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Onagadori

Schwanzfedern wachsen mehrere Meter lang

Auf einen Blick

Anfängerhuhn Nein
Geeignet für Züchter
Herkunftsland Japan
Gewichtsklasse leicht
Flugfähigkeit mittel
Legeleistung mäßig (100 im 1. Jahr)
Eigewicht klein (38 - 42 Gramm)
Eifarbe weiß
Inhaltsverzeichnis

Das aus Japan stammende Onagadori Huhn ist ein Zierhuhn mit rarer genetischer Vielfalt. Durch Züchtungen in Deutschland sind aus ihm weitere Rassen, wie das Phönix oder Yokohama Huhn entstanden.

Ein Phänomen ist der Schwanz des Hahns, der bis zu 14 Meter lang werden kann.

Onagadori Hühner – Langschwanzhühner mit der Optik eines Landhuhns

Onagadori Hühner in Deutschland

Das Onagadori Huhn bildet die „Ur-Rasse“ der Langschwanzhühner aus Japan.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Onagadori Huhn nach Deutschland eingeführt. Bedingt durch das Verbot der Ausfuhr dieser Zierhuhnrasse findet man echte Onagadori Hühner in Deutschland nicht häufig. Die genetische Vielfalt ist nicht besonders ausgeprägt. Das Verwandtschaftsverhältnis der Tiere untereinander ist also recht eng.

Kein Wunder, bediente man sich nach der Einfuhr  nach Deutschland alsbald anderer, verwandtschaftlich ebenfalls eng gezogener Langschwanzrassen, um Nachzuchten zu generieren. Somit sind die gehaltenen Hähne mit dem imposanten Schwanzgefieder oftmals eine Mischung und nicht mit dem unaufhaltsamen Schwanzwuchs gesegnet.

Onagadori Huhn als Naturdenkmal in Japan

Onagadori Hühner gelten seit 1952 als besonderes Naturdenkmal der Japaner und unterliegen somit dem Ausfuhrverbot. Selbiges Problem mangelnder „Blutfrische“ betrifft die Hühner allerdings auch in Japan selbst. Auch hier ist der Genpool rar und das Zurückgreifen auf andere Langschwanzrassen zur Sicherung der Rasse durch mangelnde Genvielfalt ebenfalls problematisch.

Züchtung neuer Rassen

Aus dem Onagadori Huhn entstanden aber auch ganz neue Rassen, wie zum Beispiel die Phönix Hühner oder die Yokohama Hühner. Ihren „genetischen“ Ursprung finden diese Rassen zwar in Japan, bzw. im asiatischen Raum, sie sind jedoch ein Produkt made in Germany.

Haltung der Onagadoris

Die Onagadoris sind reine Zierhühner und werden, sicherlich bedingt durch die intensiven Pflegemaßnahmen schnell zutraulich. Das Huhn hat nicht nur die Optik eines Landhuhns geerbt, sie steckt auch hinsichtlich seiner Ansprüche in seinen Genen. An die Fütterung stellt es keine großen Ansprüche und ist auch gesundheitlich gut in Form.

So schützt man das Schwanzgefieder des Hahns

Problematisch ist jedoch die Haltung der Onagadori Hühner. Bei traditioneller Haltung können die imposanten Tierchen 20 Jahre alt werden. Allerdings scheidet die traditionelle Haltung der Hähne in engen Gitterkäfigen mit wenig Bewegungsspielraum, um das Schwanzgefieder zu schützen, aus tierschutzrechtlichen Gründen hierzulande aus.

Dennoch ist auch ohne diese Haltungsform ein enormes Längenwachstum beim Schwanzgefieder möglich. Vorausgesetzt, die Pflege stimmt und der Hahn wird in einem separaten Stall gehalten. Hierzu gehört eine entsprechend dem Schwanzgefieder hohe Aufbaummöglichkeit mit genügend Wandabstand, damit die Federn des Hahns weder abgeknickt noch abgerieben werden können. Die Einstreu und die Sitzstangen müssen stets penibel sauber gehalten werden, um den Schwanz vor Verschmutzung zu schützen. Eine mehrmalige Kontrolle pro Tag empfiehlt sich hier. Auch sollte der Bodenbelag eine großzügige Dicke aufweisen, um ein Abbrechen der Federn, bzw. ein Abreiben auf dem Untergrund zu umgehen.

