Bankivahuhn

Gewicht Hahn
1,50 kg
Gewicht Henne
1,10 kg
Anfängerfreundlich
Nein (zeige alle)
Legeleistung 1. Jahr
20 Stück
Legeleistung 2. Jahr
20 Stück
Bruttrieb
ausgeprägt (zeige alle)
Winterleger
Nein (zeige alle)
Charakter
normal (zeige alle)
Herkunftsland
Asien

Das Bankivahuhn zählt als Urvater unserer heutigen Haushühner. Der Prozess vom Wildhuhn zum Haushuhn kam schleichend. Auch wenn es hohne Ansprüche an Haltungsbedingungen stellt, gilt es als wahres Bilderbuchhuhn.

Bankivahuhn – Urvater mit buntem Federkleid

Urvater unserer Hühner

Neben vier anderen Rassen ist es das Bankivahuhn, dem wir unsere heutigen Haushühner zu verdanken haben. Das rote Dschungelhuhn mit dem wissenschaftlichen Namen Gallus gallus gilt als der Urvater unserer Hühner. Das Bankivahuhn ist ein echtes Wildhuhn, das noch heute in seiner asiatischen Heimat frei lebt. Es gehört der Ordnung der Hühnervögel an. Hierin ist es der Familie der Fasanenartigen und der Gattung Kammhuhn zugeordnet. Es gilt als das typisches Bilderbuchhuhn: aufrecht und stolz mit schlankem Körper, buntem Federkleid und großem Kamm.

Natürlicher Lebensraum des Bankivahuhns

Der natürliche Lebensraum des Bankivahuhns bzw. seiner vier Unterarten ist der asiatische Raum von Kaschmir bis nach Südchina und von Indien bis zu den kleinen Sundainseln. Auch auf einigen Inseln im Pazifik, im indischen Ozean und der Karibik, sowie in Südafrika und Neuseeland sind freilebende Populationen von Bankivahühnern bekannt. Hier besiedeln sie gerne Randbereiche von Wäldern, Altholzbestände aber auch Kulturlandschaften. Besonders attraktiv sind brachliegende, alte Ackerflächen, die im Zuge des Wanderfeldbaus von den Menschen zurückgelassen wurden. Auch teilgerodete Bambusbestände sorgen für gute Nahrungsgrundlagen und ziehen die freilebenden Wildhühner an. Hier findet das Bankivahuhn optimale Nahrungsbedingungen.

Vom Bankivahuhn zum Haushuhn

Der Weg vom Wildhuhn zum Haushuhn war ein schleichender Prozess. Vor mehr als 8000 Jahren nutzten wilde Bankivahühner immer mehr die Nähe des Menschen aus. Sie ernährten sich von seinen Abfällen und nutzte zurückgelassene Ackerfrüchte als konstante und leicht verfügbare Nahrungsquelle.

Der Mensch hingegen nutzte zunächst die Eier, um seinen Speiseplan zu erweitern. Später hielt er die Hähne ihres prächtigen Gefieders wegen, aber auch, um sich seiner Kampflust in Hahnenkämpfen zu erfreuen. Die besonders zutraulichen Tiere wurden dabei zu Domestikationszwecken genutzt. Mit ihnen wurde gezüchtet und sie wurden so charakterlich und optisch gefestigt.

Auch an der Legeleistung musste gefeilt werden, denn ein Bankivahuhn bringt es gerade einmal auf 20 Eier im Jahr. Zu wenig, um eine wirtschaftliche Haltung auch vor tausenden von Jahren zu rechtfertigen. Man bediente sich also anderer Wildhühner (4 Rassen gelten gemeinhin als Ursprungsrassen, sicherlich hatten aber noch andere wilde Hühner ihre Gene im Spiel) und kreuzte fleißig auf die gewünschten Eigenschaften.

Die ersten Domestizierten Bankivahähne haben allem Anschein nach über die Seidenstraße in den Orient gefunden. Von dort aus haben sie den europäischen Kontinent erobert. Aus Nordafrika ging es zunächst nach Griechenland und Italien. Von dort aus sorgten, Forschungen nach zu urteilen, die Phönizier dafür, dass auch die Spanier zu den Hühnerhaltern gehören durften. Erst wenige Jahrhunderte vor Christi Geburt kamen dann die ersten Hühner über die Alpen auch zu uns. Das Hühnerfleisch wurde übrigens erst später danke der Römer zu einem attraktiven Gut.

Noch später kristallisierten sich spezielle Legerasse, Zierhuhnrassen, Fleischrassen, Zwergrassen, etc. heraus – allesamt aus dem ursprünglichen Genpool der Bankiva. Vielen Rassen sieht man ihre Urväter kaum noch an, während die Italiener Hühner, zumindest für das Laienauge, dem wilden Bankivahuhn zum Verwechseln ähnlich sehen.

Haltung der Bankivahühner

Das Bankivahuhn stellt in Sachen Haltung und Fütterung einen deutlichen Unterschied zu unseren heutigen Haushühnern dar.

In Gefangenschaft sind Bankivahühner eher selten bei Hobbyhühnerhaltern anzutreffen. Bruteier von Bankivahühnern und Jungtiere sind entsprechend schwer zu bekommen. Häufig beschränkt sich ihr Dasein außerhalb ihres Wildgebietes auf zoologische Gärten und klassische Zoos. Ein Grund dafür dürften die hohen Ansprüche an die Haltung sein, denn wie ein typisches Huhn lässt sich ein Bankivahuhn nicht halten.

