Kraienköppe

Gewicht Hahn
3,00 kg
Gewicht Henne
2,50 kg
Anfängerfreundlich
Nein (zeige alle)
Ringgröße
Hahn: 20 / Henne: 18
Legeleistung 1. Jahr
200 Stück
Legeleistung 2. Jahr
200 Stück
Schalenfarbe der Eier
weiß (zeige alle)
Bruteimindestewicht
55 g
Bruttrieb
normal (zeige alle)
Winterleger
Nein (zeige alle)
Federfüße
Nein (zeige alle)
Kammform
Sonstige (zeige alle)
Herkunftsland
Deutschland
Farbschläge
goldhalsig, silberhalsig

Kraienköppe sind legefreudige, robuste Landhühner, die einen deutlichen Kämpfereinschlag haben. Außerdem überzeugen sie durch ihre Schönheit und ihren feurigen Ausdruck.

Kraienköppe – gute Futtersucher und sehr robust

Erzüchtung der Kraienköppe

Was einst als reiner Kämpfer erzüchtet wurde, zählt heute zu einem beliebten Nutzhuhn. Schönheit und Leistung wurden bei den Kraienköppen durch den Menschen auf ideale Weise vereint. Die Kraienköppe, die als „Biethaunderns“ oder auch „Twense Grijse“ um das Jahr 1860 erstmals von den Brüdern Lazonder aus den Niederlanden (Enschede) erzüchtet wurden, haben obschon ihrer Namensähnlichkeit nichts mit den holländischen Kraienköppen (Kraaikop) gemeinsam. Diese sind bei uns als Breda Hühner bekannt und weit entfernt vom Kampfhuhntyp. Hahnenkämpfe waren Ende es 19. Jahrhunderts zwar beliebt und Kraienköppe reinen Malaien oftmals überlegen, doch Hühner ohne Wirtschaftlichkeit waren nicht an den Mann zu bringen. So entschied man sich, dem aus italienischen und niederländischen Landhühnern, Malaien und Belgischen Kämpfern erzüchteten starkknochigen Kämpfer ein Stück Wirtschaftlichkeit anzuzüchten. Aus schlechten Legern wurde durch konsequente Auslese ein feinknochiges, legefreudiges Huhn, dem das stattliche, kämpferartige Erscheinungsbild blieb.

Kraienköppe in Deutschland

Anfang des 20. Jahrhunderts nahm man sich auch in Deutschland der „Twenter Grauen“ an, taufte sie allerdings in Kraienköppe um. Vermutlich, weil ihre Kopfform der von Krähen sehr nahe kommt oder weil die Hähne mit einer sehr lauten Stimme gesegnet sind. Der Lehrer Johnann Wieking aus Brandlecht im ostniederländischen Grenzland zur Provinz Drenthe befasste sich nun intensiv mit der Verbesserung der Legeleistung der Kraienköppe und zeigte die Hühner erstmals auf Schauen. 1926 wurde der erste Farbschlag die „silberhalsigen Kraienköppe“, in den deutschen Rassegeflügelstandard aufgenommen. Die langjährige Arbeit von niederländischen und deutschen Züchtern hat letztendlich die Kraienköppe ergeben, wie sie heute in Erscheinung treten: Als legefreudiges, robustes Landhuhn mit deutlichem Kämpfereinschlag.

Haltung der Kraienköppe

Kraienköppe sind keine Kampfhuhnrasse, dennoch fließt in ihren Adern das Blut der Kämpfer. Das kann man nicht nur an den optischen Markern erkennen, sondern auch an einigen Charakterzügen. So können Hähne untereinander sehr aggressiv werden, sodass die Haltung entsprechend gestaltet werden sollte. Im Vergleich zu vielen anderen Hühnerrassen zeigen Kraienköppe noch ein sehr naturnahes Verhalten und sind gegenüber Gefahren aus der Luft überaus mutig und verteidigungsbereit. Gegenüber ihrem Halter werden Kraienköppe jedoch recht zutraulich. Sie entpuppen sich zudem als hervorragende Futtersucher. Da sie die Robustheit, Vitalität und Härte von ihren kämpferischen Ahnen geerbt haben, stellen Kraienköppe an die Haltungsbedingungen kaum Ansprüche. Idealerweise hält man diese Rasse also naturnah in einem geräumigen Gehege. Die Einfriedung muss dabei an ihre guten Flugeigenschaften angepasst werden.

Wirtschaftlichkeit

Als gute Futtersucher tragen Kraienköppe auch in Zeiten teuren Hühnerfutters ihren Teil zur Wirtschaftlichkeit bei. Unterstützt wird diese Wirtschaftlichkeit natürlich auch von ihren guten Legeeigenschaften, die auch im Winter nicht einbrechen. Schon im Jahr 1937 brachten es die Kraienköppe bei einer Leistungsprüfung auf bis zu 252 Eier!

Kraienköppe Küken

Die Kraienköppe Küken werden früh reif. Die Küken können leicht aufgezogen werden, da sie frohwüchsig und wiederstandsfähig sind.

Farben und Farbschläge der Kraienköppe

Die Kraienköppe gibt es in vielen verschiedenen Farbschlägen, die im deutschen Rassegeflügelstandard anerkannt sind. Neben den silber- und goldhalsigen zählen die orangehalsig und blaugoldhalsig Kraienköppe jedoch eher zu den „Exoten“ und sind längst nicht so oft zu finden, wie die erstgenannten Farbvarianten. Die rotgesattelten Kraienköppe befinden sich derzeit noch im Anerkennungsverfahren.

Gemeinsam haben alle Farbschläge jedoch die Farbe von Kamm, Ohr- und Kehllappen und Gesicht – ein kräftiges Rot. Ebenso die Läufe, die bei sämtlichen Farbschlägen der Kraienköppe gelb sind, sowie die lebhaften gelbroten bis roten Augen. Wie bei vielen Hühnerrassen hat auch bei den Kraienköppen der Hahn das deutlich auffallendere Gefieder. Die satten Farben seines Gefieders stechen direkt ins Auge, während die Henne mit wesentlich weniger Farbpracht ausgestattet ist.

Kraienköppe Hahn und Henne

Der Kopf mit dem für Kampfhuhnrassen typischen „Stiernacken“ und der feurige Ausdruck der Kraienköppe lässt die Rasse den Kämpfer in ihnen nicht verleugnen. Der kräftige Schnabel und die kleinen Ohrlappen ergänzen dabei prima den kleinen, wie eine warzenbedeckte halbe Walnuss anmutenden Kamm, der bei der Kraienköppe Henne nur als kleiner Wulst zu erkennen ist. Der übrige Körperbau ähnelt hingegen mehr dem eines kräftig gebauten Landhuhns: Länglich zierlich mit reich befiedertem Schwanz. Dabei aber die aufrechte und herausfordernde Haltung des Kämpfers, gepaart mit der typischen Kopfform. Das Hauptaugenmerkt liegt allerdings darin, die Rasse nicht zu schwer werden zu lassen, um die hervorragende Legeeigenschaft zu erhalten. Ohnehin sieht man den Kraienköppen durch den muskulösen Körperbau und die straffe Befiederung ihr Gewicht nicht auf den ersten Blick an. Bei einer Größe von rund 60 bis 65 cm (Hahn), bzw. 45 – 50 cm (Henne) bringen die Kraienköppe Hähne bis 3,8 Kilogramm auf die Waage (Henne bis 3,2 Kilogramm). Hier dominiert wohl das Kampfhuhn- gegenüber dem Landhuhn-Blut.