Altsteirer Hühner

Altsteirer - Hühnerrasse
Gewicht Hahn
3,00 kg
Gewicht Henne
2,25 kg
Anfängerfreundlich
Nein (zeige alle)
Ringgröße
Hahn: 18 / Henne: 16
Legeleistung 1. Jahr
180 Stück
Legeleistung 2. Jahr
180 Stück
Bruteimindestewicht
55 g
Bruttrieb
ausgeprägt (zeige alle)
Winterleger
Nein (zeige alle)
Federfüße
Nein (zeige alle)
Kammform
Einfachkamm (zeige alle)
Herkunftsland
Österreich
Farbschläge
wildbraun, weiß

Das Altsteirer Huhn ist ein Huhn mit Geschichte. Diese Zwiehuhnrasse ist sehr pflegeleicht und schön anzusehen. Ein durchaus atraktives Huhn.

Bilder

Altsteirer Henne beim Sandbaden

Altsteirer Hühner – fleißige Futtersucher und sehr genügsam

Geschichte der Altsteirer

Das Altsteirer Huhn hat eine recht bewegte Geschichte, mit Höhen, Tiefen, Namensänderungen und einer weitsichtigen Rassenrettung durch begnadete Züchter. Alles begann schon lange vor der eigentlichen Rassezucht. Seit Jahrhunderten waren im mitteleuropäischen, sowie den angrenzenden süd- und osteuropäischen Nachbarländern unterschiedliche Landhühner in vielen verschiedenen Größen und Farben bekannt und verbreitet. Schon im 13. Jahrhundert zeugen historische Abbildungen von ihrer Existenz, den Urahnen des Altsteirer Huhns. Damals hieß es noch Steirer Huhn, da es eine im Gebiet der Steiermark häufig anzutreffende Landhuhnrasse war. Ursprünglich war das Verbreitungsgebiet somit das heutige Slowenien, die Untersteiermark zwischen der Mura und Sava und die Obersteiermark im südlichen Österreich. Immer mehr vermischten sich nun die alten Landhuhnrassen mit neu eingeführten Rassen, die sich rasend schnell ausbreiteten, zum Beispiel den Cochins.

Das heutige Altsteirer Huhn

Nur der klugen Weitsicht von Züchtern wie Armin Arbeiter und Emanuel Martiny ist es zu verdanken, dass aus dem reinen, alten Rasseblut das heutige Altsteirer Huhn erzüchtet wurde. Sie erkannten nämlich schnell das enorme Potenzial der alten Rasse und „retteten“ sie vor zu starken Einkreuzungen mit neu eingeführten Hühnerrassen. Während schon 1894 die erste Musterbeschreibung für das Altsteirer herausgegeben wird, wird die Reinzüchtung erst vier Jahre später angeregt und die gezielte Selektion durch den „Verein für Tierschutz und Tierzucht“ im Jahr 1900 besiegelt. Damals noch als Celje-Huhn oder Alt Steirer Huhn bekannt wurde aus ihm wieder einheitlich das Steirer Huhn. Nur, um es nach zwei Kriegen und zahlreichen Auf- und Niedergängen der Rasse wieder als Altsteirer Huhn zu benennen.

Haltung der Altsteirer

Schon seit jeher ist das Altsteirer Huhn als sehr fleißiger Futtersucher bekannt. Ein großer Auslauf sollte der Rasse daher gegönnt werden, idealerweise unbegrenzt! Das freut natürlich nicht nur das Huhn selbst, sondern auch den Halter. Bei entsprechend großem Auslauf ist das Altsteirer Huhn so genügsam, dass es sich (zumindest in den Sommermonaten) sein Futter selber suchen kann und meistens keiner Zufütterung bedarf! Ganz nebenbei ist das Altsteirer Huhn ein sehr wetterhartes und leicht züchtbares Huhn.

Wirtschaftlichkeit

Neben einer guten Eierleistung von bis zu 170 Eiern pro Jahr verfügen Altsteirer über ein sehr zartes, wohlschmeckendes da feinfaseriges Fleisch und zählen hierdurch zu den so genannten Zwiehuhnrassen.

Altsteirer Küken

Die Henne ist eine gute Brüterin und führt ihre Altsteirer Küken sehr zuverlässig. Diese befiedern, wenn nicht bis zu weit in den Sommer gebrütet wird, sehr rasch und erfreuen den Besitzer schon zur Wintersaison mit einer guten Legeleistung.

Farben und Farbschläge des Altsteirer Huhns

Leider ging bei dem ganzen Hin und Her durch die Standardisierung in der Sportzucht die große Farbpalette der Altsteirer verloren. Noch nach dem zweiten Weltkrieg gehörten folgende Farben und Farbschläge des Altsteirer Huhns zu den gesicherten Farben:

  • weizenfarbig
  • wildfarbig
  • schwarz
  • gesperbert
  • rebhuhnfarbig
  • silberhalsig

Heute beschränkt sich die Farbpalette des Altsteirers auf:

  • wildbraun
  • weiß

Das Altsteirer selbst ist nicht nur auf der Liste der bedrohten Haushuhnrassen zu finden, sondern insbesondere der weiße Farbschlag ist auch noch vom Aussterben bedroht.

Die Unterschiede zwischen Hahn und Henne sind somit nur in der wildbraunen Farbvariante auszumachen. Hier trägt der Hahn das deutlich imposantere Gefieder und erscheint deutlich „bunter“ mit viel Schwarz und Grünglanz im Flügel- und Schwanzgefieder. Die Henne hingegen erscheint im „unscheinbaren“ braun mit heller Nervenzeichnung und schwarzer Rieselung. Das Halsgefieder ist rotbraun und verfügt über eine schwarze Schaftstrichzeichnung.

Die weißlichen Läufe, den fleischfarbenen Schnabel, die feurig roten Augen und die kleinen weißen Ohrscheiben haben Hahn und Henne jedoch gemeinsam. Ebenso wie das rote Gesicht, den leuchtend roten Kamm und den federreichen Schopf in Mantelfarbe.

Altsteirer Hahn und Henne

Man könnte das Altsteirer Huhn durchaus als athletisch bezeichnen, allerdings nur, wenn man sich hierbei auf ihre Lauffreudigkeit beschränkt. Der Körper ist ein typischer Landhuhnkörper: Waagerecht, kräftig und breit. Gerade bei der Altsteirer Henne fällt der stark ausgeprägte Legebauch und die tiefe Brust auf. Es verwundert daher nicht, dass sie zu den guten Legerinnen gehört, die ihrem Nachwuchs viel Platz unter dem Federkleid bietet.

Der Kopf ist bei beiden Geschlechtern bei genauer Betrachtung auffallend klein. Sonst würde wohl der federreiche Schopf zu imposant wirken. So betrachtet geben Kopf und Schopf einen sehr harmonischen Eindruck. Ein besonderes Merkmal ziert außerdem die Altsteirer Henne. Sie verfügt über den typischen Wickelkamm, einer Quetschfalte ungefähr in der Hälfte des Kamms, der einen „gewickelten“ Eindruck hinterlässt. Der Altsteirer Hahn verfügt hingegen über einen aufrecht stehenden, gezackten Einfachkamm.