Hühnereier richtig lagern

Bei einigen Produkten, die uns Menschen zum Verzehr dienen, hat sich die Natur erlaubt, die Verpackung gleich mitzuliefern. Über diese praktische Eigenschaft verfügt auch das Hühnerei. Dennoch muss bei der Lagerung von Hühnereiern einiges beachtet werden. Je nachdem, welchem Verwendungszweck ein Hühnerei dienen soll, ist auch der Umgang mit dem Hühnerprodukt unterschiedlich. Eier, die noch bebrütet werden sollen, stellen andere Anforderungen an die Lagerung, als Hühnereier, die zum Verzehr gedacht sind.

Lagerung von Hühnereiern

Lagerung von Bruteiern

Wer seine Hühnereier bebrüten möchte, Befruchtung vorausgesetzt, sollte den Fokus für eine gute Schlupfrate nicht nur auf Elterntiere, Bruteimindestgewicht und Beschaffenheit der Eier legen. Für ein optimales Brutergebnis ist die richtige Lagerung der Bruteier ebenfalls ein wichtiger Faktor.

Die Hühnereier, die zur Brut, bzw. Kunstbrut gedacht sind, werden in der Regel nicht an einem Tag gelegt und müssen somit über einen längeren Zeitraum gesammelt werden. Länger als 10 bis 12 Tage sollten die Hühnereier jedoch nicht gelagert werden, da das den Bruterfolg negativ beeinfluss. Je älter das Ei, desto schlechter die Schlupfrate. Ausnahmen bestätigen die Regel, denn auch mit länger gelagerten Eiern lassen sich mitunter noch gute Schlupfergebnisse erzielen.

Als Optimum für die Lagerung von Bruteiern gilt eine Lagertemperatur zwischen 8 und 15 Grad, eine Luftfeuchtigkeit von rund 75 Prozent und eine gute Luftzirkulation ohne Zugluft. Ebenso sollte eine direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden. Gelagert werden die Bruteier liegend und außerhalb von geruchsintensiven Materialien, da Fremdgerüche vom Ei angenommen werden.

Lagerung von Bruteiern

Mindestens einmal am Tag müssen die Eier einmal um die halbe Längsachse gedreht werden. Ohne regelmäßige Drehung kann sich das Dotter absenken und mit der Schalenhaut verkleben, was die ordnungsgemäße Entwicklung der Küken im Ei negativ beeinflusst.

Lagerung von Hühnereiern für den Verzehr

Zum Einen ist nicht jeder Hühnerhalter gewillt, Nachzucht aus seinen Eiern zu generieren. Zum Anderen wird auch bei ambitionierten Hühnerzüchtern längst nicht jedes Ei ausgebrütet. Ein Großteil der jährlich gelegten Hühnereier ist für den Verzehr gedacht. Damit das Ei auch tatsächlich zum Genuss wird, sollten bei der Lagerung einige Punkte beachtet werden.

Die wohl häufigste Streitfrage mit zahlreichen unterschiedlichen Meinungen ist die Frage nach dem Aufbewahrungsort von Hühnereiern. Gehören Hühnereier in den Kühlschrank oder reicht eine ungekühlte Lagerung aus? Beides ist richtig! In den ersten drei Wochen nach dem Legen können Hühnereier ungekühlt aufbewahrt werden, danach sollte man ihre Lagerung im Kühlschrank fortführen. Hier können auch 4 Wochen nach dem Legetag noch bedenkenlos verzehrt werden.

Lagerung vor dem Verzehr

Schutzschicht

Hühnereier sind mit einem ausgeklügelten Immunschutz ausgestattet. Aber Vorsicht, werden Hühnereier gewaschen, wird auch gleichzeitig die Schutzschicht abgewaschen und Keime können ins Innere des Eis gelangen. Ähnliches Problem bilden starke Temperaturschwankungen und eine Kühlung währen der Lagerung. Einmal gekühlt, müssen die Hühnereier auch weiterhin ununterbrochen gekühlt aufbewahrt werden.

Gerüche

Die Schale verschließt das Hühnerei nicht hermetisch. Die Schale des Hühnereis ist durchlässig für Sauerstoff und Feuchtigkeit. Was für das Küken wichtig fürs Überleben ist, gestaltet sich bei der Lagerung für den Verzehr durchaus problematisch. Werden Hühnereier neben geruchsintensiven Speisen gelagert, nehmen sie über die Poren Fremdgerüche an. Im Kühlschrank sind Eier daher am besten in dem dafür vorgesehenen Eiereinsatz, der sich in der Regel in der Kühlschranktür befindet, aufgehoben. Werden sie ungekühlt gelagert, sind Eierpappen die ideale Lagerungsverpackung für Hühnereier.

Optik

Das Auge isst ja bekanntlich mit und damit das auch bei Hühnereiern zutreffen kann, ist die Lagerung entscheidend. Eier für den Verzehr sollten immer mit der spitzen Seite nach unten gelagert werden. So bleibt die Luftkammer, die sich am stumpfen Pol befindet, frei und wird nicht durch den Druck des Eiinnenlebens belastet. Das Dotter verschiebt sich nicht unschön und das Hühnerei macht auch nach dem Kochen eine gute Figur.

Geschmack

Frische Eier sind etwas sehr schmackhaftes, doch wie guter Käse, muss auch das Hühnerei vor dem Verzehr reifen – nur nicht so lange. Ab dem vierten Tag nach dem Legen sind die Eier ausgereift und schmecken am besten. Werden sie vorher zubereitet, ist das Eiweiß nach dem Kochen etwas griesig und noch nicht so schön glatt.

Kochen

Ein grünlicher Rand um das Eigelb trifft man häufig bei gekochten Eiern. Hierbei handelt es sich um eine chemische Reaktion, bei dem das im Dotter enthaltene Eisen bei zu hohen Kochtemperaturen und einer zu langen Kochzeit mit den Schwefelverbindungen im Eiklar reagiert. Um dieses unansehnliche Phänomen zu vermeiden, sollten die Eier nicht zu lange und nicht bei über 90 Grad gekocht werden. Nach dem Kochen kurz in kaltem Wasser abgeschreckt, ist der grüne Rand Schnee von gestern.

Frischetest

Das Alter von Eier lässt sich mit ein paar kleinen Tricks recht einfach bestimmen. Am einfachsten ist es, das Ei aufzuschlagen. Je frischer das Ei, desto dickflüssiger ist das Eiklar und je gewölbter das Eigelb. Bei älteren Eier ist das Dotter nicht mehr Mittig im Eiklar, sondern zum Rand verschoben, das Eiklar wird zunehmend flüssiger und das Dotter breiter und flacher.

Es gibt jedoch Ausnahmen, in denen frische Eier nicht so aussehen, wie sie eigentlich sollten. Das ist zum Beispiel bei einer stark maishaltigen Fütterung der Fall. Hierdurch wird das Eiklar flüssiger. Auch warme Temperaturen bringen bei frischen Eiern flüssigeres Eiklar zum Vorschein. Die Hühner nehmen deutlich mehr Wasser auf, was die Konsistenz des Eis verändert.

Möchte man das Ei zum Frischetest nicht aufschlagen, hilft der Schwimmtest. Dazu einfach das Ei in ein Glas oder eine Schale mit Wasser legen. Bleibt es flach am Boden, ist es ganz frisch, je mehr es sich aufrichtet, desto größer ist die Luftblase und je älter ist das Ei.