Ayam Cemani - Schwarze Hühner

Gewicht Hahn
2,00 kg
Gewicht Henne
1,40 kg
Nutzungsart
Zweinutzungshuhn (zeige alle)
Anfängerfreundlich
Nein (zeige alle)
Ringgröße
Hahn: 18 / Henne: 16
Legeleistung 1. Jahr
120 Stück
Legeleistung 2. Jahr
120 Stück
Schalenfarbe der Eier
weiß (zeige alle)
Bruteimindestewicht
45 g
Bruttrieb
ausgeprägt (zeige alle)
Winterleger
Ja (zeige alle)
Charakter
ruhig (zeige alle)
Federfüße
Nein (zeige alle)
Kammform
Einfachkamm (zeige alle)
Herkunftsland
Indonesien
Farbschläge
schwarz

Hühner, schwarz wie die Nacht, huschen wie aufgescheucht durch den Garten. Das sind Ayam Cemani, gern als “Gothic Huhn” bezeichnet. Obwohl die Hühner robust sind, ist ihre Haltung nicht einfach. Sie sind temperamentvoll, schreckhaft und gute Flieger. Die Legeleistung ist gut. Wenn Sie sich Ayam Cemani halten wollen, sollten Sie bereits Erfahrung im Umgang mit Hühnern haben.

Haltung

Auf den ersten Blick ist die Verwandtschaft des Ayam Cemani mit Kampfhuhnrassen zu erkennen. Die muskulöse aufrechte Haltung, vor allem des Hahnes, ist eindeutig. Trotzdem sind die Tiere untereinander verträglich. Ziehen Cemani neu ein, wird als Erstes die Hackordnung mit Nachdruck festgelegt. Ob der vermeintliche Gegner dabei wesentlich größer ist, als sie selbst, stört die wehrhaften Tiere nicht. Sie nehmen es auch mit Brahmas oder in Einzelfällen, mit dem Hofhund auf. Steht die Hackordnung, kehrt Ruhe im Auslauf ein. Dann leben sogar mehrere Hähne friedlich nebeneinander. Gerät ein Ayam Cemani Huhn in Bedrängnis, sind sofort alle anderen Cemanis zur Unterstützung da.

Verhalten und Zähmung

Ayam Cemani sind scheue Tiere. Es dauert lange, bis sie sich an ihr neues Zuhause gewöhnt haben. Noch länger dauert es, bis sie Zutrauen zu ihrer Bezugsperson finden. Mit viel Geduld und Leckerchen schaffen Sie es vielleicht, dass die Tiere Ihnen aus der Hand fressen.

Die Tiere werden leicht nervös und sind schreckhaft. Beim kleinsten unbekannten Geräusch sind sie im Stall verschwunden.

Robustheit und Unterbringung

In ihrem Auslauf sind die Hühner ständig in Bewegung. Flink durchsuchen sie jeden Winkel nach etwas Fressbarem. Ist der Auslauf groß genug, sind die Tiere Selbstversorger.

In der Haltung sind Ayam Cemani robust, Kälte stört sie nicht. Zäune, 2 m hoch, stören sie ebenfalls nicht. Um die Vögel im Auslauf zu halten, müssen Sie diesen unbedingt mit einem Netz abdecken. Achten Sie darauf, dass alle Ayam Cemani abends in ihren Stall gehen. Sie schlafen gern auf Bäumen. Fängt eine Henne damit an, sitzt bald die ganze Truppe auf dem Baum.

Das Gefieder der Cemani glänzt schwarz mit grünem Schimmer. Es ist rassebedingt hart und spröde.

Eier und Legeleistung

Ayam Cemani legen im Winter. Nach 15 bis 20 Eiern legen sie eine Pause ein. Das sind entweder ein paar Tage oder ein paar Wochen.

Die Legeleistung der Rasse ist gut.

Eigröße, Farbe

Die Eigröße schwankt zwischen 45 und 50 g. Die Farbe der Eier ist Creme.

Legeleistung

In ihrer Heimat liegt die Legeleistung bei 80 Eiern im Jahr. Bei den in Europa gezüchteten Tieren liegt sie, durch Einkreuzung anderer Rassen, höher. Hier sind es 120 bis 140 Eier.

Legebeginn

Der Legebeginn liegt bei 6 Monaten.

Brut und Küken

Die Zucht der Ayam Cemani ist nicht einfach. Weil die Rasse so selten ist, ist die Inzuchtrate entsprechend hoch. Dazu kommt, dass alle europäischen Ayam Cemani von extrem wenigen Tieren abstammen. Daraus ergibt sich eine schlechte Befruchtungsrate, aus vielen Eiern schlüpfen keine Küken.

Eine Cemani Henne verteidigt ihre Brut und ihre Küken mit Nachdruck. Aufrecht, mit ausgebreiteten Flügeln und offenem Schnabel, stell sie sich jedem potenziellen Feind entgegen. Unterstützung findet sie bei ihren Rassekollegen, die den Angreifer umstellen und von hinten attackieren.

Cemani Glucken sind gute Mütter. Fürsorglich und stets wachsam, ziehen sie ihre Küken auf.

Bruttrieb

Der Bruttrieb ist stark ausgeprägt.
Die Hennen fangen früh mit dem Brüten an. Es kann passieren, dass sie schon im Alter von 7 Monaten sitzen.

Küken

Küken, die eine Glucke haben, werden von ihr bestens versorgt.

