Indische Kämpfer

Gewicht Hahn
4,50 kg
Gewicht Henne
3,00 kg
Anfängerfreundlich
Nein (zeige alle)
Ringgröße
Hahn: 22 / Henne: 20
Legeleistung 1. Jahr
80 Stück
Legeleistung 2. Jahr
80 Stück
Schalenfarbe der Eier
braun (zeige alle)
Bruteimindestewicht
50 g
Bruttrieb
ausgeprägt (zeige alle)
Winterleger
Nein (zeige alle)
Federfüße
Nein (zeige alle)
Kammform
Erbsenkamm (zeige alle)
Herkunftsland
Indien

Der Indische Kämpfer gilt nicht, wie sein Erscheinungsbild vermuten lässt, als kampfeslustig. Er überzeugt viel mehr durch seine Schnellwüchsigkeit und Lebenskraft, die zur Regeneration anderer Rassen genutzt wird.

Indische Kämpfer – imposant und schnellwüchsig

Ursprünglich waren Indische Kämpfer zur erfolgreichen Teilnahme an Hahnenkämpfen erzüchtet worden. Die in seinen Typen recht unterschiedlich in Erscheinung tretende Züchtung machte den kampfambitionierten Züchtern allerdings einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Alles begann im 19. Jahrhundert in England. In der Zeit von König Heinrich dem VIII. waren Hahnenkämpfe eine beliebte Beschäftigung. Die englischen Kampfhuhnzüchter waren entsprechend stolz auf ihre kampfwilligen Exemplare. Bis zu dem Zeitpunkt, als asiatische Kampfhuhntypen, die meist von Soldaten aus indischen Kolonien eingeführt wurden, ihre vielgerühmten englischen Hähne beim Kampf schlugen. Um der Schmach entgegenzuwirken beschlossen die Züchter englische und asiatische Kampfhühner zu verpaaren und so die Vorteile beider Schläge zu vereinen.

Vor allem Sir Walter Raleigh Gilbert machte sich um die Neuerzüchtung der Rasse verdient. So kreuzte er zunächst englische Kämpfer (Black-Red Game) mit Asil. Diese Nachzucht wiederum verpaarte er mit Malaien und erhielt so das später als Indian Game bekannte schwere und mit etlichen Muskeln bepackte, „neue“ Kampfhuhn. Allerdings hatte er die Rechnung ohne die Launen der Natur gemacht, denn dem neuen englischen Kampfhuhn fehlte etwas ganz entscheidendes: Der Kampfgeist, Wendigkeit und Ausdauer. Und so kam es, dass das Indische Kampfhuhn nie in die Arena geschickt wurde. Aufgrund seines Wesens und der markanten Optik aber behielt es immer Anhänger. Diese widmeten sich der Veredelung dieser Rasse. Der Rassestandard wurde jedoch erst im Jahr 1896, durch den Indian Game Club, festgelegt und gleicht im Wesentlichen schon dem heutigen.

Haltung der Indischen Kämpfer

Sein imposantes Erscheinungsbild ist es, was den Indischen Kämpfer für den Hobbyzüchter so interessant macht. Im Gegensatz zu seinem optischen Auftreten ist das Wesen dieses Huhns nämlich alles anderes als kampfeslustig. Zwar streiten sich hier die Geister doch recht erheblich und auch die Charaktere gehen mitunter recht weit auseinander. Im Grunde fehlt es dem Indischen Kämpfer allerdings an Kampfesgeist, sodass er auch vom Hobbyzüchter händelbar ist. Dennoch ist die Haltung der Rasse „kein Kinderspiel“, denn selbst im ruhigsten Kämpfer steckt noch der Geist der Natur. Vor allem unter Hähnen kann es öfter einmal zu Streitigkeiten kommen, ein Überbesatz ist daher zu vermeiden. Idealerweise wird bei mehreren Hähnen eine getrennten Gruppenhaltung (natürlich mit entsprechendem Harem für jeden einzelnen Hahn) empfohlen. Seine Robustheit ist übrigens sprichwörtlich! Nicht umsonst dient der Indische Kämpfer als Spender von Schnellwuchs und Lebenskraft und wird gerne zum Regenerieren von anderen Rassen benutzt.

Wirtschaftlichkeit

Durch seinen enormen Fleischansatz zählt der Indische Kämpfer zu den Fleischhühnern. Mit einem Gewicht von bis zu 4,5 Kilogramm (Hahn) und 3 kg (Henne) ist er ein recht stattlicher Sonntagsbraten. Die Legeleistung (ca. 80 Eier pro Jahr) ist dabei allerdings zu vernachlässigen, dürfte dem nicht auf Eiermassen ausgelegten Hobbyzüchter aber dennoch ausreichen.

Indische Kämpfer Küken

Für die Aufzucht der Indischen Kämpfer Küken benötigt man kalkhaltiges Futter. Die Küken sind schnellwüchsig.

Farben und Farbschläge der Indischen Kämpfer

Zu Beginn der Standardzucht der Indischen Kämpfer gab es nur den Farbschlag „dark“, der noch heute als fasanenbraun bekannt ist. Pünktlich zum 60sten Krönungsjubiläum der Königin Viktoria im Jahr 1897 stellte Henry Hunt einen neuen Farbschlag vor, den er nach dem Ereignis bekannte: Jubilee (rot-weiß). In der deutschen Rassezucht sind nur diese beiden Farbschläge anerkannt, obwohl noch viele weitere Farbschläge der Indischen Kämpfer im Laufe der Zeit entstanden. Etwa blau-fasanenbraun, gelb, weiß und in Amerika die weißgesäumt-roten Indischen Kämpfer (White Laced Red).

Bei allen Farbschlägen gleich ist die Farbe von Ohrlappen, Kehllappen und Gesicht, die in einem kräftigen Rot leuchten und einen guten Kontrast zu den hellgelben bis perlfarbigen Augen bieten. Auch er Schnabel ist, wie auch die Läufe, in Gelb gehalten.

Indische Kämpfer Hahn und Henne

Der Indische Kämpfer stellt den Prototyp eines angriffslustigen, wuchtigen Kämpfers da. Allerdings halten seine charakterlichen Eigenschaften dem äußeren Eindruck nicht Stand. Der Indische Kämpfer ist, obschon er so aussehen mag, kein Raufbold. Von Zierlichkeit ist beim Indischen Kämpfer nicht die Rede, im Gegenteil. Zuchtziel ist die Angleichung des Erscheinungsbildes an die englische Bulldogge: Ein kompaktes, würfelförmiges Huhn, dessen Läufe so weit auseinander stehen sollten wie das Huhn breit ist. Eine niedrige, nach vorne angehobene Stellung rundet das wuchtige Erscheinungsbild ab. Unterschiede zwischen Indische Kämpfer Hahn und Henne sind eher untergeordneter Natur. Bis auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede gleichen sich Hahn und Henne der Indischen Kämpfer. Die Henne ist lediglich etwas kleiner und ihr Schwanz entsprechend deutlich schmaler, als die des Kampfhahns.