Ostfriesische Möwen

Gewicht Hahn
3,00 kg
Gewicht Henne
2,50 kg
Anfängerfreundlich
Nein (zeige alle)
Ringgröße
Hahn: 18 / Henne: 16
Legeleistung 1. Jahr
170 Stück
Legeleistung 2. Jahr
170 Stück
Schalenfarbe der Eier
weiß (zeige alle)
Bruteimindestewicht
55 g
Bruttrieb
normal (zeige alle)
Winterleger
Nein (zeige alle)
Federfüße
Nein (zeige alle)
Kammform
Einfachkamm (zeige alle)
Herkunftsland
Deutschland

Die Ostfriesischen Möwen sind gute Eilieferanten. Da sie sehr gute Flugeigenschaften besitzen, ist ein hoher Zaun von Nöten. Der Körperbau entspricht einem typischen Landhuhn.

Ostfriesische Möwen – sehr wetterhart und ausgezeichnete Flieger

Namensgebung der Ostfriesischen Möwen

Anfang des 19. Jahrhunderts waren im Gebiet der deutsch-niederländischen Grenze im Bereich Ostfriesland rasselose Sprenkelhühner auf den Bauernhöfen weit verbreitet. Durch die nahe Verwandtschaft mit den Westfälischen Totlegern und dem Brakel Huhn wurden die Hühner auch als Ostfriesische, bzw. Holländische Tot- oder Alltagsleger bezeichnet. Dasselbe Huhn hieß im Grenzgebiet der Niederlande zu Belgien übrigens Campiner. In Ostfriesland gab man den Ostfriesischen Möwen auch den Namen Möwenhuhn, weil sich die Zeichnung der Möwenküken mit denen der Hühnerküken sehr ähnelten.

Gezielte Züchtung der Ostfriesischen Möwen

Dennoch begann man erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts mit der gezielten Züchtung der Ostfriesischen Möwen auf einen festgelegten Standard. Das geschah nicht, wie bei vielen anderen Hühnerrassen üblich, durch Einkreuzung fremder Rassen, sondern durch selektive Zucht des vorhandenen, schon lange bestehenden Hühnerschlags. Sicherlich wurden im 20.Jahrhundert aber die ein oder anderen Einkreuzungsversuche durch fremdes Rassematerial versucht, um an Größe und Gewicht der Ostfriesischen Möwen zu feilen.

Haltung der Ostfriesischen Möwen

Die Ostfriesischen Möwen gelten schon immer als wetterhart und sehr beweglich. Da diese Charaktereigenschaften mit der selektiven Zucht erhalten geblieben sind, können sie, bei freiem Auslauf, einen Großteil ihres Futters selber suchen und stellen auch an ihren Stall wenig Ansprüche. Nicht zu vergessen ist allerdings, dass die Ostfriesischen Möwen bei der Futtersuche weite Entfernungen zurücklegen! Sie lassen sich aber durchaus auch in einer entsprechend geräumigen Voliere halten. Bei der Haltung der Ostfriesischen Möwen muss allerdings ein recht hoher Zaun geplant werden, da es sich bei den Tieren um ausgezeichnete Flieger handelt.

Die vitalen Ostfriesischen Möwen gehören im Allgemeinen zu den eher zurückhaltenden Hühnerrassen. Will man sie zahm und zutraulich bekommen, so ist ein ruhiger und geduldiger Umgang nötig.

Wirtschaftlichkeit

In Sachen Wirtschaftlichkeit sind die Ostfriesischen Möwen von Beginn an wohl hauptsächlich als Eierlieferanten dienlich gewesen und erfüllen diesen Job bis heute sehr gut. Rund 200 weiße, mit 55 Gramm recht große Eier bringt eine Ostfriesische Möwenhenne durchschnittlich im Jahr. Kein Maßstab im Vergleich mit den heutigen Hybridhennen, dennoch keine schlechte Leistung für ein Landhuhn. Und für den Privathalter ohnehin völlig ausreichend.

Obschon die Ostfriesische Möwen hauptsächlich der Eierproduktion dienlich waren, dürfte nicht selten das ein oder andere Exemplar im Topf gelandet sein. Auch hier machen die Ostfriesischen Möwen nämlich eine gute Figur, denn ihr Fleisch ist sehr zart, feinfaserig und vor allem schmackhaft. Mit einem Gewicht von bis zu 3 Kilogramm kann sich der Hahn dabei auch sehen lassen. Die Hennen bringen es immerhin noch auf rund 2,5 Kilogramm.

Ostfriesische Möwen Küken

In Brutstimmung kommen die Möwen, mit Ausnahme einiger Linien, selten. Gelingt die Brut jedoch, stellen sich die Hennen als zuverlässige Glucken heraus, die ihre „Möwenküken“ ganz hervorragende schützen und führen.

Farben und Farbschläge der Ostfriesischen Möwen

Anerkannt sind bei den Ostfriesischen Möwen folgende beide Farbschläge:

  • golden geflockt
  • silbern geflockte

Dabei ist der letztere wohl der am häufigsten vorkommende. Die recht grob wirkende Flockung erstreckt sich bei der Henne dabei jedoch immer nur über den Körper. Der Hals ist bis zur Oberbrust bei den silbernen Möwen rein weiß, bei den goldenen entsprechend goldbraun. Der Hahn hat im Gegensatz zur Henne eine etwas abweichende Färbung. So wirkt er auf den ersten Blick einfarbig weiß, bzw. goldbraun mit schwarzem Schwanz. Bei genauer Betrachtung fällt aber auch beim Hahn unter dem Behang eine Tropfenzeichnung auf, die sich als Flockenzeichnung auf den Flügeldeckeln und Schenkeln zeigt.

Gesicht und Kehllappen der Ostfriesischen Möwen sind, genau wie der Kamm, von kräftig roter Farbe, während die Ohrscheiben in weiß abgesetzt sind. Die Läufe sind bei beiden Farbschlägen schiefergrau.

Ostfriesischen Möwen Hahn und Henne

Der Körperbau der Ostfriesischen Möwen entspricht dem typischen Landhuhn. Ein kräftiges Huhn in länglicher Rechteckform, das durch eine tief angesetzte, volle Brust und einen ebenfalls vollen Bauch paradiert, der bei der Ostfriesischen Möwen Henne deutlich ausgeprägter sein sollte, als bei ihrem männlichen Pendant. Im frühen 20. Jahrhundert galt in Ostfriesland bei dieser Hühnerrasse gar ein Legebauch als Ideal, der fast bis auf den Boden reichte. Keine besondere Schwierigkeit, da die Ostfriesischen Möwen zu dieser Zeit ohnehin recht kurze Beine hatten. Auf dem Kopf des Ostfriesischen Möwen Hahns prangt ein mittelgroßer Einzelkamm, der nicht der Nackenlinie folgen sollte. Der Schwanz ist üppig befiedert und wird halbhoch und stark gespreizt getragen. Die Henne verfügt hingegen über einen deutlich kleineren Kamm, der bei legenden Hennen im hinteren Bereich leicht zur Seite geneigt sein kann.