Warzenente

anfängerfeundlich

Warzenente
Gewicht Erpel
6,00 kg
Gewicht Ente
3,00 kg
Nutzungsart
Zweinutzungshuhn (zeige alle)
Anfängerfreundlich
Ja (zeige alle)
Ringgröße
Erpel: 22 / Ente: 18
Legeleistung 1. Jahr
40 Stück
Legeleistung 2. Jahr
40 Stück
Schalenfarbe der Eier
weiß (zeige alle)
Bruteimindestewicht
80 g
Bruttrieb
ausgeprägt (zeige alle)
Charakter
ruhig (zeige alle)
Federfüße
Nein (zeige alle)
Herkunftsland
USA

Warzenenten waren früher auf jedem Bauernhof zu finden, sie gehörten einfach dazu. Inzwischen sind sie selten geworden. Das ist schade, denn die Tiere liefern reichlich schmackhaftes, fettarmes Fleisch und weiche Daunenfedern. Sie sind pflegeleicht und da sie recht zahm werden, gut für Anfänger geeignet. Die Warzen, die sich im Gesicht bilden, geben ihnen einen ganz eigenen Charme und diesen unverwechselbaren, sympathischen Gesichtsausdruck. Wegen der großen Farbenvielfalt der Warzenenten werden die Tiere oft als reine Ziervögel gehalten.

Haltung

Die Enten sind robust, widerstandsfähig und einfach in der Haltung. Mit ein paar Salatblättern als kleines Mitbringsel werden sie schnell zahm.

Warzenenten quaken nicht

Falls Sie einen Nachbarn mit besonders empfindlichem Gehör haben, sind Warzenenten eine gute Wahl, sie quaken nicht. Wenn sie etwas zu sagen haben, zischen oder glucksen sie. Es sind sehr ruhige Tiere, die sich damit beschäftigen, auf der Wiese und in ihrem Teich nach Fressbarem zu suchen. Lieblingsspeisen sind alle möglichen Grünpflanzen, Gras, Kräuter oder Wasserpflanzen. Laufen ihnen Würmer, Käfer oder Schnecken über den Weg, verschmähen sie auch diese nicht. Von Ihren Gemüsebeeten sollten Sie die gierigen Schnäbel fernhalten. Was sie dort nicht fressen, zertreten sie.

Haltung der Warzenente

Flugfähigkeit und Zaun

Obwohl Warzenenten ein beachtliches Gewicht erreichen, fliegen sie gut und gern. Ihre großen muskulösen Flügel machen es möglich. Vor allem die etwas leichteren Enten sind viel unterwegs. Sie fliegen im Allgemeinen nicht weit weg und kommen meistens abends wieder. Hauptsächlich fliegen die Jungtiere, mit zunehmendem Alter lässt die Flugbegeisterung nach. Der weiße Farbschlag ist am bodenständigsten, andere Farbschläge sind aktiver.

Zur Sicherheit sollten Sie Ihren Enten an einem Flügel die Handschwingen mit einer Schere ein paar Zentimeter kürzen. Die Prozedur ist für die Tiere schmerzfrei. Oder Sie decken den Auslauf mit einem Netz ab und vereiteln damit jeglichen Fluchtversuch.

Verhältnis von Erpel zu Enten

Für einen Erpel sollten Sie mindestens zwei, besser noch drei bis vier Enten anschaffen. Ist er nicht ausgelastet, kann es passieren, dass der Erpel aggressiv wird. Vor allem, wenn Sie zwei Erpel haben, achten Sie darauf, dass jeder genug Damen um sich hat. Es kommt sonst zu ernsthaften Streitereien.

Ente und Erpel

Leistung als Nutztier

Warzenenten sind Wirtschaftsenten. Sie wurden auf Leistung, besonders Fleischleistung gezüchtet.

Fleisch

Das Fleisch von Warzenenten ist fettarm und schmeckt sehr gut.

Gewicht

Erpel erreichen ein Gewicht von 5 bis 6 kg, Enten werden 3 kg schwer.

Schlachtreife

Für Ungeduldige ist der früheste Schlachtzeitpunkt mit 3 Monaten, dann sind die Tiere komplett befiedert. Günstiger ist es, Sie warten, bis die Tiere mindestens ein halbes Jahr alt sind. Dann ist das Fleisch reifer und es schmeckt besser.

Federn

Von den Federn können Sie die Daunenfedern für Kissenfüllungen nutzen.

Federn der Warzenenten

Eier und Legeleistung

Legeleistung

Die Legeleistung der Ente liegt bei 40 Eiern. Sie beginnt mit ca. 8 Monaten mit dem Legen.

