Pommernente

anfängerfeundlich

Pommernente
Gewicht Erpel
3,00 kg
Gewicht Ente
2,50 kg
Nutzungsart
Zweinutzungshuhn (zeige alle)
Anfängerfreundlich
Ja (zeige alle)
Ringgröße
Erpel: 18 / Ente: 18
Legeleistung 1. Jahr
150 Stück
Legeleistung 2. Jahr
70 Stück
Schalenfarbe der Eier
grün (zeige alle)
Bruteimindestewicht
70 g
Bruttrieb
ausgeprägt (zeige alle)
Charakter
ruhig (zeige alle)
Kammform
Einfachkamm (zeige alle)
Herkunftsland
Deutschland
Farbschläge
schwarz, blau

Die Pommernente fällt sofort durch ihren typischen weißen Brustlatz im sonst dunklen Gefieder auf. Scherzhaft wird sie deshalb oft Frackente genannt, weitere Namen sind Uckermärker oder Schwedenente. Obwohl sie als älteste Entenrasse Deutschlands eine hohe Legeleistung und gute Fleischqualität hat, ist die Rasse kaum noch anzutreffen. Das ist bedauerlich, denn die Enten sind eifrige Schneckenvertilger, schon als Jungenten wetterfest und einfach zu halten. Mit ihrem schwarzen, im Sonnenlicht blau/grün schillernden Gefieder, machen sie auch als Zierenten eine gute Figur. Für Massenhaltung sind sie nicht geeignet.

Haltung

Während sie auf Futtersuche sind, unterhalten sich die Enten ständig leise schnatternd miteinander. Vom Wesen her sind sie eher ruhig aber trotzdem ausgesprochen beweglich.

Pommernenten brauchen einen großen Auslauf mit Grasflächen und zwingend einen Teich. Ein kleines Planschbecken reicht nicht aus. Sonst stellen sie an die Haltung keine großen Ansprüche. Sie sind wetterfest und gehen im Winter bei Schnee nach draußen.

Ernährung

Pommernenten fressen gern, viel und fast alles. Eine ihrer Lieblingsspeisen sind Schnecken. Im Sommer suchen sich die unermüdlichen Enten ihr Futter selbst.

Sie brauchen nur zufüttern, wenn es unbedingt notwendig ist. Geben Sie ihnen Futter, dass nicht viel Eiweiß enthält, sonst verfetten die Tiere. Das kann so weit gehen, dass der Körper zu schwer für die Beinchen wird und Ihre Enten nicht mehr richtig laufen können.

Zähnung

Pommernenten können zutraulich werden. Nutzen Sie ihre Gefräßigkeit und bringen Sie ihnen ein paar Leckerli in Form von Mehlwürmern, einem Salatblatt oder Obststückchen mit. Dann lassen sich die Tiere bald streicheln. Auf den Arm möchten sie nicht gern genommen werden, sie wahren lieber etwas Abstand.

Flugfähigkeit und Zaun

Als Landente fliegen Ihre Pommernenten nicht oder kaum, sie sind bodenständig. Einzelne wagemutige Exemplare schaffen es eventuell, einen 70 cm hohen Zaun zu überfliegen. Das passiert extrem selten, im Normalfall benutzen die abenteuerlustigen Vögel lieber eine versehentlich offengelassene Tür, um auf Entdeckungsreise zu gehen.

Paarhaltung

Pommernenten wollen am liebsten als Paar gehalten werden. Zwar können Sie einem Erpel auch zwei oder drei Enten zugesellen, mit nur einer Partnerin fühlen sich beide wohler.

Untereinander und mit anderen Enten vertragen sich Pommernenten gut.

Leistung als Nutztier

Die Rasse wurde auf Leistung gezüchtet. Von Anfang an legten die Züchter Wert auf hohe Legeleistung und gute Fleischqualität.

Fleisch

Unter Feinschmeckern gilt Pommernentenfleisch als Delikatesse. Vor allem das Brustfleisch ist ausgezeichnet.

Gewicht

Ein ausgewachsener Erpel bringt ca. 3 kg auf die Waage, eine Ente erreicht ein Gewicht von ca. 2,5 kg. Sie können mit einem Schlachtgewicht von 1,7 bis 2,0 kg rechnen.

Schlachtreife

Im Alter von 5 bis 6 Monaten haben die Jungenten den optimalen Schlachtzeitpunkt erreicht.

Federn

Sie können die Federn Ihrer Enten nutzen, das Untergefieder enthält viele Daunenfedern.

