Der Kopf und Kamm des Huhns

Die Form des Schädels hängt ganz von der jeweiligen Hühnerrasse ab. Während die Köpfe bei Landhuhnrassen eher lang und schmal erscheinen, weisen kurze, breite Schädel auf einen Kampfhuhntyp hin. Meistens haben Hühner im Kampfhuhnschlag zusätzlich noch sehr ausgeprägte Brauenbögen, die sie entsprechend kämpferisch und entschlossen, vielleicht auch ein wenig brutal aussehen lässt. Eine Sonderform des Schädels ist übrigens bei den Haubenhuhnrassen zu finden. Auf ihrem Schädeldach befindet sich eine knochige Erhebung auf die natürlich mehr Federn Platz finden, als auf einem flachen Schädel. So erklärt sich die für Houdans, Niederländische Barthühner oder andere Haubenhuhnrassen charakteristische Federhaube.

Der Kopf des Huhnes

Die Kopfanhängsel

Bei Erwachsenen Hühnern fallen meistens recht üppige Hautfortsätze ins Auge, die so genannten Kopfanhängsel. Bei einigen Rassen sind diese sehr ausgeprägt, bei anderen kaum ausgebildet. Die Hautlappen unter dem Schnabel werden als Kinn-, bzw. Kehllappen bezeichnet. Ihre Länge variiert mitunter sehr stark und ist von Rasse zu Rasse unterschiedlich. Bei manchen Rassen, etwa den Brahma-Hühnern oder den Shamo-Kämpfern findet sich unter dem Schnabel zwischen den beiden Kehllappen ein weiterer Hautlappen die Wamme. An den Schläfen, schräg hinter den Augen, befinden sich die so genannten Ohrscheiben. Sie sollen den Gehörgang schützen und sind meistens von weißer, roter oder blauer Farbe. Auch ihre Größe richtet sich nach der Rasse, wobei Kampfhuhnrassen in der Regel über recht kleine, meistens rote Ohrlappen verfügen, während Java-Hühner große weiße Lappen haben.

Mitten auf dem Scheitel sitzt der Kamm und der kann zahlreiche Variationen annehmen. Die gängigsten Kammformen sind allerdings:

Der Einzelkamm

Der Einzelkamm

Er ragt vertikal in die Höhe und weist eine bestimmte Anzahl an Zacken auf, die als Kammzähne bezeichnet werden. Wie viele Zähne der Kamm hat, wie hoch er hinaufragt und wie weit er in Gesicht, bzw. Nacken fällt, ist Rasseabhängig. Bei machen legenden Hennen kann es auch vorkommen, dass sich der Kamm am hinteren Ende zu einer Seite neigt. Typische Rassevertreter für einen Einzelkamm sind Leghornrassen oder Brakeler.

Der Rosenkamm

Hierbei handelt es sich um einen niedrigen, recht breiten Kamm, der keine Zackung aufweist. An seinem hinteren Ende läuft der Rosenkamm in den so genannten Kammdorn aus. Diese kann sich entweder der Kopfform anpassen oder geradewegs nach hinten ragen, wie eine umgedrehte Schirmmütze. Typische Träger eines Rosenkamms sind Wyandotten.

Der Rosenkamm

Der Hörnchenkamm

Diese kuriose Kammvariante ist vorwiegend bei Haubenhühnern und ihren Verwandten bekannt. Zwei Hörner ragen rechts und links hinter dem Schnabel leicht nach hinten gebogen ab und verleihen seinem Träger eine „teuflische“ Optik. Kein Wunder, dass man das La-Flèche-Huhn mit seinenen Rassetypischen Hörnchen auch „Teufelskopf“ nennt.

Der dreireihige Kamm

Er steht als Merkmal für mehrere Kampfhuhnrassen und auch für das Brahma Huhn. Der „Basiskamm“, der in der Kopfmitte wie der Einzelkamm vertikal nach oben ragt, wird rechts und links von zwei kleineren Einzelkämmen flankiert. Der mittlere Kamm weist dabei drei Zähne auf. Diese Kammvariante ist eng mit dem Einzelkamm verwandt.

Der Walnusskamm

Wie der Name bereits vermuten lässt, ähnelt der Kamm einer halbierten Wallnussschale. Diese Kammart beansprucht nicht etwa den gesamten Schädel, sondern ist vor der Stirn angeordnet und kommt gänzliche ohne Zacken aus. Bekannter Träger eines Walnusskamms ist das Malaien-Huhn.

Der Becher-, bzw. Blätterkamm

Diese kuriose Kammvariante erinnert ein wenig an ein Elchgeweih und ist eine Mischung aus Einzel- und Hörnchenkamm. Zwei Einzelkämme sind am Anfang und Ende miteinander verwachsen. Trifft diese Verwachsung nur auf die Vorderseite zu, so spricht man von einem Blätterkamm. Bekannte Vertreter sind hierbei die Houdans, bzw. die Sizilianischen Becherkammhühner.