Eigröße

Die Eigröße variiert zwischen 70 und 80 g.

Eifarbe

Die Eifarbe ist gelblich-weiß.

Brut und Küken

Warzenenten sind begeisterte Brüterinnen. Wenn Sie sie lassen, brüten sie 3 bis 4 mal im Jahr. Die Küken versorgen sie fürsorglich und verteidigt sie mit Nachdruck gegen Katzen und andere Raubtiere. Warzenenten können Sie Eier anderer Entenrassen unterschieben, die nicht so gern brüten.

Die wilden Vorfahren der Warzenenten waren Baumbrüter. Deshalb bevorzugen die Enten auch heute noch höher gelegene Nester, die ein Dach haben.

Küken

Die Küken wachsen schnell heran. Als Nestflüchter folgen sie ihrer Mama schon am ersten Tag zu Land und auf dem Wasser.

Warzenenten Küken

Achten Sie darauf, dass die Winzlinge das Wasser selbstständig verlassen können. Ein oder mehrere größere Steine erleichtern ihnen den Weg aufs Festland.

Geschlechter der Küken erkennen

In den ersten Wochen sind die kleinen Erpel etwas kleiner als ihre Schwestern. Dafür sind ihre Füßchen geringfügig größer als bei den Entchen. Die Enten sind meistens früher ausgewachsen als die Erpel und fliegen auch früher.

Spätestens wenn sich die Warzen zeigen, können Sie die Geschlechter der Küken eindeutig erkennen. Beim Erpel soll die Warze über dem Schnabel zungenförmig, bei der Ente siruptropfenförmig sein.

Farben

Warzenenten gibt es in den Farben:

  • weiß
  • schwarz
  • blau
  • perlgrau
  • wildfarbig
  • gescheckt
  • blau-gescheckt
  • blau-wildfarbig
  • blaugesäumt
  • braun-gescheckt
  • braun-wildfarbig
  • perlgrau-wildfarbig
  • schwarz-gescheckt.

Ente und Erpel

Der Erpel ist wesentlich schwerer und größer als die Ente.

Beide haben einen langgestreckten breiten Rumpf, der waagerecht getragen wird, die Unterlinie ist glatt. Der breite Rücken ist schwach gewölbt. Verhältnismäßig groß erscheint der Kopf mit dem gewölbten Scheitel, die Stirn ist flach. Die Scheitelfedern sind verlängert und können gesträubt werden. Beim Erpel sind sie leicht wellig.

Das nackte Gesicht ist glatt und hat flache Warzen. Die Stirnwarze ist beim Erpel zungenförmig, reicht bis zu den Nasenlöchern hinunter und ist nicht so breit wie der Schnabel. Die Ente hat eine kleinere Stirnwarze in Form eines Siruptropfens. Beide Geschlechter haben große Augen. Der mittellange Schnabel hat einen schwach eingebogenen First. Er wird nach vorn schmaler und hat einen hakigen Nagel an der Spitze.

Der Hals ist kräftig und leicht s-förmig gebogen. Beim Erpel ist er deutlich länger als bei der Ente, die Oberhalsfedern sind verlängert.

Die langen Flügel werden hoch getragen und haben breite Armschwingen. Der Schwanz ist lang, breit und flach. Das Gefieder des Erpels zeigt nicht die geschlechtstypische gebogene Schwanzlocke wie bei allen anderen Entenrassen. Die Schenkel sind vom Gefieder verdeckt, die Läufe mittellang und starkknochig. An den Zehen sitzen spitze, gekrümmte Krallen. Das Gefieder ist straff und liegt, außer am Kopf und am oberen Hals, fest an.

Herkunft der Rasse

Warzenenten sind die domestizierte Form der südamerikanischen Moschusente. Es ist die einzige Entenrasse mit dieser Herkunft. Alle anderen Rassen stammen von der Stockente ab. Vielleicht kennen Sie Warzenenten unter einem ihrer anderen Namen. Sie wird noch als Haus-, Flug-, Stumm-, Türken- oder Barbarie-Ente bezeichnet.

Die indigenen Völker Südamerikas hielten Moschusenten schon bevor die Europäer kamen. 1514 kamen die ersten Enten nach Europa.

Den Weg nach Deutschland fanden sie im 18. Jahrhundert. Ein einheitlicher Rassestandard wurde erst in den 1940er Jahren festgelegt. In der DDR wurde die Warzenente als Wirtschaftsrasse stark gefördert. Nach der Wende geriet die Rasse fast in Vergessenheit, nur einige Hobbyzüchter halten sich noch Tiere.

Die Rasse wird auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen in der Kategorie “Beobachtung” gelistet.