Stall und Auslauf für Anfänger

Ist der Gedanke erst gefasst, dass in Zukunft Hühner den heimischen Garten beleben sollen und sind die ersten Hühnerbücher verschlungen, geht es an die Detailarbeit. Ein geeigneter Hühnerstall muss her. Auch der Auslauf für die neue Hühnerschar muss angelegt werden. Damit das Unterfangen nicht am Wesentlichen scheitert, sollten zunächst einige Grundgedanken getätigt werden.

Der richtige Platz

Einen „richtigen“ Platz für die Hühnerhaltung zu finden, ist gar nicht so schwer. In den meisten kleinen Gärten findet sich ein nettes Plätzchen, um für die neuen Hühner ein ansprechendes Heim zu gestalten. Die Ansprüche der Hühner an den Hühnerstall sind dabei gar nicht so hoch, wie man nach dem Leser der Fachlektüre vielleicht vermuten mag. Ein Dach über dem Kopf wird von den Hühnern gerne angenommen, obwohl viele Hühnerrassen und besonders die alten heimischen Landrassen durchaus winterhart sind, den kalten Winter also auch ohne Stall „überleben“ könnten. Um nun das richtige Plätzchen zu finden, dürfte ein Blick auf die natürlichen Lebensgewohnheiten wilder Hühner sehr hilfreich sein. Sie leben im Herdenverband in einem gewissen Revier, das sich zumeist nach der Größe der Herde richtete. Innerhalb dieses „natürlichen“ Reviers finden sich dabei zahlreiche schützende Stellen wie Büsche, Bäume, Sträucher oder auch große Steine. Die Wege zu Futter und Wasser sind zentral, das heißt, die Hühner legen keine langen Strecken zurück, um an ihre tägliche Mahlzeit zu gelangen. Im übrigen sind sie in der Natur beinahe den ganzen Tag mit der Futtersuche beschäftigt, scharren und picken gehört also zu ihren besonderen Vorlieben.

Hieraus ergibt sich für den Platz im heimischen Garten, dass das mitten auf dem Rasen platzierte Hühnergehege sicherlich nicht das geeignete, huhnfreundliche Örtchen ist. Besser ist eine Ecke des Gartens, die neben Schutz und Schatten auch noch einen vielversprechenden Scharrplatz bietet, vorzugsweise sowohl mit Rasen- als auch Erdfläche.

Der Hühnerstall

Wie bereits erwähnt, kommen die meisten Hühnerrassen auch ohne Stall gut zurecht. Besser ist jedoch ein zugfreier und gut belüfteter Rückzugsort, an dem sich die Hühnerschar nach Einbruch der Dämmerung gerne einfindet. An Optik und Material stellen Hühner dabei keine Ansprüche, ihnen würde die sprichwörtliche „Bretterbude“ sicherlich genügen. Für den Hühnerhalter zählt ein ansprechendes Äußeres aber deutlich mehr und so kann ein fertiges Hühnerheim, wie es im Fachhandel in diversen Variationen angeboten wird, in vielen Fällen die optimale Lösung sein. Dennoch kann auch aus einer ausgedienten Gartenhütte oder einem alten Schuppen mit ein wenig handwerklichem Geschick und kleinen Modifizierungsarbeiten ein herrliches Hühnerheim entstehen, das nicht nur den Ansprüchen des Halters gerecht wird. Wichtig hierbei ist ein ausreichendes Platzangebot für die Hühnerschar. Ist genügend Auslauf vorhanden, können auf einem Quadratmeter Stallfläche bis zu fünf Hühner (je nach Größe der Rasse) gehalten werden.

In die Stallplanung sollte dabei jedoch der Komfort für den Hühnerhalter mit einbezogen werden. Schließlich muss er sich um die Hygiene des Stalls kümmern und hierbei zahlt sich eine etwas großzügiger bemessene Grundfläche und eine entsprechende Stallhöhe sicherlich aus. Die Einrichtung des Stalls kann allerdings durchaus spartanisch sein. Ausreichend Sitzstangen auf gleicher Höhe und mindestens ein Legenest pro 3 bis 4 Hennen – eine Katzentoilette tut es übrigens ebenso gut, wie ein Legenest aus dem Fachhandel – sollten es aber schon sein. Ein Futter- und Wassersautomat bietet sich aus Bequemlichkeitsgründen ebenfalls an, aber auch ein Futtertrog „Marke Eigenbau“ und ein nicht zu tiefer Eimer für das tägliche Frischwasser funktionieren genauso gut.

Der Auslauf für die Hühner

An den Auslauf darf der neue Hühnerhalter durchaus einen etwas längeren Gedanken verschwenden, schließlich verbringen die neuen Gartenbewohner einen Großteil ihres Lebens hierin und sollten sich rundum wohl fühlen. Hat man die Platzwahl bereits gut durchdacht, ist es ein Leichtes, hieraus ein ansprechendes Hühnergehege zu zaubern. Jedem Huhn sollten dabei gut 10 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen. Idealerweise besteht der Auslauf aus niedrigen Sträuchern, einer Rasenfläche und einer Scharrfläche, wobei sich die Rasenfläche bestenfalls aufteilen lässt. Bietet man der Hühnerschar nämlich die gesamte Grünfläche für ihren Futtersuchtrieb an und ist diese auch noch knapp bemessen, so verwandeln die Hühner den Rasen schnell in eine unansehnliche Brachlandschaft. Als Portionsrasen kann sich die beanspruchte Fläche jedoch immer wieder erholen und es wird nicht so schnell zu einer „Verwüstung“ kommen.

Die Einfriedung des Geheges richtet sich in erster Linie nach der gewählten Hühnerrasse. Je agiler das Federvieh ist und je besser die Flugfähigkeit der Rasse, desto höher muss der Hühnerzaun sein. Bei manchen, insbesondere schweren Rassen wie dem Bramha oder Cochin genügen Zäune von rund 1,20 Metern. Da den Hühnern am Fliegen nicht viel gelegen ist, halten sie auch niedrige Zaunhöhen im Gehege. Bei anderen, sehr munteren Hühnerrassen, reicht jedoch auch ein Zaun von 2 Metern Höhe oft nicht, um die Schar in Schach zu halten. Hier empfiehlt sich dann ein geschlossenes Außengehege, um die Hühnerherde dort zu fixieren, wo sie vorgesehen ist. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Zaunwahl ist zudem der Maschenabstand. Sind Nachzuchten geplant, sollten die Maschen so eng gewählt werden, dass die kleinen Küken nicht hindurchschlüpfen können, ideal für diese Zwecke geeignet ist ein ummantelter Kaninchendraht.