Bergische Kräher

Bergische Kräher - Hühnerrasse
Gewicht Hahn
3,50 kg
Gewicht Henne
2,50 kg
Anfängerfreundlich
Nein (zeige alle)
Ringgröße
Hahn: 20 / Henne: 18
Legeleistung 1. Jahr
130 Stück
Legeleistung 2. Jahr
130 Stück
Schalenfarbe der Eier
weiß (zeige alle)
Bruteimindestewicht
56 g
Bruttrieb
normal (zeige alle)
Winterleger
Nein (zeige alle)
Federfüße
Nein (zeige alle)
Kammform
Einfachkamm (zeige alle)
Herkunftsland
Deutschland
Farbschläge
schwarz-gold, goldbraun

Die Bergischen Kräher gehören zu den Hühnerrassen, die gut auf Haus und Hof aufpassen. Zudem fallen sie durch ihren markanten Ruf auf und werden nur in einer Farbe gezüchtet.

Bilder

Bergische Kräher Zuchtstamm

Bergische Kräher – gute Flieger und sehr aufmerksam

Die Bergischen Kräher als älteste deutsche Hühnerrasse sind als kulturelles Erbe zu verstehen und stellen überdies eine wichtige Genreserve in der Hühnerzucht dar. Sie gelten als extrem gefährdete Hühnerrasse und ihre Zucht ist eine kleine Kunst für sich. Erstmals sah man sie auf Schauen im Jahr 1854. Wie genau sie in das Bergische Land, dem sie neben ihrem Markanten Ruf ihren Namen zu verdanken haben, kamen, ist nicht bekannt.

Hier ranken sich zahlreiche Geschichten um ihre Herkunft, sicherlich ist ein Stückchen Wahrheit nicht zu leugnen. Der Sage nach sollen Kreuzritter die Bergischen Kräher schon vor 800 Jahren von ihren Zügen aus dem Balkan mitgebracht haben. So kam auch Graf Eberhard von Berg an einen Hahn, und da er in einem Kloster beherbergt war, in dem er später auch beigesetzt wurde, lag es nahe, dass die Zucht der Kräher dort von den Zisterziensermönchen fortgeführt wurde. Noch zu seinen Lebzeiten wurden Kräherfeste ausgetragen, bei denen hohe Einsätze zum Zuge kamen. Mitunter bekam der Gewinner der Krähwettbewerbe einen ganzen Bauernhof zugeschrieben.

Kräherwettbewerbe gibt es zwar auch heute noch, allerdings sind die Einsätze deutlich geringer geworden!

Haltung der Bergischen Kräher

Die Bergischen Kräher sind hinsichtlich ihres Charakters echte Wildhühner. Sie brauchen viel Platz, können gut fliegen, sind ausgesprochen wachsam und für Beutegreifer bei entsprechendem Unterschlupfangebot daher kaum erreichbar. Ihr Futter suchen sie fleißig selber, wenn man sie lässt, und passen noch ganz nebenbei auf Haus und Hof auf.

Ihrem Halter gegenüber können sie so zutraulich werden, dass sie ihm aus der Hand fressen. Fremden gegenüber sind und bleiben sie aber scheu.

Bergische Kräher zu halten und zu züchten lohnt sich. Ihr Ruf ist unvergleichlich und mit dem Kikeriki eines normalen Hahns nicht zu vergleichen. Der Krähruf des Bergischen Krähers dauert rund fünf Mal so lange und wird im Schreiten vorgenommen. Während des 8 bis 15-sekündigen Rufes, der mit einer tiefen Tonlage beginnt, dann langsam in eine höhere steigert und wieder in eine tiefe Tonlage zurückfällt, wir der Hals beim Vorwärtsschreiten immer weiter gesenkt. Zum Schluss des Rufes, dem „Schnork“, ist der Schnabel dann am Boden.

