Rassehuhn ja oder nein?

Ob für die Hobbyhühnerhaltung ein Rassehuhn in Frage kommt oder man mit einem Hybridhuhn besser dran ist, sollte nach Abwägung aller Vor- und Nachteile auch für den Laien möglich sein. Auch der persönliche Geschmack und nicht zuletzt die persönlichen Ansprüche, sowie die „Vorbildung“ in Sachen Hühnerhaltung spielen eine tragende Rolle, wenn es darum geht, die richtige Hühnerrasse auszuwählen. Natürlich dürfen auch die eigenen züchterischen Ambitionen gerne in die Auswahl mit einfließen und geben häufig sogar den Ausschlag für eine bestimmte Hühnerrasse oder eine entsprechende Hybridrasse.

Rassehuhn oder Mixhuhn

Rassehuhn oder Hybridhuhn – die Unterschiede

Häufig wird behauptet, Hybriden (Rassemischlinge) seinen robuster als reinrassige Hühnerrassen. Bei genauer Betrachtung sind aber alle unsere „echten“ Hühnerrassen Mischlinge, denn ohne die Vermischung verschiedener Rassen wären nie unterschiedliche Hühnerrassen zustande gekommen. Die Behauptung, Mischlinge seien robuster und gesünder kann man also so pauschal nicht im Raum stehen lassen. Ohne die so genannte Blutauffrischung, also das Einkreuzen anderer Rassen in bestehende Hühnerrassen, wäre die Inzuchtrate immens. Ein zu hohes Maß an Inzucht macht instabil und krank, die Widerstandsfähigkeit würde also unter einer „Reinzucht“ massiv leiden. Unter einem Rassehuhn versteht man also keineswegs nur das Verpaaren von Hühnern exakt gleicher Rasse, sondern auch das Einkreuzen von Fremdblut. Nur so können alle Rassemerkmale, die man bei einem Rassehuhn so schätzt, über einen langen Zeitraum hinweg aufrecht gehalten und gefestigt werden.

Bekannte Eigenschaften beim Rassemix

Ein Hybridhuhn hingegen ist eine häufig unwillkürlich zusammengestellte Verpaarung unterschiedlicher Hühnerrassen. Manchmal aus einem „Unfall“ heraus entstanden, zumeist aber mit dem Hintergedanken, die positiven Aspekte einer jeden eingekreuzten Hühnerrasse so zu kombinieren, dass man salopp gesagt, zwei Hühner in einem hat. Da die Natur aber niemals dem Schema F folgt, es also nicht nur die guten und gewünschten Eigenschaften einer jeden Rasse aufnimmt und an die Nachkommen weitergibt, sondern eben auch die schlechten oder unerwünschten Merkmale, bekommt man bei solchen Hybridzuchten im wahrsten Sinne des Wortes echte Überraschungseier.

Mixhuhn mit Küken

Von diesem Gesichtspunkt aus ist das Züchten von Rassehühnern deutlich einfacher, als die Ambition, sich aus verschiedenen Hühnerrassen, sein Wunschhuhn zusammenzustellen. Unter beiden – Hybridhuhn und Rassehuhn – gibt es zudem sowohl Krankheitsanfällige und wenig robuste Tiere, wie auch Hühner, die mit wenigen Ansprüchen ohne Probleme gehalten werden können. Hühnerhalter mit wenig Erfahrung sollten daher besser auf Nummer sicher gehen, wenn es um die Frage geht, Rassehuhn oder Mischling. Mit einem Rassehuhn sind sie besser bedient, da die Eigenschaften des Huhns bekannt sind und sich die Auswahl der Hühnerrasse nach den Voraussetzungen des Halters gestalten lässt.

Entscheidungshilfen Rassehuhn oder Hybridhuhn

Jede Hühnerrasse und jeder Rassemix hat so seine Vor – und Nachteile. Bevor man sich für eine oder mehrere Rassen oder einen Rassemix zur Haltung entscheidet, sollte man sich Gedanken dazu machen, welche Ambitionen man für die Hühnerzucht mitbringt. Werden Hühner lediglich aus Spaß und für ein paar Frühstückseier gehalten, so sollten zunächst die Haltungsgegebenheiten betrachtet und nach diesen Voraussetzungen die Bewohner ausgewählt werden. Bei reiner Gehegehaltung darf es ruhig eine agile Hühnerrasse oder ein Mix daraus sein, werden die Hühner auch im Freilauf ohne oder mit niedriger Umzäunung gehalten, so sollte man sich auf Hühnerrassen beschränken, die nicht zu den besten Fliegern gehören, ansonsten findet man diese nicht des Nachts im Stall, sondern eher in den Bäumen. Ein weiteres Entscheidungskriterium kann auch die züchterische Motivation sein. Möchte man von seinen Hennen Nachwuchs, so bietet sich eine Hühnerrasse an, die von Natur aus sehr brutfreudig ist. Viele Rassen haben ihren Bruttrieb verloren und eine Nachzucht aus Naturbrut ist kaum noch möglich. Wer hier auf ein brutfreudiges Rassehuhn setzt, wird sicherlich mehr Spaß haben, als ein Halter, der sich ein Mischlingshuhn zulegt, das womöglich gleich mehrere brutunfreudige Rassen in sich vereint. Nicht zuletzt ist es aber auch die persönliche Einstellung, die über die Frage Rassehuhn oder Mischlingshuhn entscheidet. So kann man sich einer gefährdeten Hühnerrasse annehmen, Hühner der reinen Halterfreude wegen halten oder auch ehemaligen Legebatteriehennen einen schönen Lebensabend bescheren.