Sultanhühner

Gewicht Hahn
2,00 kg
Gewicht Henne
1,50 kg
Anfängerfreundlich
Nein (zeige alle)
Ringgröße
Hahn: 18 / Henne: 16
Legeleistung 1. Jahr
70 Stück
Legeleistung 2. Jahr
70 Stück
Schalenfarbe der Eier
weiß (zeige alle)
Bruteimindestewicht
55 g
Bruttrieb
normal (zeige alle)
Winterleger
Nein (zeige alle)
Federfüße
Ja (zeige alle)
Kammform
Hörnerkamm (zeige alle)
Herkunftsland
Türkei
Farbschläge
weiß

Nicht jedes Huhn kann von sich behaupten, in einem Palastgarten zu hausen, das Sultanhuhn schon. Es stellt zwar an Zucht und Haltung große Anforderungen,dankt es aber mit seinem hübschen Erscheinungsbild.

Sultan Hühner – tolles Erscheinungsbild und ruhiges Temperament

Namensgebung der Sultanhühner

Von wem diese recht kleine Hühnerrasse ihren Namen geerbt hat, ist nicht nur anhand ihrer Herkunft schnell zu bestimmen, sondern bereits an der Optik. Das ursprüngliche Sultanhuhn hat schon früh in der Geschichte die Palastgärten des einen oder anderen Sultans in der heutigen Türkei geziert. Auf dem Kopf trägt es zudem eine Haube und noch dazu einen üppigen Bart. Der erinnert mit wenig Fantasie an einen der alten Sultane mit Turban und Vollbart, in dessen Gärten sich die Sultanhühner einst gütlich tun durften.

Einfuhr nach Europa

Leider sind die Genreserven heutiger Sultanhühner kaum noch auf die der ursprünglichen Sultanhühner zurückzuführen. Erst im Jahr 1854 wurden die ersten Sultanhühner nach Europa importiert. Eine Lady namens Elizabeth Watt brachte einige Exemplare des Sultanhuhns aus der Türkei mit nach Hampstead. Das hübsche Erscheinungsbild der Tiere sorgte schnell dafür, dass das Sultanhuhn Liebhaber fand, die sich mit der Zucht und Haltung dieser Hühnerrasse näher befassten und für die Verbreitung der Rasse sorgten. Wie viele andere Hühnerrassen, wurde aber auch das Sultanhuhn von den beiden Weltkriegen stark in Mitleidenschaft gezogen. Es starb beinahe aus. Nur wenige englische Zuchtstämme blieben erhalten und konnten zusammen mit anderen Hühnerrassen die Rasse des Sultanhuhns vor dem Aussterben bewahren. In den Adern der in Europa heimischen Sultanhühner fließt daher nicht mehr das Blut der „echten“ Hühner der Sultane.

Haltung der Sultanhühner

Die Zucht und Haltung der Sultanhühner ist für Anfänger wenig befriedigend. Diese Rasse besticht zwar durch sein tolles Erscheinungsbild, ein ruhiges Temperament und eine hohe Vitalität, wird aber nur von wenigen Züchtern gehalten. Bei der Haltung der Sultanhühner sollten einige Maßnahmen getroffen werden, um die Schönheit der Tiere zu bewahren. Sie brauchen eine geeigneten Tränke, damit der Bart nicht nass und damit schnell unattraktiv wird, sowie eine peinliche Reinhaltung von Stall und (überdachtem) Auslauf, damit das Gefieder der Läufe nicht verschmutzt und verklebt.

Zudem ist das Sultanhuhn auch züchterisch eine Herausforderung. Die Zucht von fünfzehigen Rassen ist nicht einfach, da sich die zusätzliche Zehe nicht konstant vererbt und mit Blick auf die Haube, sollte auch hier züchterische Vorsicht walten. Nicht nur groß, sondern auch stabil muss die Haube sein, sonst ist das Blickfeld des Sultanhuhns zu stark eingeschränkt und das ist kein wünschenswertes Zuchtergebnis. Alles in allem ist das Sultanhuhn also eine kleine Herausforderung – die sich obschon der hübschen Optik und des tollen Charakters sicherlich lohnt.

Wirtschaftlichkeit

Zudem dient das Sultanhuhn „nur“ als Blickfänger, da es weder auf Fleisch noch auf Leistung gezüchtet wurde. Bei einer Legeleistung von 70 Eiern im Jahr und dem doch recht geringen Gewicht ist es also nichts für den hungrigen Hühnerhalter.

Sultan Küken

Die Sultan Henne hat keinen besonders groß ausgeprägten Brutinstinkt. Sie gehört auch nicht zu den besonders guten Glucken. Und auch in der Entwicklung gehören die Küken eher zu den langsamen Kameraden.

Farben und Farbschläge der Sultan Hühner

Die ursprünglichen Sultanhühner verfügen über weißes Gefieder und blaue Läufe. Zumindest dann, wenn man sich an den Zeichnungen aus dem Jahr 1881 orientiert. Heute findet man die Rasse mit gelben Läufen vor, wie es auch der Rassestandard beschreibt. Hierin sind zudem nur die weißen Exemplare anerkannt, obwohl sich Züchter bereits an weiteren Farbvarianten versucht haben. So gab es schon blaue und schwarze Sultanhühner, allerdings ohne Anerkennung! Die Augen der Sultanhühner sind von rötlich braunem Ton, während die Ohrscheiben kräftig rot sind. Diese sind jedoch, genau wie die ebenfalls roten Kehllappen, vollständig vom Gefieder verdeckt.

Sultan Hahn und Henne

Das Sultanhuhn ist ein relativ kleines Huhn. Der Sultan Hahn bringt es gerade auf 2 Kilogramm, die Sultan Henne ist mit bis zu 1,5 Kilogramm entsprechend zierlicher. Der Körperbau der Sultanhühner ist gedrungen mit einem niedrigen Stand. Dieses Erscheinungsbild wird von der Vollbefiederung, die besonders am Hals sehr stark ausgebildet ist, noch weiter forciert. Hierdurch wirkt der Rücken viel kürzer, als er tatsächlich ist und das gesamte Huhn dadurch noch wesentlich gedrungener. Das i-Tüpfelchen bringen der stark gespreizt und halbhoch getragene Schwanz und natürlich die große, kugelförmige Haube auf dem Kopf. Hiervor sitzt übrigens ein kleiner V-förmiger Kamm, der etwas diabolisch anmutet. Allerdings ist er bei der Henne fast immer vom Haubengefieder bedeckt und nur beim Hahn sichtbar. Beide Geschlechter tragen zudem einen dreiteiligen Bart unter dem Schnabel, der die Kehllappen vollständig verdeckt. Die Läufe auf den gut entwickelten Schenkeln sind ebenfalls stark befiedert. Eine so genannte Geierfersen-Befiederung rundet den Eindruck der starken Gesamtbefiederung gekonnt ab. Zu guter Letzt verfügt das Sultanhuhn über fünf statt vier Zehen, die den Laien zumindest züchterisch vor das ein oder andere Problem stellen.