Brabanter

Gewicht Hahn
2,50 kg
Gewicht Henne
2,00 kg
Anfängerfreundlich
Nein (zeige alle)
Ringgröße
Hahn: 18 / Henne: 16
Legeleistung 1. Jahr
140 Stück
Legeleistung 2. Jahr
140 Stück
Schalenfarbe der Eier
weiß (zeige alle)
Bruteimindestewicht
52 g
Bruttrieb
normal (zeige alle)
Winterleger
Nein (zeige alle)
Federfüße
Nein (zeige alle)
Kammform
Sonstige (zeige alle)
Herkunftsland
Holland

Das Brabanter Huhn fällt durch seine ungewöhnliche Optik auf. Sie sind in Hühnerställen nur selten gesehen, obwohl sie einen sehr angenehmen Charakter besitzen.

Brabanter Hühner – gute Flieger und sehr genügsam

Namensgebung

Das Brabanter Huhn, ein altertümliches Haubenhuhn, wurde bereits im 17. Jahrhundert auf Gemälden des niederländischen Tiermalers Melchior de Hondecoeter verewigt. Es ist davon auszugehen, dass das Brabanter Huhn aus den tierischen „Mitbringseln“ niederländischer Seefahrer entstand und seinen Ursprung wohl in russischen Pawlowa Hühnern findet. Erstmals in der niederländischen Provinz Nord-Brabant gezüchtet, verdankt ee diesem Umstand seinen Namen.

Zuchtbemühungen in Deutschland

In Deutschland tauchte die Brabanter Hühner zum ersten Mal im Jahr 1854 auf. Hier befasste sich Robert Oettel mit der Zucht und stellt erste Exemplare auf der Görlitzer Geflügelausstellung aus. Wie viele Hühnerrassen wurden auch die Brabanter durch das Aufkommen von Legehybriden und Wirtschaftshühner immer mehr verdrängt und verdanken ihre Existenz den ambitionierten Bemühungen von einigen wenigen Liebhaberzüchtern. Besonders in den Niederlanden konnten die fast ausgestorbenen Brabanter um das Jahr 1900 so durch den Zugriff auf deutsches Erbmaterial wieder aufgebaut werden. Durch die nahe Verwandtschaft von Brabantern zu den vitalen niederländischen Eulenbärten besteht ein großer Nutzen auf den gerne zurückgegriffen wird, wenn es darum geht, den Brabantern einen Hauch Vitalität zu geben. Allerdings führt dies auch zu einer leichten Verfälschung der Bart- und Zeichnungsform der Brabanter, die sich von den Eulenbärten auch nach Einkreuzungen unterscheiden sollten.

Haltung der Brabanter

Vielleicht ist es die ungewöhnliche Optik, die das Brabanter Huhn zu einem selten gesehenen Gesellen in deutschen Hühnerställen macht. Sehr schade, denn das Wesen der Brabanter ist sehr angenehm. Das mittelgroße Huhn (Hahn bis 2,5 Kilogramm, Henne bis 2 Kilogramm) ist sehr genügsam, was die Haltung angeht. Brabanter brauchen wenig Platz, allerdings muss dennoch für ausreichend Auslauf gesorgt werden, da die Rasse bei unzureichender Bewegung und gutem Futterangebot recht schnell verfettet. Auch im Freilauf kann das Brabanter Huhn gehalten werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass es sich um gute Flieger handelt, die ihre Eigenschaften zudem gerne präsentieren. Dafür suchen sie sich einen Großteil ihres Futters im Freilauf selber! Auch der Umgang mit den Brabantern ist für den Halter keineswegs unangenehm. Sie sind ruhig und können dabei recht zahm werden. Voraussetzung ist allerdings ein entsprechender Umgang und eine gute Portion Geduld.

Wirtschaftlichkeit

Wie es sich für ein Landhuhn gehört, legt es brav recht große Eier, kann mit seiner Legeleistung allerdings nicht mit anderen Rassen mithalten. Rund 140 Eier legt die Brabanter Henne im Jahr, vornehmlich im Frühjahr und Sommer.

Brabanter Küken

Die Brabanter Küken reifen nur sehr langsam heran. Auch die jungen Hennen beginnen erst mit 6 Monaten die ersten Eier zu legen.

Farben und Farbschläge der Brabanter Hühner

Es sind neun verschiedenen Farben und Farbschläge der Brabanter Hühner anerkannt.

  • schwarz
  • weiß
  • blau gesäumt
  • gesperbert
  • perlgrau
  • silber
  • gold
  • chamois
  • blau-gold

Zwar verfügen die Brabanter, wie alle Hühner, über Kehllappen und Ohrscheiben, diese sollten jedoch nicht sichtbar und vom Bart verdeckt sein. Auffallend sind hingegen der leuchtend rote Hörnchenkamm und die lebhaften, orangeroten Augen. Die Farbe der Läufe richtet sich in erster Linie nach der Gefiederfarbe. In der Regel sind die Läufe der Brabanter blaugrau. Lediglich bei den weißen und gesperberten Rassevertretern sind die Läufe fleischfarbig.

Brabanter Hahn und Henne

Das Brabanter Huhn steht im typischen Landhuhntyp und ist von halbhohem, leicht aufgerichtetem Stand. Auffallend sind nicht nur der lange Rücken, der leicht flach abfällt, sondern vor allem die äußeren Merkmale im Kopfbereich. Hier ragt ein Federbüschel empor, das stark an einen Rasierpinsel erinnert, begleitet von kleinen, teuflischen Hörnchen und einem buschigen Bart. Die Federn der Haube bestehen dabei aus vertikal gewachsenen Federn, die wie ein Pinsel zusammengefasst auf dem Schädeldach stehen. Der Hörnchenkamm besteht aus zwei roten Hörnern, die V-förmig vor der Haube sitzen und sowohl beim Brabanter Hahn, als auch bei der Brabanter Henne ausgeprägt sind. Zusammen mit dem nach unten gebogenen Schnabel und dem dreiteiligen Bart, der in Backen- und Kehlpartie unterteilt ist und somit die Kehllappen überdeckt, macht das Brabanter Huhn einen noblen, aber auch ungewöhnlich unfreundlichen Eindruck.