Zierhühner

Zu den reinen Zierhühnern können die Zwerghuhnrassen gezählt werden. Sie wurden als kleine Vertreter ihrer großen Rassekollegen eigens zur Zierde erzüchtet. Allerdings existieren auch „echte“ Zwergrassen, von denen es keine Großform gibt. Einen wirtschaftlichen Nutzen in dem Sinne der Fleisch- und Eiernutzung wurde hier bei der Erzüchtung der Rassen nicht angestrebt. Kein Wunder, bringen die possierlichen Tierchen doch häufig nur knapp über ein Pfund auf die Waage und sind die Eier ebenfalls entsprechend klein.

Zierhühner - Zwerghühner

Nichtsdestotrotz unterscheiden sie sich geschmacklich natürlich nicht von den großen Rassevertretern. Ebenfalls zu den Zierhühnern können einige Großrassen gezählt werden, die allein durch ihre Optik ins Auge fallen. Hierzu zählen zum Beispiel die Phönix Hühner mit ihrem imposanten und sehr üppigen Schwanz oder die federfüßigen Riesen der Brahma Hühner, beide Rassen gibt es übrigens auch in der verzwergten Form.

Warum Zierhühner

Schon früh in der Geschichte der Menschheit wurden besonders schöne Exemplare an Geflügel gehalten, um dem Auge des Betrachters eine Freude zu bereiten. Während die Haltung von Ziergeflügel früher lediglich den Klöstern und Adelshäusern vorbehalten war, hat sich das Blatt heute stark gewandelt. Längst ist die Haltung von Zierhühnern nicht mehr von Geldbeutel und sozialem Stand abhängig. Heute werden Zierhühner häufig zu Ausstellungszwecken gehalten, um die eigenen Hühner mit denen von anderen Gleichgesinnten zu messen – rein aus der Freude heraus, hübsche Hühner zu halten, zu züchten, erhalten und zur Schau zu stellen. Dennoch ist die Haltung von Zierhühnern auch nicht gänzlich ohne wirtschaftlichen Nutzen. Genau wie ihre Artgenossen legen auch Zierhühner Eier, die natürlich verzehrt werden können, gleichwohl häufig nicht in der Menge, wie es auf Legeleistung gezüchtete Hühner vollbringen. Zur Schlachtung des Fleischverzehrs wegen sind Zierhühner in der Regel nicht vorgesehen. Häufig ist der Fleischansatz vernachlässigbar und auch die Farbe des Fleisches entspricht nicht immer den gängigen Vorstellungen. Bekanntester Vertreter ist hier wohl das Seidenhuhn, dessen Haut, Fleisch und Skelett stark blau pigmentiert ist, sodass diese fast schwarz wirken.

Besonderheiten von Zierhühnern

Da es sich bei Zierhühnern häufig um verzwergte Rassen mit entsprechender Größe handelt, hält sich der Platzbedarf für die Haltung von Zierhühnern in Grenzen. Dennoch wollen auch sie wie Hühner behandelt werden, sodass sie neben einem ausreichend großen Auslauf auch die „üblichen“ Möglichkeiten haben, die einem Nutzhuhn zugestanden werden. Hierzu zählt in jedem Fall ein Sandbad und die Möglichkeit, seinem Scharrtrieb nachzugehen. Auch Unterschlupfmöglichkeiten und die Möglichkeit, aufzubaumen muss den Zierhühnern ebenso gegeben werden, wie normalen Hühnern. Lediglich in der Pflege unterscheiden sich einige Zierhuhnarten ganz erheblich von Wirtschaftshühnern. Hierzu zählen vor allem Rassen mit empfindlichem Gefieder wie Seidenhühner, federfüßige Hühner oder Bart-, bzw. Haubenhühner. Die wohl pflegeintensivsten Eigenschaften bringt das Phönix Huhn mit sich. Bedingt durch die enorme Länge von Schwanzfedern und Sicheln, dadurch, dass sie nicht wie bei anderen Rassen üblich bei der alljährlichen Mauser gewechselt werden, sondern weiterwachsen, fordert das Phönix Huhn seinem Besitzer einen hohen Aufwand ab. Die Reinhaltung des Stalls ist von immenser Wichtigkeit, sollen die langen Schwanzfedern ihre Schönheit bewahren. Entsprechend muss auch der Stall gestaltet sein, damit die Hühner, ohne sich die Schwanzfedern abzuknicken, auf den Sitzstangen Platz finden.