Die Küken aus Kunstbrut brauchen mehr Pflege. Vor allem Wärme und Zuwendung. Beschäftigen Sie sich viel mit den Kleinen. Dann haben Sie, wenn sie erwachsen sind, zutrauliche Ayam Cemani.

Geschlechter der Küken erkennen

Die Geschlechter der Küken können Sie frühestens im Alter von 4 Monaten erkennen. Dann erscheinen beim Hahn die langen Schwanzfedern.

Farben

Es gibt nur eine Farbe: schwarz.

Hahn und Henne

Hahn und Henne unterscheiden sich, abgesehen von den üblichen Geschlechtsmerkmalen, kaum voneinander. Schnabel und Krallen sind bei beiden Geschlechtern kräftig. Die Körper sind schlank und muskulös, zur Brust breiter werdend.

Der Hahn steht aufrechter als die Henne. Er hat einen dickfleischigen Einfachkamm mit 4 bis 6 Zacken. Die Fahne folgt der Nackenlinie nicht. Die kampfhuhnartige Figur wird durch die langen Läufe, die gut sichtbaren Schenkel und den kräftigen Hals betont. Seinen Schwanz trägt der Hahn hoch.

Ein Hahn wiegt 1,8 bis 2,0 kg, eine Henne 1,0 bis 1,4 kg.

Ursprung der Rasse

Der Ursprung der Rasse liegt in Indonesien. Sie kommen aus Java Tengah, genauer aus Kedu. Das Ayam Cemani ist eine der vier Varianten des Kedu-Huhns.
Seit uralten Zeiten galt dieses schwarze Huhn als etwas Besonderes, Magisches. Einheimische Schamanen und chinesische Heiler nutzten seine mystischen Kräfte für Rituale und zur Heilung von Kranken.

In den 1920er Jahren berichteten niederländische Einwanderer als Erste über die schwarzen Hühner.

Nach Europa brachte der Niederländer Jan Steverink 1998 die ersten Ayam Cemani. Er war mehrere Jahre in Indonesien tätig, wo er von dem schwarzen Huhn hörte. Seine Neugier war geweckt, er machte sich auf nach Kedu. Dort angekommen, musste er sich durch mehrere Dörfer fragen, bis er sie endlich gefunden hatte: komplett schwarze Hühner.

Mit 20 Bruteiern im Koffer, alle gut verpackt, machte er sich auf die Heimreise in die Niederlande. Zum großen Bedauern von Jan Steverink schlüpften nur zwei Küken. Eines war gesund, bei dem anderen waren die Beinchen krumm. Aus dem gesunden Küken entwickelte sich eine Henne. Steverink verpaarte sie mit einem Sumatrahahn. Noch im selben Jahr trafen weitere 20 Bruteier ein. Aus ihnen schlüpfte ein einziges Tier – ein Hahnenküken. Aus den nächsten 200 Bruteiern, schlüpften 9 Küken. Damit konnte er die reinrassige Linie erhalten. Steverink züchtete ebenfalls mit den Kreuzungstieren weiter. Hier half ihm nur konsequente Auslese und immer wieder reinrassige Tiere einkreuzen, um die Rassemerkmale des Ayam Cemani zu erhalten.

Später kam noch eine zweite reinrassige Linie dazu.

2003 wurden erste Tiere in Hannover vorgestellt.
2006 wurde die Rasse in Deutschland anerkannt.

Der Grünglanz der Federn stammt von den Sumatraeinkreuzungen. Die Originalfedern waren matt schwarz mit etwas blauem Schimmer.

Bei den Originalhühnern wurde durch einen Bluttest festgestellt, dass sie ausschließlich DNA von Bankiva Hühnern hatten.

Besonderheiten

Alles an den Ayam Cemani ist schwarz, Federn, Augen, Haut, Kamm, Kehllappen, Zunge, Knochen, Krallen, Fleisch und sämtliche Innereien. Es handelt sich um eine Hyperpigmentierung oder Fibromelanosis. Oft wird behauptet, das Blut und die Eier seien ebenfalls schwarz. Das stimmt nicht. Die Eier sind außen cremefarbig, innen haben sie weißes Eiweiß und gelbes Dotter. Das Blut ist tief Dunkelrot. Dieses komplette Schwarz, dazu die flinken, scheuen Bewegungen, lassen die Tiere mystisch erscheinen. Sie strahlen eine gewisse Magie aus.

Daher gelten sie noch heute in der asiatischen Medizin als Heilmittel. Eine Brühe, gekocht aus dem Fleisch, den Knochen, und den Innereien wirkt kräftigend und gesundheitsfördernd auf den Organismus.

Bei Ritualen werden Ayams bevorzugt als Opfertiere dargeboten.
Ayam Cemani Hühner sind selbst in Indonesien selten, daher extrem teuer. Die reine Form wird nur in einem einzigen Dorf gezüchtet. Alle anderen Cemani gelten als Kreuzungen.
Bei den indonesischen, den ursprünglichen, Cemani kann sich im Alter von 1,5 Jahren die Farbe ändern. Das vorher schwarze Huhn kann einen roten Kamm oder rote und grüne Schwanzfedern bekommen. Deshalb kauft ein Indonesier ein Cemani erst, wenn es erwachsen ist. Bei den europäischen Tieren wurde diese Eigenart weitestgehend weg gezüchtet.
Das Fleisch ähnelt im Geschmack Rebhuhn oder Fasan.