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Bielefelder Kennhuhn

  • Bielefelder Kennhuhn
  • Gewicht Hahn: 4kg
  • Gewicht Henne: 3kg
  • Bruteigewicht: mind. 60g
  • 1. Jahr: 230 Eier
  • 2. Jahr: 230 Eier

Das Bielefelder Kennhuhn ist eine noch recht junge deutsche Hühnerrasse, die erst im Jahr 1980 vom Zuchtausschuss des BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter e.V.) anerkannt wurde. Im Laufe der 70er Jahre befasste sich Gerd Roth aus Bielefeld damit, ein Kennhuhn aus halbasiatischen Hühnertypen zu züchten, das mit einer guten Legeleistung und einer ausgesprochenen Robustheit ausgestattet sein sollte. Um das zu erreichen bediente er sich hauptsächlich gesperberten Exemplaren von Amrock, Mechelnern, New Hampshire, Rohdeländer und Welsumer Hühner, denn nur Hühner mit einem Sperber-, bzw. Streifungsfaktor können kennfarbig sein. 1976 ging er dann mit seinen ersten Zuchtergebnissen an die breite Öffentlichkeit und stellte seine Nachzucht in Hannover aus, damals noch unter dem Namen „Deutsches Kennhuhn“. Bei der Anerkennung gab es durch die unspezifische Namenswahl allerdings einige Probleme und so wurde dem Züchter nahegelegt, eine örtliche oder zumindest regionsspezifische Bezeichnung für seine neu erzüchtete Rasse zu finden – was lag da näher, als die Rasse „Bielefelder Kennhuhn“ zu nennen!

Farben des Bielefelder Kennhuhns

Zwei Farbvarianten sind für das Bielefelder Kennhuhn anerkannt, silber-kennfarbig und kennfarbig. Das „Ursprungshuhn“ dieser Rasse ist dabei das kennfarbige Bielefelder mit rötlich bis gelbem Mantelgefieder und hellgrauen Sperberstreifen, wohingegen die silber-kennfarbige Variante ein silberweißes Mantelgefieder mit eingelagerter grauer Sperberzeichnung innerhalb der Feder aufweist. Durch ihre Kennfarbigkeit, die vom „Kennen“ (des Geschlechts) abgeleitet ist, lassen sich Hahn und Henne bereits direkt nach dem Schlupf geschlechtlich unterscheiden. Die männlichen Bielefelder Kennhühner weisen dabei ein ockergelbes Flaumkleid mit hellem Rückenstreifen und weißem Sperberfleck auf dem Kopf auf, die Hennen einen hellbraunen Kükenflaum mit dunkelbraunem Rückenstreifen und ebenfalls einem kleinen Sperberfleck auf dem Kopf. Die Läufe des ausgewachsenen Bielefelder Kennhuhns stechen in kräftigem Gelb hervor, wobei das Gesicht, sowie Kamm, Ohr- und Kehllappen von roter Färbung sind. Die Augen treten orangerot hervor und sind von lebhaftem Ausdruck.

Körperbau des Bielefelder Kennhuhns

Als grober Fehler bei dieser Hühnerrasse gilt ein zu wenig ausgeprägter Bauch der weiblichen Hühner. Kein Wunder, ist es doch die Legeleistung, die die Wirtschaftlichkeit des Bielefelder Kennhuhns ausmacht. Insgesamt zählen die Bielefelder zur Kategorie der großen Hühnerrassen, die ebenso große Eier legen. Eine breite und gut gewölbte Brustpartie, ein beinahe ebenso breiter Bauch und die mittellangen Läufe mit den wenig sichtbaren Schenkeln lassen es jedoch etwas plump wirken. Die beinahe rechteckige Form wird dabei noch durch den langen und sehr geraden Rücken untermauert. Beim Hahn geht die Rückenoberlinie mit einer Winkelung von etwa 45 Grad in den Schwanz über, bei der Henne ist dieser Übergang nicht ganz so stumpf ausgeprägt. Ansonsten unterscheiden sich Hahn und Henne des Bielefelder Kennhuhns rein optisch und größentechnisch kaum voneinander, von den geschlechtsspezifischen Merkmalen und den leichten Unterschieden in der Gefiederfärbung einmal abgesehen.

Temperament und Eignung

Viele gute und vor allem ruhige Gene vereinen sich in dieser jungen Hühnerrasse. So ist das Bielefelder Kennhuhn nicht nur durch seine Optik ein gerne gesehener Gast im Garten oder auf dem Bauernhof, sondern auch durch seine zutrauliche und ruhige Art. In Sachen Wirtschaftlichkeit besticht es dabei vor allem durch seine hervorragende Legeleistung, die in der Fachliteratur zwar mit rund 230 Eiern pro Jahr angegeben wird, diese aber sicherlich nicht verallgemeinert werden kann, da sie nur vereinzelt erreicht wird. Daneben geben die Bielefelder Kennhühner mit ihrem hohen Gewicht – die Hähne liegen bei 3 bis 4 Kilogramm, die Hennen zwischen 2,5 bis 3,25 Kilogramm – auch noch einen fleischhaltigen und schmackhaften Schlachtkörper ab. An die Haltungsbedingungen stellt das Bielefelder Kennhuhn dabei nur wenige Ansprüche. Es wächst sehr schnell, lässt sich recht gut mästen und ist ausgesprochen wetterhart. Das, und die Eigenschaft der Kennfarbigkeit, wodurch das „Sexen“, was sonst nur asiatischen Könnern vorbehalten ist, schon am Tag des Schlupfes problemlos möglich ist, machen das Bielefelder Kennhuhn zu einem idealen Huhn für den Hühnerneuling.

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