Durchfall bei Hühnern

Auf Durchfall trifft man bei Hühnern relativ häufig. Die Ursachen können dabei recht vielfältig von einem eher harmlosen Fütterungsfehler bis hin zu einer schweren Infektionskrankheit oder dem Befall mit Parasiten oder anderen Schmarotzern reichen. Je nachdem, was der Auslöser für den Durchfall der Hühner ist, richtet sich die Behandlung hiernach. Bevor mit Hausmitteln oder härterem Geschütz dem Durchfall zu Leibe gerückt wird, muss also zunächst die Ursache geklärt werden.

Durchfall was ist das

Durchfall, medizinisch auch als Diarrhoe bezeichnet, beschreibt einen Zustand, bei dem die Verdauung in unzureichender Form stattfindet. Der Stuhl weicht beim Durchfall von seiner normalen Konsistenz und Frequenz ab, wobei der Wassergehalt deutlich erhöht ist. Man spricht auch von dünnem Stuhl, der sich als Symptom oder Begleiterscheinung vieler Krankheiten zeigt. Bei Hühnern zeigt sich Durchfall, wie bei allen anderen Lebewesen auch, ebenfalls in Form dünnflüssiger Ausscheidungen. Diese können von schaumig gelb bis hin zu klar dünnflüssig variieren und geben anhand ihrer Konsistenz schon erste Hinweise auf eine mögliche Ursache.

Ursachen von Durchfall bei Hühnern

Die Ursachen von Durchfall bei Hühnern sind recht vielfältig. Wenn es sich nicht gerade um Fütterungsfehler (zu viel Saftfutter wie Salat) oder eine Darmentzündung durch „falsche“ Futtermischungen handelt, bilden Parasiten die wohl häufigste Ursache für Durchfallerkrankungen der Hühner. Einzellige Lebewesen wie zum Beispiel Histomonaden oder auch Würmer sind in im Hühnerorganismus und hier vor allem im Darm in der Regel fast immer anzutreffen. Bei gesunden Tieren ist ein ausgewogenes Verhältnis dieser gegeben, sie leben im Prinzip voneinander und miteinander. Ist die Abwehr jedoch geschwächt, durch Stress, Infekte, Mauser o. ä., kann es zu einem Ungleichgewicht kommen. Dann werden die sonst so unproblematischen Mitbewohner zum echten Problem und machen das Huhn krank. Eine Kotprobe kann hier schnell Aufschluss über die möglichen Ursachen geben, so können fütterungsbedingte Umstände ausgeschlossen werden.

Häufige Auslöser von Durchfallerkrankungen

Histomonaden sind häufig für Durchfälle beim Huhn verantwortlich, die sich in Form von schwefelgelbem, gerne schaumigem Kot zeigen. Hier spricht man dann von einer Blinddarm-Leber-Entzündung oder auch Schwarzkopfkrankheit. Der Darmparasit wird durch die Eier des Pfriemschwanz (eine Wurmart, die sich im Magen-Darm-Trakt einnistet) übertragen und kann lange Zeit im Erdboden oder anhaftend an Trinknäpfen etc. überleben. Neben der Steigerung der Abwehrkräfte sind vor allem eine gute Hygiene und eine möglichst geringe Besatzdichte die beste Vorbeugung.

Auch Kokzidien sind für oft blutigen Durchfall bei Hühnern bekannt und je nach Art gefürchtet. Je nachdem, um welche Art es sich handelt, kann es bei Behandlung zu einem raschen Abklingen der als Kokzidiose bezeichneten Krankheit kommen oder zum Tode führen. Häufig betroffen sind abwehrgeschwächte Tiere und Jungtiere, bei denen das Immunsystem noch nicht voll ausgeprägt ist.

Ein massiver Wurmbefall kann bei Hühnern ebenfalls zu Durchfall führen und muss entsprechend behandelt werden. Dennoch sollte auch hier das Hauptaugenmerk auf der Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte liegen, da ein gesunder Organismus durchaus dazu in der Lage ist, eine „gesunde“ Wurmpopulation im Griff zu halten.

Durchfall beim Huhn behandeln

Ist die Ursache des Durchfalls geklärt, kann eine gezielte Behandlung folgen. Bei Fütterungsfehlern empfiehlt sich das Vorgehen von selbst – Umstellung der Fütterung. Zusätzlich kann man den Durchfall durch die Gabe von Kohle (Kohletabletten aus der Apotheke, Holzkohle zum Grillen) eindämmen. Diese entzieht dem Darm das überschüssige Wasser und macht den Kot wieder fest. Auch eine Buttermilch mit verschiedenen, zumeist wurmwidrig wirkenden Kräutern oder andere „alte“ Hausmittel wie Quark mit geriebener Möhre, Apfel, Haferflocken oder Hirse kann bei Durchfall zum Einsatz kommen. Die Moro`sche Möhrensuppe ist ebenfalls eine unarzneiliche Medizin, die den Durchfall in vielen Fällen zum Stoppen bringt. Die chemische Keule ist bei allen schwerwiegenden Durchfällen angesagt, worüber aber letztendlich der Tierarzt entscheiden sollte.