Auslauf des Hahns

Selbiges gilt natürlich auch für den Auslauf, ein „Schlechtwetteraufenthalt“ verbietet sich von selbst. Auslauf sollte bei den Hähnen ohnehin nur unter Aufsicht erfolgen, um die Schwanzfedern nötigenfalls schützen zu können.

Stalltemperatur

Der Stall sollte im Winter eine Mindesttemperatur von etwa 12 Grad aufweisen, das allerdings nicht, um den Hahn vorm Erfrieren zu schützen, sondern des Schwanzes wegen. Hier sollte keine Energie in die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur fließen, sondern ausschließlich in die Stabilität des prächtigen Behangs, um diesen vor Bruch zu schützen.

Wirtschaftlichkeit

Hinsichtlich Wirtschaftlichkeit ist von den Onagadoris jedoch nichts zu erwarten. Sie gelten als mäßig legefreudig, bringen es aber immerhin auf rund 60 Eier im Jahr. Der Bruttrieb ist ebenfalls nur mäßig ausgeprägt.

Onagadori Küken

Die Henne ist eine perfekte Führerin, die sich gut um ihren Nachwuchs kümmert.

Farben und Farbschläge der Onagadori Hühner

Dieses Huhn ist eine vom Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter anerkannte Hühnerrasse. Sie ist somit dem Rassestandard unterlegen. Das gilt natürlich auch für die Farben und Farbschläge der Onagadori Hühner, von denen die folgenden anerkannt sind:

  • gold (akazaka)
  • silber (shirozaza)
  • orangehalsig (goshiki)
  • goldrot mit schwarzem Schwanz (shojo)
  • weiß (shiroiro)

Die Läufe sind bei allen Farbenschläge von weidegrün bis hellgelb und ein deutliches Unterscheidungsmerkmal zu den Rassekreuzungen.

Der große Einfachkamm wird aufrecht getragen und ist, genau wie Kehllappen und Gesicht, von leuchtendem Rot überzogen. Sie Ohrscheiben sind bei allen Farbvarianten weiß.

Das besondere Federwachstum der Onagadori Hühner

Das auffallendste Merkmal und jenes, was die Rasse ausmacht, ist das enorme Schwanzwachstum. Anders, als bei anderen Langschwanzhühner ist bei den Onagadori Hühnern das Wachstum von Sichelfedern und Teilen des Sattelgefieders unbegrenzt. Bedingt durch eine Genveränderung mausern diese Gefiederteile nicht oder nur selten alle paar Jahre einmal durch. Dieses als Lückengen bezeichnete Phänomen ist für den Ausfall eines bestimmten Gens in seiner Funktion der Segmentierung, in diesem Fall das Giant (gt-Gen), verantwortlich. Bei den Onagadori kommt es hierdurch zu einem Endloswachstum besagter Gefiederteile, sodass die Federn im Laufe eines Onagadori Lebens bis zu 14 Metern Länge erreichen können.

Onagadori Hahn und Henne

Dieses Huhn ist vom Körperbau her ein echter Landhuhntyp. Es hat eine Walzenform mit deutlich ausgeprägter Brust. Dieses Merkmal macht die Unterscheidung zur häufig der Verwechslung unterlegenen Rasse der deutlich eleganteren Phönix Hühner recht gut sichtbar.

Onagadori Hahn und Henne unterscheiden sich lediglich in den üblichen geschlechtsspezifischen Merkmalen. Hierzu zählt natürlich auch der lange Behang, der der Henne fehlt.

Die waagerechte Rückenlinie geht bei beiden Geschlechtern beinahe ohne sichtbaren Übergang in den ebenfalls nahezu waagerecht getragenen Schwanz über. Beim Hahn endet dieser mit den üppigen Sichelfedern. Der Kopf passt zum restlichen Körperbau, wirkt allerdings durch den großen Einfachkamm, insbesondere beim männlichen Onagadori, etwas größer und lässt dabei den Schnabel kleiner erscheinen.

Obwohl diese Rasse gedrungener und breiter als andere Langschwanzrassen wirkt, bringt der Hahn gerade einmal 1,5 Kilogramm auf die Waage. Bei der Henne ist es gut 1 kg.

Bild des Onagadori Huhns: © Warpedgalerie – stock.adobe.com

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