Das Nutzhuhn

Man könnte annehmen, dass ein Haushuhn automatisch als Nutzhuhn gezählt werden kann. Dem ist allerdings nicht so, denn es gibt durchaus Hühnerrassen, die ob ihrer Schönheit ausschließlich zu Schauzwecken gehalten werden. Ihr „Nutzen“ für den Hühnerhalter in bezug auf die Ei- und Fleischproduktion ist dabei oft nur rein nebensächlicher Natur. In der Landwirtschaft und bei den meisten Hobbyhühnerhaltern können die Hühner, die in Ställen, Käfigen und Gehegen gehalten werden, allerdings durchaus zu den Nutzhühnern gezählt werden.

Legehühner als Nutzhühner

Ein Huhn mit viel Nutzen

Wie der Name schon besagt, handelt es sich bei den Nutzhühnern um Hühner, die für ihren Halter einen Nutzen bringen. Um keine Pfennigfuchserei zu betreiben sei der rein „optische“ Nutzen einmal dahingestellt und auf den tatsächlichen, den „schmackhaften“ Nutzen beschränkt. Das Nutzhuhn bringt also sowohl Fleisch, als auch Eier auf den Teller. Doch längst nicht jede Hühnerrasse ist gleich gut für das eine wie das andere geeignet. Zwar sind im europäischen Rassegeflügelstandard mehr als 180 Rassen und Farbschläge bekannt, die zahlreichen nicht klassifizierten Hühnerrassen noch nicht einmal mitgezählt, für die Agrarindustrie spielt das Züchten von Rassen jedoch kaum eine Rolle. Hier ist man dazu übergegangen so genannte Hybridrassen zu züchten, die genetisch entsprechend ihres Nutzens entweder auf schnelles Wachstum oder hohe Legeleistungen hin optimiert wurden. Ein Vorgehen, dass, wirft man einen Blick auf die Zahlen, durchaus nachvollziehbar ist.

Der Hühnerkonsum in Zahlen

In den vergangenen fünfzig Jahren hat sich der weltweite Hunger auf Hühnerfleisch mehr als vervierfacht. Pro Kopf werden jedes Jahr rund 11 Kilogramm Hühnerfleisch verzehrt, wozu 45 Milliarden Hühner nötig sind. Um das Schlachtgewicht von 1,5 Kilogramm zu erreichen, benötigt ein Huhn heute rund einen Monat und etwa 1,6 Kilogramm Futter pro Kilogramm Fleisch. Vor fünfzig Jahren waren hierzu noch 5 Kilogramm Futter und die doppelte Zeit nötig, um das Schlachtgewicht zu erreichen. Auch der immense Eierbedarf würde ohne auf ein hohe Legeleistungen optimierte Hybridrassen kaum zu decken sein.

Viele Hühnereier als Nutzen

Weltweit werden pro Kopf etwa 145 Hühnereier verzehrt, insgesamt müssen somit jedes Jahr 1.000 Milliarden Eier „produziert“ werden. Mit legeunfreudigen Hühnerrassen ein kaum zu schaffendes Unterfangen. Während die Agrarindustrie sich also auf ihre „Spezialrassen“ konzentriert, um den Welthunger zu befriedigen, können Hobbyhühnerhalter sich voll und ganz der Augen- und Gaumenfreude widmen und haben dabei zudem noch die Wahl zwischen die unterschiedlichen Lege-, Fleisch- und Zwiehuhnrassen.