Zwerg-Orpington

anfängerfeundlich

Gewicht Hahn
1,50 kg
Gewicht Henne
1,30 kg
Nutzungsart
Zweinutzungshuhn (zeige alle)
Anfängerfreundlich
Ja (zeige alle)
Ringgröße
Hahn: 15 / Henne: 13
Legeleistung 1. Jahr
110 Stück
Legeleistung 2. Jahr
110 Stück
Schalenfarbe der Eier
braun (zeige alle)
Bruteimindestewicht
40 g
Bruttrieb
ausgeprägt (zeige alle)
Winterleger
Nein (zeige alle)
Charakter
lebhaft (zeige alle)
Federfüße
Nein (zeige alle)
Kammform
Einfachkamm (zeige alle)
Herkunftsland
Deutschland

Zwerg-Orpingtons fallen sofort ins Auge. Ihr würfelförmiger, massiger Körper auf den kurzen Beinen ist unverwechselbar. Die Hühner sind robust, langsam und einfach zu halten. Sie fliegen nicht, fressen gern und neigen zu Übergewicht. Wenn Sie sich mit ihnen beschäftigen, werden sie bald zutraulich. Als Einsteiger in der Hühnerhaltung werden Sie schnell Gefallen an den puschligen Würfeln in Ihrem Garten finden.

Haltung

Das Gefieder der Zwerg-Orpington sind dicht und reich mit Flaum unterfüttert. Das macht die Tiere wetterfest und unempfindlich gegen Kälte.

Ihr massiger Körper, Hähne bringen 1500 g auf die Waage, lässt ihre Bewegungen behäbig erscheinen. Trotzdem sind es aktive, aufmerksame Hühner. Den ganzen Tag sind sie unterwegs auf Futtersuche. Ihrem scharfen Blick und den Schnäbeln entgeht nichts. Zwerg-Orpingtons neigen zu Gefräßigkeit und dazu übergewichtig zu werden. Am besten, Sie wiegen ab und zu nach. Sind die Tiere zu schwer, schadet das nicht nur ihrer Gesundheit, sie legen dann weniger Eier. Um Übergewicht zu vermeiden, achten Sie darauf, was und wie viel Sie zufüttern. Meistens finden die Zwerge in ihrem Auslauf genug Futter. Geben Sie dazu lediglich etwas Obst und Gemüse.

Haben Sie das zusätzliche Futter gestrichen und Ihre Zwerg-Orpington sind immer noch zu fett, hilft nur eines: Verkleinern Sie den Auslauf, entweder Sie versetzen den Zaun oder beschränken den täglichen Freilauf zeitlich.

Auslauf für Zwerg-Orpington

Ein begrenzter Auslauf ist noch aus einem anderen Grund zu empfehlen. Die Hennen neigen dazu, ihre Eier überall dort fallen zu lassen, wo sie gerade sind. Sie müssen dazu nicht unbedingt den Stall oder gar ein Legenest aufsuchen. Das Suchen bleibt Ihnen überlassen.

Von Gemüse- oder Blumenbeeten sollten Sie Ihre Zwerg-Orpington fernhalten. Sie scharren mit Begeisterung und richten zwischen Ihren Pflanzen beträchtlichen Schaden an.

Fliegen können sie wegen ihrer Masse nicht. Es reicht, wenn der Zaun 60 bis 80 cm hoch ist.
Zwerg-Orpingtons werden schnell zutraulich und fressen Ihnen aus der Hand. Sogar Hähne lieben ihre täglichen Streicheleinheiten. Es ist nicht selten, dass die Vögel ihren Menschen auf den Schoß oder die Schulter klettern.

Untereinander sind die Hennen absolut friedlich. Haben Sie mehrere Hähne, brauchen sie genug Platz, um sich gegenseitig aus dem Weg gehen zu können. Halten Sie Zwerg-Orpingtons für sich. Gegen andere Hühnerrassen können sie sich aufgrund ihres ruhigen Wesens schwer durchsetzen.

Orpington Hähne krähen tief und relativ leise.

Zwerg-Orpingtons haben kurze Beine, sie sind verhältnismäßig tief gelegt. Ihre Bauchfedern schleifen ständig über das Gras. Ist es nass vom Tau oder Regen, wird das komplette Bauchgefieder schnell durchweicht und schmutzig. Das sieht nicht nur unschön aus, es kann ebenso zu Unterkühlungen führen. Halten Sie das Gras im Auslauf deswegen radikal kurz.
Als Einsteiger sollten sie sich auf die Haltung von mehreren Hennen begnügen. Ist ein Hahn dabei, fängt er an die Hühner zu treten. Dabei beschädigt er die Flaumfedern im ausgeprägten, rassetypischen Kissen (Federn um die Kloake) der Henne. Ihre Hennen sehen dann ziemlich zerzaust aus. Züchter schneiden diese Federn entweder ab oder halten den Hahn separat und setzten ihn nur zum Treten zeitlich begrenzt zu den Hennen.

Zwerg-Orpingtons sind genügsam und in der Haltung einfach. Sie sind ideal für Anfänger geeignet.

Als Zwiehuhn begeistern die Zwerg-Orpington durch Eier, zartes, schmackhaftes Fleisch sowie ihr bezauberndes Wesen.

Eier und Legeleistung

Die Legeleistung ist nicht ganz so hoch jedoch ausreichend. Zwerg-Orpingtons legen auch im Winter Eier.

Eigröße, Farbe

Die Farbe der Eier ist hellbraun, bei einer Eigröße von ca. 40 g.

Legeleistung

Die Legeleistung liegt bei 110 Eiern im Jahr.

