Zeigt her eure Füße

Sieht man sich die Läufe eines Huhns einmal genauer an, so entdeckt man schnell den gelenkigen Übergang vom befiederten Oberschenkel zum schuppigen (Unterschenkel-) Teil des Hühnerbeins. Dieses Gelenk wird übrigens als Hacke bezeichnet, was bei einem anatomischen Vergleich von Hühner- und Menschenbein durchaus der menschlichen Ferse entspricht und nicht etwa das Knie darstellt. Das sitzt wesentlich weiter oben, am Ende des Oberschenkelknochens, vom Gefieder verdeckt. Am Ende des Unterschenkels, auch als Läufe bekannt, trifft man auf die Zehen.

Füße und Zehen des Huhns

Mal 4 mal 5 mal beides

Die meisten Hühnerrassen haben vier Zehen – drei zeigen nach vorne und eine leicht nach hinten, um einen optimalen Stand zu gewährleisten. Es gibt aber durchaus auch Rassen, die als besonderes Kennzeichen über 5 Zehen verfügen, etwa Houdans, Dorkings oder Faverolles. Benötigt wird diese fünfte Zehe nicht, sie sitzt direkt neben der vierten Zehe an der Innenseite und zeigt auch noch leicht schräg nach oben – ein funktionsloses Anhängsel, das im Laufe der Domestikation durch Mutationen entstanden ist. Bei einigen Kreuzungen kann es sogar vorkommen, dass ein Lauf fünfzehig und der andere vierzehig ist – eine Laune der Natur. Auch die mitunter üppige Fußbefiederung einiger Hühnerrassen könnte man als Laune der Natur betrachten, sind Federn an den Füßen für das „Lauftier“ Huhn doch eher hinderlich. Eine üppige Befiederung, die bereits entlang der gesamten Ferse verläuft (Geierferse) und auch vor den Zehen nicht Halt macht findet sich zum Beispiel bei den Kraienköppen, den Brahmas oder dem federfüßigen Zwerghuhn. Ein etwas spärlicheres Fußkleid trägt hingegen das Maran-Huhn.

Die Sporen der Hühner

Etwas weiter am Unterschenkel, oberhalb der Zehen, sitzen – vornehmlich bei den Hähnen – die Sporen. Dieses männliche Geschlechtsmerkmal sollte eigentlich bei allen Hähnen vorhanden sein, kann aber auch an so manch einer Henne beobachtet werden. Die Sporen sind lediglich Hornkegel, die an der hinteren Innenseite wachsen und dem Hahn bei Rangordnungskämpfen dienlich ist.

Der Sporn beim Hahn

Tiefe Fleischwunden lassen sich mit den Sporen allerdings nicht beibringen, da das Ende der Hornkegel normalerweise recht stumpf ist. Erst, wenn der Mensch eingreift, können sich die Sporen zu einer echten Waffe entwickeln, nämlich dann, wenn diese Horngebilde für Hahnenkämpfe spitz gefeilt oder mit scharfen Klingen versehen werden. Die Sporen wachsen übrigens ein ganzes (Hahnen-)Leben lang. Bei so manch altem Hahn, landet er nicht vorher im Topf, muss dann der Tierarzt anrücken und die Sporen kürzen, damit sich das Tier wieder ungehindert fortbewegen kann. Eine schmerzlose Angelegenheit, die mit dem Fingernägelschneiden vergleichbar ist.