Kieselgur zur Bekämpfung und Vorbeugung gegen Milben

Die beste Voraussetzung für gesunde und muntere Hühner ist ein hygienisches Lebensumfeld. Der Fachhandel hält zahlreiche Präparate für einen hygienischen Hühnerstall bereit. Zum einen sind das Desinfektionsmittel, aber auch Mittel zur Parasiten- und Wurmei-Bekämpfung. Regelmäßig angewendet, reduziert das den Infektionsdruck auf die gefiederten Bewohner, schützt sie allerdings nicht langfristig vor allerhand kriechenden Parasiten wie Milben, Federlingen, Flöhen und Co. In diesem Zusammenhang wird gerne und häufig auf Kieselgur zurückgegriffen.

Kieselgur hilft gegen Milben

Was ist Kieselgur

Kieselgur ist ein weißliches, sehr feines Pulver, das hauptsächlich aus fossilen Kieselalgen, sogenannten Diatomeen, bzw. deren Schalen besteht. Deren Hauptbestandteil ist das (nicht kristalline) Siliziumoxid, auch als Quarz bekannt. Geologisch betrachtet ist Kieselgur ein Sedimentgestein, das aus fossilem Kieselalgenschlamm, also skelettierten Schwämmen, Algen, etc., entstanden ist. Es ist ein leichter, hoch poröser Stoff mit einer guten Rieslungsfähigkeit. Es wird gerne als Füllstoff, als Putzhilfe in Zahncremes, in Kosmetika, in der Pharmaindustrie und in der Filtertechnik verwendet und gilt als einer der Hauptbestandteile unserer Erdkruste.

Wie wirkt Kieselgur

Als Schädlingsbekämpfungsmittel wird Kieselgur gerne eingesetzt, denn es birgt gleich mehrere Vorteile! So gelangt es durch seine feine Struktur selbst in die kleinste Ritze und unzugängliche Hohlräume, was vielen Schädlingen zum Verhängnis wird. Die feinen Partikel setzen sich auch bei ihnen in sämtliche Ritzen, blockieren somit die Gelenke und führen zu einer Immobilisierung. Weiterhin dringen die feinen Kristalle in die Atmungsorgane ein, was zu einem Austrocknen von innen führt. Im Gegensatz zu chemischen Insektiziden bilden sich bei Kieselgur keine Resistenzen aus, eine Überdosierung ist ebenfalls nicht möglich, da es rein physikalisch wirkt.

Anwendung von Kieselgur

Kieselgur sollte nicht erst bei einem Milbenbefall eingesetzt werden, sondern schon vorbeugend auf die bevorzugten Rückzugsgebiete der Parasiten eingebracht werden. Vor allem der Stallboden unter der Einstreu, die Stallecken, Legenester und Sitzstangen sollten mit einer Schicht Kieselgur bestreut werden.

Kieselgur zerstäuben

Es empfiehlt sich ebenfalls, immer ein wenig Kieselgur unter das Sandbad zu mischen, damit bei jedem Sandbad ein wenig Kieselgur in das Federkleid aufgenommen wird. Das Nachstreuen des Kieselgurs erfolgt alle zwei bis drei Wochen bzw. nach Bedarf, sobald die erstmals aufgebrachte Schicht verbraucht ist oder der Stall komplett ausgemistet wird. Wichtig! Da Kieselgur von sehr feiner Struktur ist, muss beim Verstreuen ein Mundschutz getragen werden, um gesundheitlichen Schäden vorzubeugen! Die Hühner können wieder in den Stall verbracht werden, sobald sich der „Staub“ gelegt hat. Das Aufbringen kann durch Streuen erfolgen aber auch mit Hilfe einer Zerstäuberpumpe im gesamten Stall „vernebelt“ werden.

Zerstäuberpumpe für Kieselgur kaufen oder selbst herstellen

Wer häufig Kieselgur verwendet wird sicher früher oder später zur einer professionellen Zerstäuberpumpe greifen. Wenn man Kieselgur einfach nur ausprobieren möchte oder es nur gelegentlich verwendet, für den bietet sich der Eigenbau einer Zerstäuberflasche an.

Zerstäuber für Kieselgur

Dazu wird eine handelsübliche PET Flasche verwendet und in deren Deckel ein kleines Loch gebohrt. Nun kann das Kieselgur eingefüllt werden.

Durch leichtes Pumpen in einem gewissen Neigungswinkel wird das Kieselgur zerstäubt. Mit etwas Übung klappt dies sehr gut.

Zerstäuberpumpe für Kieselgur selber bauen

Ist Kieselgur gesundheitsschädlich

In geschlossenen, nicht belüfteten Wohnräumen sollte Kieselgur nicht verwendet werden. Wird Kieselgur im Hühnerstall eingebracht, muss vom Anwender während des Bestäubungsvorgangs eine Atemschutzmaske getragen werden, damit kein Feinstaub in Bronchien und Lunge gerät. Kieselgur ist durch seine geringe Partikelgröße lungengängig! Einmal aufgebracht und gesetzt ist die Belastung dann jedoch so gering, dass nicht bei jedem Betreten des Hühnerstalls eine Atemmaske getragen werden muss, gleichwohl jedoch beim Ausmisten. Werden Hühner zum Schutz oder zur Bekämpfung von Milbenbefall direkt mit Kieselgur bestäubt, empfiehlt es sich ebenfalls, eine Staubmaske zu tragen, während der Hühnerkopf selbst vor einem Pudernebel geschützt werden sollte, also kein Einpudern am Kopf! In der Regel genügt eine einmalige Behandlung des (befallenen) Huhns selbst und eine Stallbehandlung, um Milben und Co. keine Chance zu lassen. Was die „Lungenkrebsgefahr“ bzw. eine krankheitsrelevante Schädigung der Atemwege der Hühner angeht, so dürften dies kaum ein Lebensalter erreichen, in der eine Erkrankung, bedingt durch das Einatmen von Feinstaub, Relevanz erlangt.