Augsburger

Gewicht Hahn
3,00 kg
Gewicht Henne
2,50 kg
Anfängerfreundlich
Nein (zeige alle)
Ringgröße
Hahn: 18 / Henne: 16
Legeleistung 1. Jahr
180 Stück
Legeleistung 2. Jahr
180 Stück
Bruteimindestewicht
58 g
Bruttrieb
ausgeprägt (zeige alle)
Winterleger
Nein (zeige alle)
Federfüße
Nein (zeige alle)
Kammform
Sonstige (zeige alle)
Herkunftsland
Deutschland
Farbschläge
schwarz, blau gesäumt

Durch Raffinesse gelang es dem Augsburger Züchter Julius Meyer das Augsburger Huhn zu züchten. Es ist sehr robust gegenüber rauen Wetterbedingungen. Zwar ist das Augsburger Huhn heutzutage in den Hintergrund gerückt, dennoch ist es ein wirtschaftlich attraktives Zwiehuhn.

Augsburger Hühner – fleißige Futtersucher und sehr robust

Erzüchtung der Augsburger Hühner

Das Augsburger Huhn ist eine „Erfindung“ des Augsburger Hühnerzüchters Julius Meyer. Er kreuzte um das Jahr 1870 das La Fleche Huhn mit dem italienischen Lamotta Huhn. So erhielt er als Kreuzungsprodukt diese besondere Hühnerrasse. Mit diesem Huhn hatte der pfiffige Züchter sein Ziel erreicht. Er hatte eine Hühnerrasse erzüchtet, die an die teils rauen Witterungsbedingungen Bayerns gut angepasst ist.

Schnell verbreitete sich dieses Huhn. Als einzige Hühnerrasse, die je in Bayern erzüchtet wurde, konnte es seine Kreise sogar bis in den Schwarzwald ziehen.

Einbruch der Augsburger Hühner

Nach den beiden Weltkriegen hatte diese Hühnerrasse keinen hohen Stellenwert mehr. Dem Ehrgeiz einiger Züchter ist es zu verdanken, dass die Beliebtheit in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts noch einmal aufkeimte. Doch wenig später erfuhr sie wieder einen massiven Einbruch.

Bei dieser Hühnerrasse handelt es sich um ein wirtschaftlich attraktives Zwiehuhn. Dennoch konnte es mit den Hochleistungshühnern der Massentierhaltung nicht mithalten. Es verschwand langsam aber sicher wieder von der Bildfläche.

  • 2005: man zählt nur noch rund 200 Tiere, die offiziell gehalten werden
  • 2013: der Bestand liegt bei rund 350 Exemplaren

Durch die niedrigen Exemplarzahlen werden diese Hühner auf der Roten Liste der einheimischen Nutztierrassen als extrem gefährdet geführt.

Haltung der Augsburger

Das Augsburger Huhn ist ein echtes Landhuhn. Es arrangiert sich bestens mit den klimatischen Bedingungen hierzulande. Es besitzt einen recht eigenwilligen Charakter und ist darüber hinaus ein fleißiger Futtersucher, der einen entsprechenden Freiraum fordert. Somit eignet sich diese Hühnerrasse nicht für die Haltung im Kleingarten. Es ist perfekt für eine extensive Haltungsform mit entsprechendem Platzangebot geeignet.

Wirtschaftlichkeit

Auch in Sachen Wirtschaftlichkeit kann das Huhn durchaus glänzen. Frühreif, wie es ist, legt es schon nach gut einem halben Jahr die ersten Eier. Bis zu 180 weißschalige Eier liefert eine Henne, wobei ihr Bruttrieb nicht sonderlich ausgeprägt ist.

Mit modernen Masthähnchen kann das Huhn zwar nicht mithalten, da es nur langsam zunimmt. Dafür ist sein Fleisch ein echtes Geschmackserlebnis. Es ist etwas dunkler und saftiger, als bei Hühnerfleisch sonst üblich. Zudem hat es einen leicht an Wild erinnernden Geschmack.

Bei der Henne fällt der sehr gut ausgeprägte Bauch auf. Das lässt auf ihre Qualität als gute Eierlegerin vermuten.

Augsburger Küken

Das Augsburger Huhn ist relativ brutfaul. Daher benötigt man für eine Zucht der Küken einen Brutkasten.

Sind die Augsburger Küken dann geschlüpft, sind sie direkt aktiv und vital. Auch der Ansatz des Becherkamms über ihrem Schnabel ist schon zu erkennen.

Farben und Farbschläge des Augsburger Huhns

Die ursprüngliche Farbe des Augsburger Huhns ist ein reinschwarzes Gefieder mit sattem Grünglanz. In aktuellere Züchtungen findet man zunehmend auch weitere Farbschläge. Ein blau gesäumtes Gefieder ist keine Seltenheit mehr. Hieran passen sich Schnabel und Läufe mit ihrer schiefergrauen Farbe und die dunkelbraunen Augen sehr gut an.

Der Kamm

Auffallend ist hingegen das kräftige Rot von Gesicht, Kehllappen und Kamm. Letzterer stellt übrigens gleichzeitig eine Besonderheit des Hahns dar: den Becherkamm. Nach ihm wurden die Hühner zudem in früherer Zeit als Augsburger Kamm bezeichnet.

Der Kamm beginnt direkt am Schnabelansatz und teilt sich nach der ersten bzw. zweiten Zacke. Im hinteren Teil soll sich laut Rassestandard der Kamm wieder zusammenfügen. So entsteht der Eindruck einer Krone, bzw. eines Bechers.

Ohrscheiben

Das Tüpfelchen auf dem i in Sachen Kontrastbildung fügen dem Kopf die reinweißen Ohrscheiben hinzu.

Augsburger Hahn und Henne

Seine Ahnen kann das Huhn nicht verleugnen. Man sieht ihm seine Stammesväter, die La Fleche Hühner, deutlich an. Das Huhn drückt durch seine nicht ganz so aufrechte Haltung allerdings etwas weniger Stolz aus. Dennoch ist es ein eher gestrecktes Huhn, das dennoch einen vollen Eindruck macht. Kein Wunder, der Augsburger Hahn bringt es auf stolze 3 Kilogramm, während die Augsburger Henne bis zu 2,5 Kilogramm erreicht.

Der Rücken des Huhns ist relativ lang und breit. Er fällt nach hinten leicht ab und geht in den ebenfalls langen, breit aber nicht steil getragenen Schwanz über. Der Schwanz wirkt dank stark gebogener Sichelfedern recht üppig.