Legebeginn

Zwerg-Orpington beginnen im Alter von 8 bis 9 Monaten zu legen.

Brut und Küken

Oft ziehen mehrere Glucken eine Schar Küken gemeinsam auf.
Sind die Küken geschlüpft, sollten Sie in den ersten Stunden auf das Nest aufpassen. Die ziemlich schweren Glucken können in Ausnahmefällen aus Versehen einzelne Küken tottreten.

Bruttrieb

Der Bruttrieb ist bei den Zwerg-Orpington stark ausgeprägt. Die Hennen brüten nicht nur ihre eigenen Eier mit Begeisterung aus. Es ist ihnen egal, wenn sie Eier anderer Hühnerrassen oder gar Enteneier untergeschoben bekommen. Die Entenküken werden von den Glucken eifrig umsorgt.

Küken

Die Küken sind schnell und wendig. Unter Mamas Anleitung erkunden sie schon bald ihren Auslauf.

Geschlechter der Küken erkennen

Sind die Küken geschlüpft, taucht bald eine Frage auf. Wie viele Hähnchen und wie viele Mädels sind es denn nun? Die Beantwortung dieser Frage brauch ein wenig Zeit. Zwerg-Orpingtons wachsen und entwickeln sich langsam. Deshalb ist eine Bestimmung der Geschlechter erst ab dem 5. Monat sicher möglich.

Eine Faustregel sagt, dass sich Hennenküken schneller befiedern als die Hähnchen.
Der Kamm und die Kehllappen sind bei den Hähnen größer und entwickeln sich früher. Generell sind Junghähne etwas größer und kräftiger als Junghennen. Bei den Hähnen sind die Köpfe meistens kantig, bei Hennen runder.

Farben

Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Farben. Zwerg-Orpingtons werden in 11 Farbschlägen gezüchtet.

Anerkannte Farbschläge bei den Zwerg-Orpingtons:

  • schwarz
  • weiß
  • gelb
  • rot
  • gestreift
  • schwarz-weißgescheckt
  • birkenfarbig
  • blau-gesäumt
  • gelb-schwarzgesäumt
  • gelb-schwarzcolumbia
  • braun-porzellanfarbig.

Hahn und Henne

Beide Geschlechter haben einen kräftigen, gedrungenen Körperbau. Sie ähneln einem befiederten Würfel mit abgerundeten Kanten.

Der Hahn hat einen mittellangen, leicht gebogenen Hals mit viel Behang. Sein Rücken scheint kurz zu sein. Das täuscht, da der Halsbehang weit übersteht und der Sattel ebenfalls federreich ist. Der Sattel steigt zum Schwanz hin leicht an, so dass die Hals-Rücken-Schwanzlinie leicht gebogen ist.

Der Schwanz ist kurz, er soll bis auf Augenhöhe reichen. Die Vorderpartie ist breit mit kräftigen Schultern und einer gut entwickelten Brust. Ebenso breit und voll entwickelt ist der Bauch mit seinem flaumreichen Gefieder.

Die Flügel bleiben klein. Durch das Bauchgefieder werden die muskulösen Schenkel fast verdeckt. Die Läufe sind unbefiedert und kaum mittellang. Sie ermöglichen dem Tier einen tiefen doch bodenfreien Stand. Die Farbe der Läufe variiert je nach Farbschlag.

Der kleine, gut gerundete Kopf hat ein rotes Gesicht. Die Farbe der Augen ist abhängig vom Farbschlag, ebenso wie die Farbe des kräftigen, leicht gebogenen Schnabels. Ohrlappen und die runden Kehllappen sind mittelgroß und rot. Der Hahn hat einen einfachen, niedrigen Kamm, der aufrecht steht. Die 4 oder 5 gleichmäßigen Zacken laufen zu einer dem Nacken folgenden Fahne aus.

Die Henne wirkt noch gedrungener als der Hahn. Bei ihr ist der Rücken deutlich sichtbar. Ihr Schwanz soll breit und kurz sein. Er wird hoch getragen. Hennen haben einen unscheinbar wirkenden, kleinen Kamm.

Ursprung der Rasse

Die dazugehörende Großrasse sind die Orpington.
Die Zwergform wurde etwa zeitgleich in Deutschland und England unabhängig voneinander gezüchtet.

In Deutschland verpaarte der Leipziger Hühnerzüchter Emil Kühn um 1907 schwarze einfachkämmige Bantams mit schwarzen Zwerg-Cochin und schwarzen Zwerg-Langschan. 1910 stellte er zum ersten Mal weiße und schwarze Zwerg-Orpington vor. Die offizielle Anerkennung der Rasse erfolgte 1912. Den gelben Farbschlag gibt es in Deutschland seit 1920, danach entstanden alle weiteren Farbschläge.

Etwa zur gleichen Zeit arbeitete der englische Züchter William Cook an der Verzwergung seiner großen Orpington Hühner. Die von ihm gezüchtete Großrasse präsentierte er bereits 1886 auf Ausstellungen.

Durch den Zweiten Weltkrieg gingen viele Zuchten verloren. Nach 1945 begann man mit den Restbeständen, die Zwerg-Orpington Zucht neu aufzubauen. Am schlimmsten hatte es den blau-gesäumten Farbschlag getroffen. Er musste komplett neu gezüchtet werden.
Wegen des hohen Fleischansatzes wurde die Rasse nach dem Krieg gern und viel gehalten.
Ihren Namen bekam die Rasse Orpington nach dem Wohnort seines Züchters, William Cook. Er lebte in Orpington House in der Grafschaft Kent.