Seine Haltungsanforderungen lassen sich eher mit denen von Fasanen vergleichen. Bankivahühner brauchen ein ausreichend großes Gehege mit reichlich Deckung, Aufbaum- und Versteckmöglichkeiten. Und natürlich aus- und einbruchssicher sollte es sein, damit sich das scheue Bankivahuhn artgerecht in Gefangenschaft halten lässt. Der Besatz ähnelt ebenfalls denen von Fasanen. Auf einen Hahn sollten maximal zwei Hennen kommen. Besser nur eine, denn es kann durchaus sein, dass der Hahn die „übrige“ Henne verstößt, im schlimmsten Falle tötet.

Aufgrund ihrer tropischen Heimat sollten die winterlichen Temperaturen im Gehege 10 bis 12 Grad nicht unterschreiten. Was die Fütterung angeht, so wird es hier ein wenig einfacher. Das Bankivahuhn ernährt sich hauptsächlich von Sämereien und eiweißreicher Kost, sprich Insekten, Larven, Maden, usw. Fasanenfutter tut hier gute Dienste, muss aber gegebenenfalls um fehlende Eiweißkomponenten (z.B. Mehlwürmer) ergänzt werden.

Wirtschaftlichkeit

Auch hinsichtlich der Bereitschaft, Eier zu legen, unterscheidet sich das Bankivahuhn ebenso von den gängigen Hühnerrassen, wie auch in seinem Sozialverhalten.

Das Bankivahuhn ist ein tagaktives Huhn, zur Nachtruhe baumen die Standort treuen Hühner nahe des Futterplatzes auf. Die Brutzeit richtet sich nach der Region, in der die Bankivahühner leben und kann auf begrenzte Monate fallen, aber auch das ganze Jahr über stattfinden.

Bei Bankivahühnern wird sowohl die Monogamie wie auch die Polygamie beobachtet. Im Alter von etwa einem halben Jahr werden die Hähne geschlechtsreif und suchen sich eine Henne bzw. scharen einen Harem um sich.

Bankiva Küken

Die Henne bereitet, versteckt unter Dickicht oder Bambuspflanzen, ein kuscheliges Nest. Das geschieht in einer flachen Bodenmulde, die sie mit allerlei getrockneten Pflanzen auspolstert. Sobald das Gelege gefüllt ist, was meistens bei 5 bis 6 Eiern der Fall ist, beginnt die eigentliche Brut. Die braunroten Eier werden zwischen 18 und 21 Tagen bebrütet, bis die jungen Bankivaküken schlüpfen. Die Brut und Aufzucht der Jungen obliegen übrigens ausschließlich der Bankivahenne. Die jungen Bankiva Küken sind dabei echte Frühstarter. Schon mit gut einer Woche können die Kleinen fliegen.

Farben und Farbschläge des Bankivahuhns

Wie bei allen Hühnerrassen gibt es verschiedene Farben und Farbschläge des Bankivahuhns. Kopf- und Halsbehang leuchten in schillernden Goldtönen, Oberschwanzdecke und einige Steuerfedern metallisch grün, während die Handschwingen in einem Schwarzbraunton, mitunter blaustichig enden. Der Rücken sticht in sattem dunkelrot heraus und geht in ein kräftiges Orangerot am Schwanz über. Besonders markant ist die weiß befiederte Basis rund um den Bürzel, der den Schwanz wie einen Kranz umrahmt.

Während die Läufe mit ihrem blaugrau bzw. braun eher langweilig wirken, fallen die Kopfmerkmale besonders beim Hahn wiederum stark ins Auge. Orangerote Iris, ein großer, gezackter Kamm, der wie Gesicht und Kehllappen feuerrot leuchtet und perfekt zum roten Gefieder an Oberkopf und Nacken passt.

Während der Zeit von Juni bis September wechseln die Hähne in ein unscheinbares Ruhegefieder, mit dem sie den Hennen der Bankivahühner mit ihrem braunen Federkleid ähneln. Im Gegensatz zum Hahn trägt die Bankivahenne keinen Sporn (in seltenen Fällen kann auch die Henne einen Sporn ausbilden) an der Hinterseite der Läufe. Auch fehlt es ihrem Schwanzgefieder an Sicheln und die Steuerfedern sind deutlich kürzer.

Bankiva Hahn und Henne

Während es der bis zu 1450 g schwere Bankiva Hahn, bedingt durch seinen langen Schwanz, auf eine Länge von bis zu 78 cm bringt, werden Bankiva Hennen lediglich rund 45 cm lang und bringen maximal 1050 g auf die Waage. Der Körperbau des Bankivahuhns erinnert eher an die schlanke Form der Fasanen, als an ein typisches Landhuhn mit plumpem Körper. Hals und Brust werden fast senkrecht getragen, ebenso wie der Schwanz, dessen Übergang vom kurzen Rücken somit in einem beinahe rechten Winkel erscheint. Bankivas sind sehr gute Flieger, und das sieht man ihnen durchaus an.

Bankivahühnern sind keineswegs Einzelgänger, sie leben in mehr oder weniger großen Herden mit entsprechender Hackordnung zusammen. Allerdings halten sie stets gebührenden Abstand und widmen sich einem Großteil ihrer Wachzeit der Futtersuche. Bei der Gefiederpflege sind dann jedoch wieder die anderen Herdenmitglieder gefragt. Es wird gemeinsam gesandbadet und das Gefieder geputzt.