Eier und Legeleistung

Legeleistung

Spitzenenten schaffen eine Legeleistung von bis zu 150 Eiern im Jahr. Selbst ältere Enten legen noch 60 bis 70 Eier.

Die Tiere beginnen im Februar/März zu legen. Wenn sie nicht brüten, legen sie bis Juni/Juli.

Eigröße

Pommernenten überzeugen mit einer Eigröße von ca. 70 g.

Eifarbe

Die Eifarbe schwankt von weiß bis grau über grünlich bis blaugrün.

Brut und Küken

Haben Pommernenten optimale Bedingungen brüten sie gut und zuverlässig. Dazu gehört ein wirklich großer Auslauf, viel Ruhe und ein geschützter Stall. Am sichersten gelingt eine Brut, wenn Sie die Tiere als Paar halten, nicht in einer größeren Gruppe.

Pommernenten-Erpel treten ihre Weibchen nur im Wasser. Deshalb ist ein richtiger Teich zum Schwimmen ein absolutes Muss für ein normales Brutverhalten.

Die Ente bleibt 24 bis 48 Stunden nach dem Schlüpfen mit ihren Küken im Nest. Erst dann führt sie die Kleinen nach draußen.

Küken

Die Küken sind lebhaft, sie wachsen und befiedern sich schnell. Von Anfang an sind sie wetterfest und pflegeleicht.

Die Kleinen sind mit 5 bis 6 Monaten bereits ausgewachsen.

Geschlechter der Küken erkennen

Im Alter von 8 bis 9 Wochen können Sie die Geschlechter Ihrer Küken an der Stimme erkennen. Die Enten beginnen als erste sich quakend zu unterhalten. Die kleinen Erpel lassen ihr helles rääb rääb einige Tage später erklingen.

Farben

Pommernenten bekommen Sie in zwei Farben, schwarz und blau.

Bei beiden Farbschlägen ist der rassetypische weiße Latz deutlich zu erkennen. Er befindet sich auf der Brust und am Vorderhals und ist handtellergroß. Manche Tiere haben zusätzlich einen weißen Kehlfleck.

Ente und Erpel

Erpel und Ente können Sie neben der Größe, am Schnabel unterscheiden. Beim Erpel ist er olivgrün, bei der Ente schiefergrau/schwarz. Bei beiden Geschlechtern ist die Schnabelspitze schwarz.

Als typische Landente haben Pommernenten einen langen, tiefen und breiten Rumpf, den Sie waagerecht tragen. Obwohl sie eine beachtliche Größe erreichen, wirken sie nicht plump, eher elegant. Ihr Rücken ist breit, lang und leicht gewölbt. Die volle, runde Brust steht etwas vor, der Bauch ist tief und breit.

Der Schwanz ist gut geschlossen. Die Flügel liegen fest am Körper an und werden hoch getragen. Mittellange Läufe, die sich fast in der Mitte des Körpers befinden, enden in kaum hervortretenden Schenkeln.

Der Hals ist leicht gebogen und mittellang. Auf ihm sitzt ein langer Kopf mit schmaler Stirn, dunklen Augen und einem langen, breiten Schnabel. Das Gefieder liegt fest an, sie haben straffe Federn mit einer weichen Fahne.

Herkunft der Rasse

Der Ursprung dieser Rasse ist nicht klar zurückzuverfolgen. Eindeutig ist, dass sie aus Vorpommern stammt. Bis 1815 gehörte dieses Gebiet zu Schweden, deshalb der Name Schwedenente.

Im 18. Jahrhundert wurde aus schweren Landentenschlägen mit gleicher Zeichnung eine einheitliche Rasse gezüchtet. Schon 1760 wurden Mastenten mit weißem Latz in der Uckermark gehalten.

Ab 1850 trugen blaue Tiere mit weißem Brustlatz den Namen Schwedenente. Welche Ausgangsrassen dabei waren, ist nicht mehr mit Sicherheit zu sagen. Ein eventueller Vorfahr ist die schwedische Dendermonder Ente. Schwarzen Enten mit Brustlatz erscheinen erstmals 1920 als Uckermärker Enten.

1930 wurden Schwedenenten und Uckermärker Enten zur Rasse Pommernenten zusammengefasst. Sicher ist, in der Pommernente findet sich uraltes Erbgut, deshalb wird die Rasse als älteste deutsche Entenrasse geführt.

Heute sind Pommernenten extrem selten geworden. Neben ca. 100 Tieren in Deutschland gibt es einige Zuchttiere in der Schweiz. Die Pommernente wird bei der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen auf der Roten Liste als akut gefährdet geführt.