Ramelsloher

Gewicht Hahn
3,00 kg
Gewicht Henne
2,50 kg
Anfängerfreundlich
Nein (zeige alle)
Ringgröße
Hahn: 20 / Henne: 18
Legeleistung 1. Jahr
170 Stück
Legeleistung 2. Jahr
170 Stück
Schalenfarbe der Eier
weiß (zeige alle)
Bruteimindestewicht
55 g
Bruttrieb
ausgeprägt (zeige alle)
Winterleger
Nein (zeige alle)
Federfüße
Nein (zeige alle)
Kammform
Einfachkamm (zeige alle)
Herkunftsland
Deutschland
Farbschläge
weiß, gelb

Wer ein gutes Legehuhn sucht, das zudem eine gute Fleischleistung hat, ist mit dem Ramelsloher gut bedient. Die Farbe des Ramelslohers ist ein sanftes Rahmweis, beeindrucken tut das Huhn jedoch mit seinen besonderen Augen.

Ramelsloher – hervorragende Futtersucher und relativ anspruchslos

Im Vergleich zu vielen anderen Hühnerrassen kann das Ramelsloher Huhn nicht mit einer imposanten Entstehungsgeschichte beeindrucken. Dennoch ist die Laufbahn dieser Hühner alles andere als langweilig! Die Ahnen des Ramelslohers sind die typischen, schlichtweißen Landhühner, wie sie schon seit Jahrhunderten bekannt sind.

Erstmals beschreibt Bäckermeister Timme diese Art der Landhühner, als er im Rahmen seiner Lehrjahre durch die Lande zwischen Ostfriesland und Hamburg zog. Dennoch ist es erst dem Hamburger Reeder Wichmann zu verdanken, dass dieses weiße Huhn in die Riege der gezielt gezüchteten Wirtschaftshühner aufstieg. Er griff sich ein paar typische Rassevertreter und begründete auf ihnen die Zucht der neuen Rasse, die er nach der Ortschaft ihres Auftretens benannte: Ramelsloh.

Im Jahr 1874 traten die Ramelsloher ihre erste Ausstellung an und wurden somit der Öffentlichkeit als Ramelsloher Huhn präsentiert. Die Einkreuzung von fehlfarbigen Andalusier Hühnern durch Züchter Bergmann stärkte dann im Jahr 1889 das Blut der Ramelsoher in entscheidendem Maße.

Um die Jahrhundertwende forcierte es somit zum heißbegehrten Wirtschaftshuhn. Die Konzentrationen um die einheitliche Züchtung nahmen nun zu und wurden durch die Magdeburger Vereinigung von 21 Züchtern untermauert. Von 1910 bis heute konnte sich das damalige Zuchtziel des Ramelsloher Huhns halten. Gezüchtet wurde allerdings überwiegend in der typisch weißen Form.

Der gelbe Farbschlag wird im Laufe der Zeit zwar immer wieder erwähnt, erfährt aber erst seit der gezielten Rückzüchtung ab 1985 durch den Züchter Schweitzer aus Friedewalde einen neuen Aufschwung. Ein Aufschwung der der gesamten Rasse gut tut, denn die Zeit dieser Hühnerrasse als Wirtschaftsrasse ist schon seit den Änderungen der Geflügelwirtschaft in den 60er Jahren vorbei. Seither sichert, wie bei vielen alten Wirtschaftsrassen, nur noch die Ausstellungs- und Hobbyzucht das Überleben der Ramelsloher.

Haltung der Ramelsloher

In ihrer Haltung sind die robusten, wetterharten Ramelsloher relativ anspruchslos. Wird ihnen genügend Auslauf zur Verfügung gestellt, entpuppen sie sich als hervorragende Futtersucher.

Wirtschaftlichkeit

Als Wirtschaftshuhn hat sich das Ramelsloher bereits um die Jahrhundertwende einen Namen gemacht. Kein Wunder, gilt es doch als ausgesprochen guter Leger, das neben einer ansprechenden Fleischleistung nicht nur den Gaumen, sondern auch noch die Optik befriedigt. Besonderes Attribut dieser Hühner ist aber wohl die gute Winterlegeleistung. Während anderer Hühner das Eierlegen einstellen, geht es bei diesen Hühnern auch bei kühler Witterung fleißig weiter. Im Jahr kommt das Huhn somit auf eine Legeleistung von rund 150 Eiern.

Als ausgewachsenes Exemplar bringen es die Ramelsloher auf ein Gewicht von rund 2 Kilogramm (Henne) bzw. 2,5 Kilogramm (Hahn). Durch ihr feinfaseriges Fleisch eignen sie sich somit sehr gut als Sonntagsbraten.

Ramelsloher Küken

Der Bruttrieb dieser Hühnerrasse ist zwar nicht besonders ausgeprägt vorhanden, die Eier eignen sich aber hervorragend zur künstlichen Brut. Die Aufzucht der Ramelsloher Küken ist ebenfalls sehr leicht, da die Jungtiere recht schnell befiedern. Nicht umsonst wurden die Ramelsloher und ihre Kreuzungen Anfang des letzten Jahrhunderts gerne zur Stubenkükenzucht herangezogen.

Farben und Farbschläge des Ramelsloher Huhns

Die typische Farbe des Ramelsloher Huhns ist ein sanftes Rahmweiß. Ebenso ist der gelbe Farbschlag bekannt, der allerdings wesentlich seltener verfolgt wird. Bei beiden Farbschlägen dieser Rasse sind die Läufe von schieferblauer Farbe, ebenso der Schnabel, der idealerweise von reinem hellblau ist und über eine helle Spitze verfügt.

Auffallend sind beim Ramelsloher Huhn die großen dunklen Augen, die durch den schwarzen Lidring noch beeindruckender wirken. Keine andere Hühnerrasse weist ein so dunkles, beinahe schwarzes Auge auf. Kamm und Kehllappen der Tiere setzen sich ebenfalls durch die kräftig rote Farbe gut von der „Eintönigkeit“ des Gefieders ab. Die recht groß wirkenden Ohrscheiben sind glatt und liegen in ihrer leicht bläulichen Färbung eng am Kopf an.

Ramelsloher Hahn und Henne

Das Huhn steht in typischer Walzenform, dessen kräftiger Körperbau durch den stolz aufgerichteten Hals und die mittelhohe Stellung sehr harmonisch wirkt. In der Färbung des Gefieders unterscheiden sich Hahn und Henne der Ramelsloher zwar nicht, dafür ist ihre körperliche Erscheinung von zahlreichen Unterschieden geprägt. So ist der Kopf der Henne deutlich kleiner, als der des Hahns. Auch der Rumpf wird von der Henne fast waagerecht getragen, während beim Hahn eine leicht abfallende Stellung erwünscht ist. Die Eignung der Rasse lässt sich ebenfalls vom Körperbau ableiten. Die Läufe sind weder grobschlächtig noch zu feingliedrig, was auf ein eher feinknochiges Skelett deutet, an dem das schmackhafte Fleisch gut wachsen kann. Die tiefe getragene Brust der Henne deutet zudem auf eine gute Legeleistung mit reichlich Platz für die Nachzucht hin.