Wirtschaftlichkeit

Die Bergische Kräher Henne legt sie mit rund 150 Eiern eine beachtliche Anzahl.

Bergische Kräher Küken

Bergische Kräher Küken sind echte Spätzünder. Bevor die Henne mit dem Legen beginnt, vergehen gut und gerne acht Monate. Der Bruttrieb ist so gut wie nicht vorhanden, der Erfolg bei der Naturbrut jedoch deutlich höher, als bei künstlicher Brut via Brutapparat. Durch die geringe Schlupfrate ist eine Zucht schwierig.

Farben und Farbschläge der Bergischen Kräher

Der Bergische Kräher wird nur in einem Farbschlag gezüchtet:

  • schwarzgoldbraun-gedobbelt

Obwohl der Federflaum des Hahns schwarz ist, erscheint er durch den goldbraunen Hals und Sattelbehang wesentlich bunter. Von der Kehle bis zum Bauch kommt er im schwarzen Federkleid, wobei die Seiten leicht getupft sein sollten. Diese als Golddobbelung bezeichnete Farbgebung ist eine der gröbsten Zeichnungsvarianten überhaupt und kommt auch nur bei den Bergischen Krähern, den Schlotterkämmen und den Krüpern vor. Einzelne Federn auf dem Rücken und der Brust weisen innenliegende Tropfen auf, während der Federrand schwarz umrahmt ist. Namenspatron für diese „Dobbelung“ ist übrigens ein bergisches Brettspiel, bei dem die Spielsteine als Dobbel bezeichnet werden.

Der Schwanz des Bergischen Krähers sollte möglichst rein schwarz sein mit schönem Grünglanz. Die Henne wirkt durch ihre schwarze Grundfarbe deutlich dunkler als der Hahn. Bei ihr ist die Dobbelung an den Seiten der Brust schwach ausgeprägt und darf bis auf die Unterbrust gehen. Auch an Schultern und Rücken ist sie leicht goldbraun gedobbelt, ansonsten reinschwarz.

Das hochrote Gesicht wird bei beiden Geschlechtern durch die mittellangen, ebenfalls roten Kehllappen und die mandelförmigen, weißen Ohrscheiben untermalt. Der Stehkamm darf nicht zu grob gezackt sein und darf sich bei der Henne im hinteren Teil etwas neigen. Die Läufe sind von graublauer Farbe.

Besonders für Schauen ist die exakte Zeichnung wichtiger als der markante Ruf, der sich mit Selektion ausschließlich auf die äußeren Merkmale langsam verliert. Für viele Züchter ist die Erhaltung des außergewöhnlichen Rufes daher von größerer Bedeutung, als eine Zeichnung mit exakter Dobbelung.

Bergische Kräher Hahn und Henne

Diese Hühnerrasse hebt sich nicht nur hinsichtlich ihres Rufes von anderen Hühnerrassen ab, der Bergische Kräher ist auch in seiner äußeren Erscheinung ein echter Hingucker. Die Bergischen Kräher sind große, hoch aufgerichtete Hühner mit mittelhoher Stellung, denen der Stolz anzusehen ist.

Der Rumpf ist deutlich lang gestreckt und durch einen leicht nach oben gebogenen Rücken, den sogenannten Karpfenrücken, gekennzeichnet. Der Bergische Kräher Hahn bringt es auf rund 3,5 Kilogramm, die Bergische Kräher Henne ist gut ein Kilogramm leichter.

Das gesamte Gefieder ist sehr fest und hart, ebenso sind die Flügel lang gezogen und werden hoch angesetzt getragen. Fast im rechten Winkel trägt der Hahn seinen reich mit langen Sicheln ausgestatteten Schwanz, bei der Henne ist diese Winkelung nicht ganz so rechtwinklig. Von der Seite betrachtet, sollte der Gesamteindruck einen typischen Dreierbogen ausmachen – gebogener Hals, gebogener Rücken und gebogener Schwanz.