Hühner versenden

Kaum zu glauben, aber wahr, Lebewesen lassen sich sogar auf dem Postweg verschicken. Was mit Hühnereiern noch ohne Probleme vorstellbar ist, treibt so Manchem bei lebendigen Tieren den Schweiß auf die Stirn. Wie funktioniert das Versenden von Hühnern? Welche Voraussetzungen erfüllt sein müsse, unter welchen Umständen das Versenden von Hühnern sinnvoll oder nötig ist und wie ein solcher Versandt aussieht, damit wollen wir uns im Folgenden näher befassen.

Huhn per Post

Das hübsche Zuchtpaar ist dummerweise am anderen Ende der Republik beheimatet, die lang ersehnten Hühnereier, die das eigene Blut auffrischen sollen sind ebenfalls zu weit weg, als dass sie abgeholt werden könnten? Wer hat nicht schon einmal mit dem Gedanken gespielt, wie schön es doch wäre, wenn der Postbote mit der Fracht im Arm am nächsten Morgen an der Tür klingeln würde. Was wie Zukunftsmusik klingt, ist unter eingefleischten Hühnerhaltern schon längst gang und gebe. Oft wird der Versandt von Hühnern und Eiern allerdings von einem unschönen Beigeschmack begleitet – wie fühlt sich das Huhn, wenn es zwischen Päckchen und Paketen quer durch die Republik gekarrt wird? Wie schlimm ist der Versandt fürs Huhn wirklich? Beantworten kann das wohl niemand mit Gewissheit, allerdings ist das Verschicken von lebenden Hühnern wesentlich besser als sein Ruf. Auf lebende Tiere spezialisierte Transportunternehmen haben ausgeklügelte Methoden entwickelt, die auch mit tierschutzrechtlichen Bestimmungen keineswegs in Konflikt stehen und für das jeweilige Tier so schonend wie möglich erfolgen. Mit einem typischen Postversandt hat das nichts mehr zu tun!

Hühner verschicken – der Ablauf

Es könnte so einfach sein. Wunschhuhn aussuchen, bezahlen und per Kurier anliefern lassen. Es ist so einfach, denn der Kleintierversandt ist längst kein Exot mehr. Mehrere Transporteure haben sich auf den Versandt zumeist ungiftiger Kleintiere spezialisiert und von der entsprechenden Zulassungsbehörde eine Genehmigung zugeteilt bekommen. Hierzu muss die fachliche Kompetenz nachgewiesen werden, lebende Tiere transportieren zu können. Hinzu kommt die Vorgabe des Gesetzgebers, dass lebende Tiere nur in einem geeigneten Behältnis verschickt werden dürfen. Für Hühner ist das in der Regel ein Umzugskarton mit entsprechender Lochung für die nötige Sauerstoffzufuhr. Bequem ausgekleidet mit einer Strohpolsterung, ein wenig Reiseproviant und einer Tränke kann es dann auf die Reise gehen. Diese werden übrigens zu jeder Jahreszeit angeboten, egal ob sommerliche Hitze oder knackige Minustemperaturen im Winter. Auf dem Transportweg, der in der Regel auf dem Straßennetz erfolgt, herrschen dank Klimatisierung ein angenehmes Transportklima für die Hühner. Letztendlich sind die meisten Lebendtransporte von Hühnern und anderen Tieren ohnehin nicht länger als 24 Stunden unterwegs. Oft wird die Fracht am Nachmittag abgeholt und kommt am nächsten Tag bis Mittag an seinem Bestimmungort an.

Mitfahrzentrale für Huhn und Hahn

Neben der klassischen Tierspedition gibt es auch die Möglichkeit der Tiermitfahrzentrale. Diese funktioniert ähnlich wie die Mitfahrzentrale für Zweibeiner und ist in der Regel etwas günstiger. Allerdings stehen die Chancen, eine passende Mitfahrgelegenheit für seine Hühner oder Eier zu finden recht schlecht, wenn der Abhol- oder Bestimmungsort sehr abgelegen liegt. Auch Kurzentschlossene oder Spontanversender kommen bei der Mitfahrzentrale für Kleintiere nicht so schnell auf ihre Kosten und müssen ein wenig Geduld mitbringen.

Versenden von Bruteiern

Das Versenden von Bruteiern erfolgt häufig auf dem ganz normalen Postweg oder mit einem anderen Paketversender. Gut gepolstert und als zerbrechliche Fracht kenntlich gemacht kommen die meisten auf dem Postweg verschickten Bruteier heile an ihrem Bestimmungsort an und kosten nicht mehr als ein herkömmliches Päckchen. Leider lässt es sich nicht beeinflussen, welchem Maß der Erschütterung die Eier dabei ausgesetzt sind. Bei manchen Bruteiern, die auf dem Postweg versandt wurden, ist die Schlupfrate dann entsprechend niedrig. Idealerweise sollten die verschickten Eier nach der Ankunft erst zwei Tage ruhen, bevor sie bebrütet werden, um die Schlupfrate wieder auf ein Normalmaß zu bringen.