen
  • Hygrometer zum Überprüfen
  • eine Schale mit Wasser
  • eine Horde für die Eier